Neue Gesprächsrunde mit Flüchtlingen kommt gut an

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Die Lippborger Veranstalter vom Arbeitskreis Asyl sind zufrieden mit der Resonanz auf das neue Gesprächsangebot.

Mehrmals hat sich nun schon der neue Gesprächskreis zwischen Flüchtlingen und Lippetalern getroffen. Schon die Gründungsveranstaltung am 10. Januar war aus Sicht der Veranstalter ein „voller Erfolg“.

 „Der Abend ist super angenommen worden. Insgesamt waren wir 16 Leute, davon acht Flüchtlinge aus Lippborg und Oestinghausen, die in unserer Gemeinde leben“, freut sich Berthold Stuhrmann vom Arbeitskreis Asyl, der den Gesprächskreis ins Leben gerufen hat. „Am Abend wurde nur deutsch gesprochen“, so Stuhrmann. 

Ziel des neuen Kreises ist, dass Lippetaler und Geflüchtete sich näher kommen, dass man mehr von den gegenseitigen Traditionen und Kulturen erfährt und dass die Flüchtlinge durch die Gespräche besser deutsch sprechen lernen. „Es war wirklich ein interessanter Abend, bei dem man sehr viel über das Leben und die Gesellschaft der anderen erfahren hat“, so Stuhrmann, der selber in früheren Jahren als Freiwilliger in der Entwicklungshilfe in Südamerika tätig war. Die teilnehmenden Flüchtlinge stammen aus Ägypten, dem Irak und Iran, aus Afghanistan und Syrien. 

Den Flüchtlingen wurden Wörter mit einer doppelten Bedeutung erklärt, wie zum das Wort „Bank“, das ein Geldinstitut oder auch eine Sitzbank sein kann. Zunächst hat sich jeder vorgestellt. „Dann habe ich die Veranstaltung wie eine Art Talkshow aufgezogen, bei der jeder etwas gefragt wurde und die Leute ins Gespräch kamen.“ Die Gesprächskreise finden jetzt jeden Donnerstag im Pfarrheim in Lippborg statt. „Es kann kommen, wer möchte. Der Jüngste unter den Flüchtlingen ist erst seit acht Monaten in Deutschland, der Älteste schon dreieinhalb Jahre“, sagt Stuhrmann, der früher als Freiwilliger in der Entwicklungshilfe in Südamerika unterwegs war.

 „Der Jüngste will Elektriker werden, ich werde versuchen, ihn dabei zu unterstützen.“ Am vergangenen Donnerstag wurde das Leben der Frauen stärker in den Fokus gerückt. Was sie kochen, wie sie kochen, wie ihre Küche aussieht. „Ein sehr großes Problem für die Geflüchteten in unserer Gemeinde ist, dass sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur unzureichend in die Städte wie Soest und Beckum kommen. Ich versuche, das mit privaten Autos zu organisieren, dass Leute, die eh in die Stadt fahren, sie mitnehmen“, sagt Stuhrmann.

 Im Sommer sei das weniger ein Problem, denn dann werden Fahrräder genutzt. Im Winter sei die Witterung zu schlecht und die Fahrt schlichtweg zu gefährlich. Stuhrmann bilanziert: „Ich habe selbst nicht damit gerechnet, dass der Gesprächskreis so eine große Resonanz hat und bin begeistert.“ Nicht umsonst habe der Arbeitskreis Asyl im Jahr 2017 den Ehrenamtspreis erhalten.

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