Knöllchen-Verteilen in Körbecke geht: Nun müssen gleich zwei Neue her

+
Nach 21 Jahren wechselt Peter Wirth vom Rathaus Möhnesee zum Rathaus Warstein.

Möhnesee – Die Kombination dürfte einmalig sein: Erst schrieb er Knöllchen für die Parksünder am Möhnesee, dann wechselte Peter Wirth in die Rolle des Archivars und brachte die alten Akten und Urkunden der Gemeinde auf Vordermann. Jetzt wechselt der 52-Jährige erneut.

Wirth hört in Körbecke auf und geht nach Warstein, um sich dort im Rathaus „neuen Herausforderungen zu stellen“, wie er sagt. 

„Ich bin gelernter Verwaltungsmensch und habe 1998 im Körbecker Rathaus angefangen“, blickt Wirth auf die mehr als zwei Jahrzehnte in Möhnesee zurück. „Ja, es stimmt!, Am Anfang war ich der Mann der Straße.“ Die Aufgaben des Ordnungsamts haben ihn seither nicht losgelassen. 

Doch Wirth war offen und neugierig genug, sich 2000 auf etwas Neues und Zusätzliches einzulassen. „Die haben jemanden gesucht, der historisch interessiert ist.“ Das traf auf ihn allemal zu. Schon zu Hause habe er als kleiner Junge gespannt zugehört, wenn sein Vater etwa die Familiengeschichte ausbreitete: Teile der Familie waren um 1880 in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Einen Bruder des Urgroßvaters verschlug es als Priester sogar nach Brasilien. 

Wirth machte sich denn auch 2000 mit großem Eifer an die alten Akten, die bis dato eher lieblos auf dem Dachboden und im Keller der Gemeindeverwaltung vor sich hindösten. Schon spannend, was dort alles zu finden war: Alte Bemeierungs-Urkunden aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die die Pachtrechte für den Schultenhof in Günne klärten. Die Historie des Jagdschlosses St. Meinolf. Aber auch die Unterlagen für den Bau der Möhnetalsperre vor über hundert Jahren samt der ganzen Enteignungen, die für das Wasserbecken nötig geworden waren. 

Diese einmalige Kombi als Archiv und Ordnungsamt wird es sobald nicht wieder geben im Körbecker Rathaus, sagt Bürgermeister Hans Dicke. Er hat folglich ganz pragmatisch die zwei Seelen in einer Brust getrennt. Weil ein halber Archivar kaum auf den Bäumen wächst, soll nun ein ganzer her. 

Weil das Stellen-Deputat dafür nicht reicht, will sich Dicke den neuen Historiker mit den Gemeinden Ense und Welver teilen. Die haben ebenfalls Bedarf, aber auch nur in Maßen. Gerade in Ense gibt es nicht so viel. 

Womit wir noch mal bei der Möhnetalsperre wären. Beim Bombenangriff auf die Staumauer gegen Kriegsende flutete die fürchterliche Welle auch das Rathaus in Niederense und spülte den Papierschatz davon. 

Was die andere, die Ordnungs-Hälfte angeht, hat Dicke ebenfalls Ersatz besorgt: Sebastian Wilmes, Gerätewart bei der Feuerwehr und seit ein paar Jahren schon im Ordnungsamt an Bord.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare