Notbremse wegen Corona

Aus für „Kirche am See“ in Möhnesee

Unter freiem Himmel wird es am 2. Mai keinen Gottesdienst am See geben.
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Unter freiem Himmel wird es am 2. Mai keinen Gottesdienst am See geben.

Rolle rückwärts in Sachen „Kirche am See“: Die Freiluftgottesdienste jedenfalls wird es bis auf Weiteres „wegen der aktuellen Pandemiesituation und im Sinne der Bundesnotbremse“ nicht geben, nicht im Kurpark unter der alten Eiche, nicht auf der Wiese am Heinrich-Lübke-Haus in Brüningsen.

Körbecke – Stattdessen gibt es Live-Übertragungen aus der katholischen Pfarrkirche in Körbecke über einen eilig neu eingerichteten Youtube-Kanal, so Pfarrer Ludger Eilebrecht.

Aus für Kirche am See: Pastor entschuldigt sich

Die katholische Pfarrkirche in Körbecke ist zum Start der neuen Reihe am Sonntag, 2. Mai, ab 11 Uhr geöffnet, Helfer entscheiden dann vor Ort, wer noch hereindarf, damit es nicht zu voll wird in der Kirche. Die angekündigte Fragerunde zum Synodalen Weg, zu einer zukunftsfähigen Kirche – es soll sie auf jeden Fall geben. Mit Fragen, die vor Ort gestellt werden, mit Fragen, die bereits bekannt sind, mit Fragen, die vielleicht jetzt noch per E-Mail ans Gemeindebüro hereinkommen.

Die Absage für den noch am Mittwoch (28. April) im Anzeiger angekündigten Start am Sonntag kam Mittwochvormittag von Pastor Ludger Eilebrecht, und der entschuldigte sich ausdrücklich für die Irritationen: „Wir haben am Dienstagabend das reguläre Treffen des Vorbereitungsteams gehabt“, erzählt Eilebrecht. „Es wurde eine Krisensitzung, denn es gab bei aller Vorfreude doch Bauchschmerzen bei Mitgliedern des Teams, auch wegen der ersten Reaktionen von außen – die Einladungen per Mail und übers Netz waren ja schon draußen.“

Diese Frage habe im Raum gestanden: „Können wir als Kirche uns mit breiter Brust hinstellen und Gottesdienst feiern, während alle anderen zuhause bleiben sollen, während es eine Bundesnotbremse gibt. Kann Kirche sich das leisten, sollte Kirche sich das leisten?“ Die Mehrheit habe sich gegen Freiluftgottesdienste entschieden. Eilebrecht weiter: „Ich wollte keinen Shit-Storm riskieren – so was geht ja heutzutage ruckzuck herum im Netz, und bevor wir trotz eines bewährten Hygienekonzepts, trotz reichlich Abstand, trotz Registrierung da in die Kritik geraten, sage ich lieber ab und gehe in die Kirche, übertrage über das Internet. Und nein, wir ducken uns nicht weg, aber wir wollen auch nicht provozieren. Es geht um das Wohl aller Beteiligten.“

Aus für „Kirche am See“: Das sagt die Bürgermeisterin

Gezwungen wäre die Pfarrei nicht gewesen, die Freiluftgottesdienste abzusagen: „Die Kirchen entscheiden in eigener Verantwortung, da dürfen wir als Gemeinde gar nicht eingreifen“, sagte Bürgermeisterin Maria Moritz gestern auf Nachfrage: „Das wäre draußen alles durchaus zulässig gewesen, es wäre im Rahmen gewesen. Aber andererseits kann man die Absage durch das Team auch so deuten, dass Kirche sich solidarisch zeigt, ein Zeichen setzt, dass sie sich im gleichen Rahmen bewegt wie wir alle auch. Es kommen bestimmt wieder bessere Zeiten, man muss das positiv sehen.“ Nein, sie selber sei an der Entscheidung nicht beteiligt gewesen, sie habe auch keinen Einfluss darauf genommen – warum auch?

Der Link zur Einwahl auf den neuen Youtube-Kanal der Pfarrei kann über die Seite kircheamsee.de angesteuert werden. Über das Kontaktformular können Fragen zum Synodalen Weg und zur Zukunft der Kirche gestellt werden. Am Freitag um 16 Uhr tagt das Vorbereitungsteam in einer Videokonferenz. Alle Fragen, die bis dahin eingegangen sind, können beim Gottesdienst am Sonntag berücksichtigt und beantwortet werden.

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