Laufenten inspirieren Künstler

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Kunst in Aktion: Die Laufente aus Beton hat Christiane Stein bei den lebendigen Exemplaren abgeschaut.

Lippetal – „Da lachen ja die Enten“, kichert der Kunstfreund beim Besuch des Ateliers „Kunst auf der Deele“ am Dabrock 3 in der Bauerschaft Brönicke. Eine blasse Nachbildung einer Laufente aus Beton steht auf der Wiese und ringsherum tummeln sich die lebendigen Artgenossen.

Eine schnelle Performance haben die Künstler Christiane und Manfred Stein inszeniert, um ihr künstlerisches ländliches Projekt samt Tierleben auch für das Pressefoto anschaulich zu machen. Die erste Begegnung mit der Gemeinde Lippetal war die Marktwiese mit Viehverkauf beim Lippborger Markt. In der Zeitung suchten sie später nach einem Resthof in der Nähe und bekamen genau ein Angebot: 

"Wo sich Fuchs un Hase gute Nacht sagen"

Das kleine Anwesen im Außenbereich bei Brönicke. Eine Besichtigung reichte aus: „Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, das wird unser neues Zuhause mit Kunstatelier“, sagten sich die Steins. 

Seither entwickeln, renovieren und modernisieren Christiane und Manfred ihr ländliches Idyll vom Erdboden bis zum Dach samt der Möglichkeiten, Kunst zu leben, zu machen zu vermitteln, denn viele Kunstfreunde haben sich hier schon inspirieren und weiterbilden lassen – auch bei ganz praktischen Kunstkursen. 

Inspiriert von Tieren und der Natur

Sie selbst lassen sich am liebsten von der Natur und ihren Tieren inspirieren. „Wir haben schon sehr viele lustige Geschichten mit unseren Hunden, Katzen, Schafen, Hühnern und Enten erlebt“, sagt die Künstlerin. In diesem Jahr haben die Enten die Hauptrolle. Die indischen Laufenten haben sich geradezu Explosionsartig vermehrt. Das spiegelt sich nicht nur auf dem Speiseplan der Steins wider, sondern auch im Garten. Hier kündet jetzt eine Enten-Figur aus Beton von der Entenschwemme. Tierische Geschichten lieferten auch die Haushündin, die es schaffte, sich aus dem Zwinger in die Wohnung zu schleichen und die Katze, die sich beim Umzug demonstrativ in eine Transportbox schmiegte, um bloß nicht zurückgelassen zu werden. 

Waschbär, Schafe und keine Ziegen

Weitere Episoden, die Anlass zu künstlerischem Wirken gaben, waren ein Waschbär auf dem Dach und die Nolana-Schafe auf der Weide. Eigentlich wollten die Steins auch immer schon Ziegen halten, das haben sie aber bisher wegen der hohen Auflagen bei der Milchproduktion lieber bleiben lassen. 

Auf Gemälden und Fotos, auf Postkarten und Grafiken und vor allem Plastiken haben die Steins ihre Geschichten künstlerisch umgesetzt. Zum zehnjährigen Bestehen des Ateliers haben sie daher eine große Ausstellung zusammengestellt, die dieses Jahrzehnt in einer Rückblende dokumentiert. In der Zeit haben die Steins sich in Brönicke gut eingelebt. Sie seien toll aufgenommen, sagen sie: „Wir haben es super getroffen, wenn man Hilfe braucht, sind die Nachbarn zur Stelle – dafür sagen wir danke!“

Künstlerin und Bewerbungscoach

Christiane Stein ist Künstlerin, Kunsttherapeutin und Erzieherin, einige ihrer Spezialitäten sind der Skulpturenbau mit Beton sowie bildnerische Darstellungen (Acryl, Collage, Zeichnung, Aquarell, Druckverfahren). In der ruhigen Idylle lebt sie ihre künstlerischen Ambitionen aus. Stein: „Jede Zeit hat für mich ihr eigenes Material, ich male, zeichne und modelliere, was meine Seele bewegt.“ Als Künstlerin und Kunsttherapeutin bietet sie interessierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein vielfältiges Programm rund um das künstlerische Gestalten. Manfred Stein arbeitet als Bewerbungs-Coach und Unternehmensberater. Zudem hat er als Autor das Buch „Das Bewerbungs-Dreieck“ verfasst. Als Hobby hat er sich die Fotografie ausgesucht.

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