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Anwohner wundern sich über brennenden Strauchschnitt

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Der Bauhof schichtete in Wamel Baum- und Strauchschnitt auf und verbrannte diesen.
Der Bauhof schichtete in Wamel Baum- und Strauchschnitt auf und verbrannte diesen. © Dahm

MÖHNESEE - Der Winter ist auch die Zeit für den Pflegeschnitt bei Bäumen und Sträuchern. Insoweit war der Einsatz des Bauhofs der Gemeinde gestern Mittag in Wamel sicher in Ordnung. Dennoch kam die Aktion manchem Einwohner etwas anrüchig vor, die Mitarbeiter des Bauhofs hatten aus Baum- und Strauchschnitt nämlich kurzerhand einen Haufen aufgeschichtet und verbrannt. Die Qualmwolke strich dank des kräftigen Windes immer wieder mal durchs Dorf, wurde dem Anzeiger berichtet.

Mit Blick auf die einschlägigen Vorschriften stellte sich überdies die Frage, ob diese Vorgehensweise überhaupt zulässig ist.

So bewertet das im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz das früher geduldete Verbrennen von Baumschnitt, Laub oder Pflanzenrückständen außerhalb von genehmigten Verbrennungsanlagen als unzulässige Abfallbeseitigung. Das Verbrennen von Gartenabfällen durch Privatpersonen ist somit nicht zulässig. Außerdem verbietet das Immissionsschutzgesetz des Landes das Verbrennen im Freien. „Ein Privatmann darf das nicht“, bestätigte Hansfriedrich Winter vom Ordnungsamt der Gemeinde.

Aber keine Regel ohne Ausnahme, und die geht beim Strauchschnitt so: Mit einer allgemeinen Verfügung hat die Gemeinde wie andere Kommunen im Kreis auch die Ausnahme zugelassen, dass das Verbrennen von Baum- und Strauchschnitt auf landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen zulässig ist, wenn bestimmte Auflagen eingehalten werden. Dazu gehört, dass ein Mindestabstand von 100 Metern zu Wohngebäuden einzuhalten ist. Auch muss der Baum- und Strauchschnitt auf einer landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Fläche angefallen sein. Und dies sei in Wamel der Fall, so Winter.

Ergänzend wies der Leiter des Ordnungsamtes darauf hin, dass durch den Bauhof nur das verbrannt wird, was schwer zu handhaben ist. Etwa stark dorniges Gestrüpp. Alles andere werde geschreddert und anschließend in dem Holzhackschnitzelheizkraftwerk des Bauhofs verfeuert. - tbg

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