Aktion Stamm-Baum: Paten kuscheln mit ihrem Baum

+
Für einen Berg-Ahorn hat die Hausarzt-Praxis die Patenschaft übernommen: Dr. Dirk Friedrich (Mitte, blaue Jacke), Tochter Dr. Ute Friedrich-Pagels (gelbe Jacke), deren Praxis-Partner Markus Adler (orange Jacke), Verena von Bockum-Dolffs (links) und Florens von Bockum-Dolffs (rechts) und das Praxis-Team sind von der Aktion begeistert.

Völlinghausen – Wenn man aus dem Oberdorf kommt, dann geht es an der Hauptstraße rechts in Richtung Stockum, und schon kurz danach rechts in den Wald, auf einen Weg, an dem viele achtlos vorbeifahren: Das „Eiserne Tor“ ist hier der Zugang zum Wald der Familien von Bockum-Dolffs. Herein spazieren, abschalten und die Natur erleben, das ist hier ausdrücklich erwünscht: Der Wald ist frei für jeden.

Allerdings: Rauchen, Feuer, Campen, das ist hier nicht erlaubt. Kuscheln schon, denn da tut sich was, wenn man Bäume mal feste drückt und dabei die Augen schließt, davon sind nicht nur Florens und Verena von Bockum-Dolffs überzeugt. 

Die beiden starten in Möhnesee ein Projekt, das von Bayern aus im Franchise-Verfahren Exklusiv-Partner in ganz Deutschland findet: „Stamm-Baum“ ist jetzt auch in Völlinghausen die Einladung an alle, eine Patenschaft auf Zeit für einen Bestandsbaum zu übernehmen oder aber einen neuen Baum zu pflanzen und dafür die Patenschaft zu übernehmen. 

„Die Einnahmen aus dem Projekt dienen dazu, die Wälder wieder aufzuforsten“, das erläuterte von Bockum-Dolffs jetzt der ersten Gruppe, die sich auf den Weg in den Forst machte, eine Plakette für den Patenbaum im Gepäck: „Medicus curat, natura sanat“ steht darauf, und das heißt aus dem Lateinischen übersetzt „Der Arzt behandelt, die Natur heilt“. 

Zugeschrieben wird der Ausspruch dem griechischen Arzt Hippokrates von Kos. „Selbst, wenn er’s nicht gesagt hat – Hippokrates geht immer“, witzelte Dr. Dirk Friedrich. Der Senior und Gründer einer bekannten Soester Hausarztpraxis, früher am Paradieser Weg, heute am Jakobitor, feierte im Wald zusammen mit Tochter und Nachfolgerin Dr. Ute Friedrich-Pagels, deren Praxis-Partner Markus Adler und dem aktuellen Team 40 Jahre praktische Hilfe am Nächsten bei Beschwerden aller Art. 

Stunde im Wald als echte Erholung

„Die Stunde hier im Wald, das ist eine richtige Erholung“, erzählten Friedrich-Pagels und Adler: „Bei dem aktuellen Andrang durch die Pandemie, da arbeiten wir alle hart am Anschlag.“ Die Idee mit dem Paten-Baum habe alle sofort begeistert: „Das ist unser gemeinsamer grüner Fußabdruck mitten im Wald – wir kommen jetzt öfter hierher zum Entspannen. Einfach mal raus aus dem Stress.“ 

Einen Bergahorn haben sich alle als so genannten Lebens-Baum ausgesucht. „Der Baum, mit dem wir hier und heute den einzigen Stamm-Baum-Wald Möhnesee eröffnen, den einzigen Stamm-Baum-Wald im Umkreis von 30 Kilometern, er ist ganz typisch für unsere Gegend“, erläuterte Florens von Bockum-Dolffs. „30 bis 35 Jahre alt ist er – ihm geht es gut, was man wegen der anhaltenden Trockenheit durch den Klimawandel nicht von allen Bäumen sagen kann.

Dem Wald geht es dramatisch schlecht, es ist eine Naturkatastrophe wie noch nie. Das Aufforsten ist eine Generationen-Aufgabe, und sie ist eine Aufgabe, die viel Geld kosten wird. Alle beim Franchise-Projekt freuen sich deshalb über jede neue Patenschaft.“ Wie die Regeln sind, was die Patenschaft im Einzelfall kostet, das erläutert Familie von Bockum-Dolffs im persönlichen Gespräch. Informationen rund ums Projekt gibt es im Internet auf einer eigenen Seite und auch auf Instagram. 

Wer in Völlinghausen durchs Eiserne Tor den Wald betritt, findet nach wenigen Metern eine große Informationstafel am Wegesrand, für alle Freunde smarter Informationen auch mit einem modernen QR-Code versehen: Einscannen und lossurfen. Wobei: Handy aus, Baum aussuchen, und umarmen, Augen zu und ganz tief einatmen – wer braucht da noch weitere Informationen?

Mehr unter www.stammbaum.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare