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Anbaden am Möhnesee: 65 Mutige wagen sich in den See

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Oben die Schaulustigen, unten die Mutigen: Beim Anbaden gibt es traditionell Unterschiede was den Lieblingsstandort betrifft.

Eiskalt und doch ein heißer Wunsch: Das Anbaden am Möhnesee lockte wieder viele Schwimmer - und Schaulustige.

Sturmtief „Sabine“ ist schon mittags eifrig und pustet einem den Kaffee zum Mitnehmen aus dem Becher – für 3 Euro 40 gibt es im Sabemente trotzdem keinen passenden Deckel drauf. Der Mann am Ausschank entschuldigt sich vielmals. Egal: Die Laune ist prächtig so kurz vorm Start zum inzwischen dritten „Anbaden“ am Möhnesee.

Das Schöne an diesem Tag: Der Versuchsballon mausert sich zur Tradition. „Ein fester Termin immer im Januar wäre gut“, sagt Organisator Steven Patzke. 

Er ist einigermaßen zufrieden: 65 Mutige sind da um halb eins am Sonntagmittag. Publikum auch. Nicht so viele wie im letzten Jahr, aber das liegt wohl an „Sabine“ und daran, dass eine Menge Leute jetzt lieber hinterm warmen Ofen sitzen. 

Badesachen an, ab zum Aufwärmen: Strecken, Recken, „Hampelmann“, Liegestütze – und dann im Laufschritt die Treppe runter zum See. „Arschkalt ist es“, sagt eine junge Dame: „Egal: Rein ins Wasser!“

Erstmal schön warm machen: Mit Lockerungsübungen machen sich die Schwimmer bereit fürs eiskalte Vergnügen.

Die Mutigen sind jung und jung geblieben: Alison aus Soest etwa, sie ist 28, ihre Mutter fitte 58. Warum man sich das antut bei sieben Grad draußen und „arschkalt, aber sowas von!“ im Wasser? „Ja warum denn nicht?“, fragt Alison und gibt die Leinen weiter: Brixton und Pino bleiben bei Freundin Anastasia, währen Alison und Mutter in die Fluten sprinten. Michael Kröger, Annika Tschirbs und Michael Betzold vom DLRG-Ortsverein Soest haben ein wachsames Auge auf alle.

Die Mutprobe währt in diesem Jahr nur kurz. Die Strecke rüber zum Anleger an der Sperrmauer ist nicht freigegeben, aus Sicherheitsgründen: Nicht auszudenken, wenn Wind und Wellen jemanden auf die großen Steine drückt, die das Wasser hier begrenzen!

Also geht es nur ein paar wagemutige Schwimmzüge bis zur nächsten Treppe, und das sind wirklich nicht viele Meter. Raus aus dem Wasser, mutig dreinschauen für die Kameras und Handys, Arme recken, dann geht es flott in die Umkleiden und ab in trockene Klamotten. „Ging halt nicht anders“, sagt jemand: „Gesperrt ist gesperrt, aber Hauptsache ist ja, man war drin im Wasser.“ Nächstes Jahr wieder? „Aber klar doch“, sagt ein tropfnasser Steven Patzke. Einen festen Termin gibt es noch nicht, wohl aber die Hoffnung auf besseres Wetter.

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