Aktion „Zwei Stunden Zeit“ feiert 40-Jähriges

MOEHNESEE -  „Ich kann sagen, dass die Gelder vor Ort auch wirklich ankommen“, sagte Verena Odera – früher Daners – vor den Aktiven der Aktion „Zwei Stunden Zeit“, die am Mittwochabend zur Hauptversammlung im Ludwig-Kleffmann-Haus tagten.

Regen fällt in der heißen Steppe selten – und wenn, sind die Flussläufe ebenso schnell wieder ausgetrocknet, wie sie vom Sturzregen zu reißenden Strömen angeschwollen sind. Zur Sisyphusarbeit wird daher das Dauerprojekt von Pater Avelino, der mit seiner Missionsgemeinschaft die Menschen viele kleine Staudämme errichten lässt, um langfristig die Lebensverhältnisse der Turkana zu verbessern.

Verena Odera und viele Aktive aus Günne unterstützen die Arbeit des Paters seit vielen Jahren. Seit Mittwoch stehen die Menschen in Kenia auch auf der Agenda der Aktion „Zwei Stunden Zeit“. Impulse wolle man geben, sagte Wilfried Stichmann dazu, deshalb werde das übers Jahr hereingekommene Geld auch auf viele Projekte verteilt – stets in der Hoffnung, dass das Vorbild weitere Nachahmer findet.

Profitieren sollen daher bei den kommenden Ausschüttungen ein Kindergartenprojekt auf einer Insel am Turkana-See, Pastor Anthony Vazhakoottathil und sein Schulprojekt in Alleppey im südindischen Staat Tamilnadu. Auch dieses Projekt wird von Günne aus unterstützt: Der Verein „Indische Frauen in Not“ ist hier seit Jahren aktiv. Daneben sollen wieder die Jürgen-Wahn-Stiftung, der Verein Archemed und die Riga-Hilfe mit Zuwendungen unterstützt werden.

Dass der Batzen Geld, der sich verteilen ließe, um ein Vielfaches größer sein könnte, wenn denn eine pingelige Verwaltung die Aktiven mit ihrer weit über die Region hinaus bekannten Osterausstellung nicht vor Jahren aus dem Haus des Gastes gescheucht hätte, Professor Stichmann wies natürlich in seinem Jahresbericht darauf hin: Es liege nicht an den Ehrenamtlichen, dass man nicht viel mehr unglücklichen Menschen helfen könne.

In Zahlen bedeutet das: Im vergangenen Jahr wurden aus Einnahmen von etwas mehr als 28 000 Euro knapp über 26 000 Euro auf 15 Projekte verteilt: Archemed, Jürgen-Wahn-Stiftung, das Deutsche Aussätzigen-Hilfswerk, die Suppen-Küchen der Albertiner in Krakau, Taifun-Opfer auf den Philippinen, das Frauen-Projekt von Erika Bhanji in Tansania, die Riga-Hilfe, die Soester Tafel, das Frauenhaus in Soest und nicht zuletzt die Flutopfer an der Elbe profitierten. Dazu wurden für die Verteilung in der Gemeinde Weihnachtspäckchen gepackt, nach Kasama gingen wieder paketeweise Brillen, nach Bethel etliche Kilo an Postwertzeichen – darunter auch immer wieder schöne Raritäten.

„Ganz nebenbei“ organisierten die Aktiven auch im abgelaufenen Jahr wieder die Seniorennachmittage. Seit 40 Jahren gibt es „Zwei Stunden Zeit“ in diesem Jahr, solange übernehmen die Aktiven die ehemals gemeindliche Aufgabe. „Nicht ein Seniorennachmittag ist bislang ausgefallen“, sagt Professor Stichmann in seinem Bericht. 480 seien es bislang gewesen, 120 Ausflüge habe man bislang mit den betagten Gästen unternommen: Bis auf eine ältere Dame, die beim Besuch in Bethel lieber in eine Disco entschwand, sei dabei nie jemand verloren gegangen, so Stichmann nicht ohne Schmunzeln.

Zu wählen gab es nichts, alle Berichte wurden einmütig durchgewunken, dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Das Jubiläum in diesem Jahr wird bei der Versammlung gar nicht hoch aufgehängt: Es soll einen Seniorennachmittag mit besonderem Programm und einen ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche geben. Und eine Neuauflage der Broschüre, die erstmals zum 20-Jährigen herauskam.

Die Vorbereitungen für den „Basar der schönen Dinge“ in diesem Jahr am letzten September-Wochenende sind aber deutlich wichtiger: „Da steht uns viel, viel Bastelarbeit ins Haus“, sagt Ursula Stichmann-Marny: „Wir wollen doch unsere Besucher nicht enttäuschen...“. - brü

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare