555 Euro an „Talent Company“

Aufwind für Segler: Yachtclub Möhnesee hat neues Boot und spendet Geld

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Fröhliche Gesichter an Bord der „7 Oceans“: Verena Titgemeyer und Laureen Wunsch von der Volksbank Hellweg und Tina Schwartze von der Bürgerstiftung Hellweg (vorne von links) sowie Paul Riskop, Luis Trompeter, Tim Gröger und Justus Trompeter (hinten von links) vom erfolgreichen Bundesliga-Team: In Glücksburg schafften sie im vergangenen Jahr den Aufstieg mit einem 0,2-Punkte-Vorsprung vor den Jungs der Segler-Vereinigung Wuppertal.

Möhnesee-Delecke – Es sind gleich mehrere schöne Geschichten in einer. Vorweg: Der Yachtclub Möhnesee (YCM) wird 70 in diesem Jahr, und vor allem sind sie dort alle heilfroh, dass sie endlich wieder segeln dürfen. 

„Von Mitte März bis Mitte Mai war hier dicht, wir haben uns große Sorgen gemacht“, sagen nicht nur Präsident Erich-Thomas Aust und Geschäftsführer Rolf Weinhold: „Dieser Vollstopp durch das Coronavirus hat uns ganz schön getroffen.“

Inzwischen heißt es wieder „Leinen los!“ an der Steganlage in Delecke, gleich hinter dem bisherigen „Sabe Mente“, das seit einigen Wochen neue Pächter hat und deshalb jetzt „Mahl Anderz“ heißt – und der Club freut sich über Aufwind und wachsendes Interesse. Auch davon berichteten Präsident und Geschäftsführer jetzt im Rahmen der 40. offenen Jugendsegelwoche für „Optimisten“- und Jollen-Segler – weil Sport auf dem Möhnesee wieder erlaubt ist, brauchte sie nicht auszufallen. 13 Kinder und Jugendliche meldeten sich an, davon neun aus dem Club. Aust: „Wir hatten 26 Plätze frei für das Training mit unserem Jugendwart Ditmar Kreutzmann. Für die kurze Vorlaufzeit, weil wir ja wegen Corona nichts planen konnten, ist das ganz gut.“ 

Dann zeigt er an der Steganlage stolz auf einen Neuzugang, die erste eigene „J70“, ein flottes Wettkampfboot aus zweiter Hand für den Bundesligabetrieb – der Club aus Delecke fährt in dieser Klasse erfolgreich mit den Junioren in der 2. Bundesliga mit und hat neben einem ausgeliehenen Boot aus Wamel jetzt endlich ein eigenes fürs Training. „Wir könnten sogar noch eines gebrauchen, so groß ist im Moment das Interesse“, freut sich der Präsident. 

Hälfte des Preises

Die Anschaffung der „J70“ war ein Kraftakt, und den haben die Segler vor allem mit der Volksbank gewuppt und mit deren Internetplattform fürs Spendensammeln: Neu hätte so ein Boot locker 60 000 Euro gekostet, die neue J70 heißt „Seven Oceans“ und kam gebraucht für die Hälfte des Preises auf den Hänger, den es sogar geschenkt dazu gab. „Gut verhandelt“, sagt Aust. 23 000 Euro brachte die Schwarmfinanzierung über die Volksbank ein, die Bürgerstiftung Hellweg gab 3000 Euro dazu. „Das alles hat uns enorm geholfen.“ 

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Die schönen Geschichten setzen sich fort: Bei einer geselligen „Midsomar“-Aktion am 20. Juni waren 20 Boote auf dem Wasser, und die Segler und ihre Gäste sammelten Geld ein für die Bürgerstiftung Hellweg und deren „Talent Company“, damit Jugendliche in Soest den Übergang von der Schule ins Berufsleben besser hinbekommen. Der Club stockte auf – auf dem Scheck standen so 555 Euro. 

Damit auch dem Segelclub die Talente nie ausgehen, rührt natürlich auch Rolf Weinhold die Werbetrommel: „Wer Lust aufs Segeln hat, ist bei uns genau richtig. Der Kontakt klappt am besten per Mail an ycm@ycm.de.“

Pläne für 2021

Präsident Erich-Thomas Aust hat schon Pläne fürs nächste Jahr: „Wir wollen neben dem Jugend- und Breitensport den Regattasport nach vorne bringen – neben dem bisherigen Touren- und Wochenendsegeln. Und wir wollen Segeln als Sport für Menschen mit Behinderungen in den Fokus rücken.“

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