Bäumepflanzen im Akkord: Fläche bei der Taucherbucht wird aufgeforstet

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Mit den Arbeitern der Forstbaumschule hat Stefan Zimmerling, Forstwirtschaftsmeister vom Ruhrverband (links), in diesen Tagen alle Hände voll zu tun: Mehr als 10 000 Jungpflanzen gilt es auf der Pflanzfläche in die Erde zu bringen.

Möhnesee – Unablässig heult irgendwo einer der fünf Erdbohrer auf, wieder ein Loch, und in 1,50 Meter Abstand folgt der Reihe nach schon das nächste. Lange bleiben die 30 Zentimeter tiefen Löcher nicht offen. Alsbald kommt einer der Helfer von der Forstbaumschule, um eine Jungpflanze einzusetzen, Erde festtreten, wieder ein junger Baum gepflanzt. Mehr als 10 000 Laubbäume sollen innerhalb von eineinhalb Tagen in die Erde, das heißt Baumpflanzen im Akkord.

Die bisherigen Grünflächen zwischen dem Parkplatz Taucherbucht und dem Hevearm des Möhnesee werden in diesen Tagen zu einem größeren Teil aufgeforstet. Jeweils gruppenweise werden je nach Standort verschiedene Laubbaumarten gepflanzt, erläutert Arne Heck, der als Revierleiter des Ruhrverbands für die Aufforstung zuständig ist. 

Drei Hektar der Fläche werden auf diese Weise bepflanzt und zwar mit Traubeneiche, Stieleiche, Walnuss, Kirsche, Bergahorn, Elsbeere und Wildapfel. Hinzu kommen entlang der künftigen Waldränder Heckengehölze wie Schlehe, Holunder, Weißdorn oder Schwarzdorn. 

„Alles heimische Arten aus anerkannter Herkunft“, erklärt Heck. Auf einem weiteren Hektar setzt der Ruhrverband auf natürliche Nachfolge, vornehmlich durch Erlen. Die restlichen Flächen des früher landwirtschaftlich genutzten Areals bleiben offenes Grünland, darunter auch der als „Pornobeach“ bekannte Bereich. 

Die landwirtschaftliche Nutzung, früher als Acker, zuletzt als Grünland, sei nicht ohne Probleme gewesen, sagt Heck. Daher habe der Ruhrverband die Verpachtung aufgegeben, die Aufforstung mit Laubbäumen erscheine mit Blick auf die Talsperre als sinnvolle Lösung. „Wald ist ein idealer Partner für das Wasser“, erklärt Heck: „Aus unserer Sicht ist das in Verbindung mit dem Erhalt des Grünlandes eine ökologische Aufwertung der Fläche.“ 

Für eine möglichst gute Artenvielfalt soll unter anderem die Gestaltung eines abgestuften Waldrands aus Sträuchern und Heckengehölzen sorgen. Am Waldrand wird sich zudem eine Krautschicht entwickeln, dies diene Insekten und Vögeln gleichermaßen. 

Gegen den Verbiss der drei Jahre alten Bäume wird nach dem Einpflanzen ein Schutzmittel aufgetragen. Gegen Schwarzwild, das die Jungpflanzen aus reiner Neugier mit dem Rüssel ausgraben könnte, werden Duftstoffe zur Vergrämung eingesetzt. Auf diese Weise hofft der Verband, den Bau eines Zaunes vermeiden zu können. 

Gleichwohl werde es wichtig sein, die Fläche zunächst regelmäßig zu kontrollieren, erläutert Forstwirtschaftsmeister Stefan Zimmerling vom Ruhrverband. Einschlägige Pflegemaßnahmen werden in der Zukunft sicher ebenfalls fällig. Ansonsten zählt der Faktor Zeit: In Jahrzehnten, wenn längst die nächsten Generationen am Zuge sind, dürfte hier ein stattlicher Laubmischwald stehen.

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