Nur noch vier Monaten

Extremer Zeitdruck: Fördergelder für neue Feuerwehrgerätehäuser an Bedingungen geknüpft

Das Feuerwehrgerätehaus in Körbecke soll durch einen Neubau ersetzt werden.
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Das Feuerwehrgerätehaus in Körbecke soll durch einen Neubau ersetzt werden. Noch ist aber nicht einmal klar, wo genau das gebaut werden wird.

Es brennt bei der Feuerwehr – glücklicherweise nur im übertragenen Sinn: Aber beim Neubau und/oder der Sanierung der beiden Gerätehäuser in Körbecke und Günne zählt jede Sekunde. Nicht, dass die Einsatzbereitschaft gefährdet wäre, es geht um wichtige Fördergelder.

Möhnesee – Der Antrag der SPD im Technikausschuss, von der aktuell gültigen Reihenfolge abzuweichen und statt des Neubaus eines Standortes in Körbecke zuerst die Modernisierung des Gerätehauses in Günne anzugehen, war schnell vom Tisch. Das habe das Gremium bereits zuvor abgelehnt, es gebe keine sachlichen Gründe dafür, diese Entscheidung jetzt „in jeder Sitzung“ wieder in Frage zu stellen, argumentierte Albert Prange (BG) dafür, den Punkt von der Tagesordnung zu streichen. Eine große Mehrheit sah das ähnlich.

Deutlich differenzierter war das Meinungsbild allerdings anschließend bei einem weiteren Antrag zu den beiden Feuerwehrgerätehäusern, in diesem Fall von der FDP eingebracht. Sie wollte die Verwaltung beauftragen, umgehend konkrete Planungen parallel für beide Projekte auf den Weg zu bringen, um noch in den Genuss von Fördergeldern zu kommen: Bis zu 250 000 Euro schießt das Land pro Gebäude zu.

Allerdings, und daran entzündete sich eine Diskussion, sind daran drei wichtige Bedingungen geknüpft – und die haben mit der Antragsfrist 30. September zu tun. Sollen Förderanträge nämlich überhaupt die Chance auf eine Bewilligung haben,

- müssen bis dahin baureife Pläne vorliegen

- muss die Finanzierung des Eigenanteils gesichert sein

- und muss der Baubeginn spätestens sechs Monate nach dem Förderbescheid erfolgen.

„Sportlich“, räumte Antragsteller Tim Behrendt (FDP) ein. „Unmöglich“, winkte Ferdi Eickhoff (CDU) ab. Schließlich sei in Körbecke noch nicht mal eine Entscheidung darüber gefallen, wo das neue Gerätehaus überhaupt gebaut werden soll.

Und auch in Günne gibt es eine Menge Fragezeichen, die es als zumindest zweifelhaft erscheinen lassen, dass dort die Anforderungen an eine Förderung in den kommenden vier Monaten zu erfüllen sind. „Ich verstehe nicht, wie jemand zu der Einschätzung kommen kann, dass dort kurzfristig gebaut werden kann“, wurde Christian Böddeker deutlich.

Der Leiter der Möhneseer Feuerwehr verwies auf den neuen Brandschutzbedarfsplan – der erst im nächsten Jahr fertig wird. In dem könnten sehr wohl Anforderungen an den in die Jahre gekommenen Standort in Günne gestellt werden, die jetzt noch gar nicht absehbar seien – geschweige denn in irgendwelche kurzfristigen Pläne gegossen werden könnten.

Versuchen wollten es die Mitglieder des Technikausschusses dann aber wenigstens doch: Sie sprachen sich für den Antrag aus – zu verlieren hätten sie damit ja schließlich nichts.

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