Aufforstung durch Aufkauf: SPD-Fraktion schlägt Hilfe für Waldbauern vor

+
Die Borkenkäferplage rafft derzeit nahezu alle Fichten dahin, die jungen Fichtenbäume bleiben verschont.

Möhnesee – In die Verfärbung des Herbstwaldes am Möhnesee mischt sich in diesem Jahr eine sehr unschöne Farbe. Das stumpfe Braun der abgestorbenen Fichtenwipfel ist nirgends zu übersehen, Experten rechnen damit, dass die Fichtenbestände Ende nächsten Jahres fast vollständig verschwunden sein werden. Auch die Gemeinde ist mit ihren Waldflächen davon betroffen, wie die Kalkulation 2020 für die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes zeigt.

Einnahmen von 76 000 Euro stehen bis zu 214 000 Euro an Ausgaben gegenüber. Die Holzpreise decken voraussichtlich nicht einmal die Kosten für den Einschlag und das Rücken, berichtet die Vorlage für den Hauptausschuss, wie viel an Käferholz eingeschlagen werden muss, sei noch nicht absehbar, die Kosten für die Holzernte seien daher vorzufinanzieren. So wie der Gemeinde ergeht es vielen Waldbauern, die in der Vergangenheit auf Fichtenkulturen gesetzt haben. 

Die SPD-Fraktion hat deshalb für die Sitzung des Hauptausschusses ein Modell vorgelegt, wie den Waldbauern, insbesondere den Eigentümern kleinerer Parzellen, geholfen werden könnte. Auch hier gelte, so die SPD, dass der Holzverkauf kaum die Kosten für den Einschlag und das Rücken abdecken, zusätzlich müssten die Kosten für die Aufforstung aufgebracht werden. Die SPD-Fraktion schlägt daher vor, den Waldbauern die leer geräumten Waldflächen für einen Preis von einem Euro pro Quadratmeter, gleich 10 000 Euro je Hektar, abzukaufen. 

Wegen der erheblichen Kosten für die Wiederaufforstung will die SPD-Fraktion den Waldbauern durch ein spezielles Ankaufmodell helfen.

Gleichzeitig soll den Eigentümern ein Rückkaufsrecht eingeräumt werden, wobei die Preisstaffelung so gestaltet werden soll, dass die von der Gemeinde aufgewendeten Ausgaben für Aufforstung, Gatterung und Pflege wieder abgedeckt werden. Beispielsweise würde der festgesetzte Preis für den Rückkauf nach vier Jahren 16 500 Euro je Hektar betragen; in der Folgezeit würde der Rückkaufspreis pro Jahr um 2 Prozent steigen. Das Rückkaufsrecht soll jedoch auf zehn Jahre befristet bleiben, danach soll die Preisfindung dem Markt überlassen werden. 

Vorgeschlagen wird, dass das Programm zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren beschlossen wird, pro Jahr soll im Gemeindehaushalt ein Finanzbedarf von 120 000 Euro berücksichtigt werden. Diese Summe würde anfangs hauptsächlich für den Anlauf, später auch für die Aufforstung und Pflege eingesetzt werden. Der Aufwand für die Pflege, der von 10 000 Euro im zweiten auf 27 000 Euro im fünften Jahr ansteigt, würde im Gemeindehaushalt negativ zu Buche schlagen. Der weitaus größte Teil der Ausgaben würde jedoch in Grundvermögen investiert und somit das jeweilige Jahresergebnis des Gemeindehaushalts nicht belasten. 

Pflicht zur Wiederaufforstung

Paragraf 44 Landesforstgesetz Nordrhein-Westfalen gibt analog zu Paragraf 11  Bundeswaldgesetz eine Pflicht zur Wiederaufforstung von Waldflächen innerhalb von zwei Jahren vor, falls nicht eine andere Nutzungsart genehmigt oder zulässig ist. Im Einzelfall kann als Wiederaufforstung auch die Naturverjüngung zugelassen werden. Eingeschlossen ist auch die Verpflichtung, die Kulturen und Verjüngungen zu pflegen. 

Kommt ein Waldbesitzer den Verpflichtungen nicht nach, kann die Forstbehörde die erforderlichen Maßnahmen anordnen. Die Forstbehörde kann die Pflicht zur Wiederaufforstung aber auch aussetzen, wenn die fristgemäße Wiederaufforstung aus bestimmten Gründen nicht zumutbar ist.

Sitzungstermin 

Die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses findet am Donnerstag, 14. November, im Ratssaal statt. Der öffentliche Teil beginnt um 17.30 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare