Die Lippe kommt ins Fernsehen - und Lippetal spielt eine Hauptrolle

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Ulf Marquardt hat den Film über die Lippe gedreht.

Lippetal - Die Lippe wird Filmstar - und Lippetal hat eine Hauptrolle. Am Dienstag, 16. April, wird die Naturdokumentation im Fernsehen gezeigt.

„Dass die Lippe eine spektakuläre Unterwasserwelt präsentiert, hat mich überrascht“, sagt Ulf Marquardt, Autor, Regisseur und Produzent von Filmen über Natur- und Wissenschaft. Er hat den 45-minütigen Dokumentarfilm „An den Ufern der Lippe“ gedreht, den das WDR-Fernsehen am kommenden Dienstag, 16. April, ab 20.15 Uhr ausstrahlt. 

Ein großer Teil des Materials entstand in der Lippeaue und in den Naturschutzgebieten in Lippetal zwischen Lippstadt-Hellinghausen und Hamm. Der Film folgt dem Verlauf der Lippe von der zubetonierten Quelle in Bad Lippspringe bis zur Mündung bei Wesel, wo das Lippe-Delta in einer Auenlandschaft in den Rhein fließt. „Wer die Lippe als träge dahinfließendes, trübes Gewässer kennt, der wird überrascht sein, wie wunderschön sie oft aussieht“, sagt der Filmemacher, der unter anderem auch für arte oder 3sat Filme dreht. So hat Marquardt auch einen Kameramann unter Wasser geschickt, dabei sind spektakuläre Aufnahmen von der Sohle der Lippe entstanden. 

Unbekannte Einblicke

Das Wasser entpuppte sich bei den Dreharbeiten im Juli 2018 als besonders klar. So gibt der Film bislang unbekannte Einblicke in die Unterwasserwelt. Im Film geht es natürlich um die Störche, die seit einigen Jahren wieder längs der Lippe nisten und viele andere Wasservögel wie Kanada-, Nil- und Blassgänse, Schwäne, Eisvögel und viele mehr. 

Storch feiert Comeback

Der Storch feiert in NRW ein Comeback: Nur drei Brutpaare gab es im Jahr 1991, 2018 wurden schon über 260 gezählt – viele davon in den Lippeauen. Natürlich kommen auch die Koniks vor, die Wildpferde aus der Hellinghäuser- und der Klostermersch bei Benninghausen und Eickelborn oder die Auerochsen, die die ABU hier eingestellt hat, um die Auenlandschaft nicht zuwachsen zu lassen. Auch eine Kameradrohne kam zum Einsatz, die Luftbilder von der mäandernden Lippe, zum Beispiel bei Wulff-Anepoth nahe Lippborg und Hultrop, aufgenommen hat. Deren Benutzung über Naturschutzgebieten ist eigentlich verboten.

Ausnahmeregelung für Dreharbeiten

Für die Dreharbeiten gab es eine Ausnahmegenehmigung. Reiher-Versammlungen und Blutweiderich in der Disselmersch, Biberspuren und Bilder des Großnagers und auch Fische im klaren Wasser zeigt der Film, spart aber auch nicht aus, dass es westlich von Lünen bergab geht mit der Wasserqualität. Nitrat im Oberlauf und Grubenwasser im Unterlauf gefährden immer noch die Flora und Fauna am Fluss, dessen Fischarten-Reichtum von Forelle bis Quappe und ab und zu auch bis zum Lachs zwischen Lippspringe und Lünen wieder stark zugenommen hat. 

Das Ende der Geschichte: Bei Wesel mündet die Lippe in den Rhein. Kurz vorher durchfließt sie eine Auenlandschaft, die vor einigen Jahren angelegt wurde und die sich zu einem Treffpunkt tausender Zugvögel entwickelt hat. Und auch der Fischotter dürfte noch Erwähnung finden. Gefilmt hat ihn das Team von Ulf Marquardt zwar nicht, aber seine Hinterlassenschaften identifiziert.

"Wo es früher stank und dampfte"

„Ich hätte ja nie gedacht, jemals einen Film über die Lippe zu drehen – etwa 30 Jahre lang habe ich in verschiedenen Städten an den Ufern der Lippe gelebt, aber als Filmstoff kam mir dieses trübe, miefige Gewässer nie in den Sinn“, sagt Ulf Marquardt. „Als dann der WDR anfragte, ob mir eine Naturfilm-Story einfallen würde, die in NRW spielt, bin ich tatsächlich in der Lippe fündig geworden.“ 

Fluss hat sich sehr verändert

Der Fluss habe sich in den vergangenen 30 Jahren sehr verändert, so Marquardt. „Wo es früher stank und dampfte, leben heute Eisvögel und Störche, der Biber ist nach 200 Jahren an die Lippe zurück gekehrt, und Biologen fangen hier manchmal sogar Lachse. Nicht jedes seltene Tier haben wir während der zwei Jahre dauernden Dreharbeiten vor die Kamera bekommen.“Aber trotzdem sei „An den Ufern der Lippe“ ein wunderschöner Film voller Überraschungen geworden.

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