Deshalb gibt es künftig weniger verkaufsoffene Sonntage in Lippborg

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Das Maibaumaufstellen in Lippborg wird künftig nicht mehr von einem verkaufsoffenen Sonntag begleitet

Lippborg – Vier verkaufsoffene Sonntage gab es in den vergangenen Jahren in Lippborg. Künftig wird es nur noch die Hälfte geben – wenn überhaupt. Das wurde jetzt bei der Versammlung des Gewerbevereins deutlich.

Gründe dafür liegen in einer neuen gesetzliche Regelung des Landes, die ab diesem Jahr gilt und der grundsätzlich ablehnenden Haltung der Gewerkschaft Verdi gegenüber der Sonntagsöffnung von Geschäften. 

Bis dato sei der verkaufsoffene Sonntag beim „Lippborger Markt“ am 25. August der einzige, für den eine Genehmigung vorliege, sagte die Vorsitzende Eva Brentrup bei der Versammlung des Gewerbevereins. Die weiteren verkaufsoffenen Sonntage scheiterten am Einspruch der Gewerkschaft Verdi. Zumindest für den zweiten Adventssonntag, an dem die Geschäfte in Verbindung mit dem Weihnachtsmarkt öffnen sollten, gibt es aber noch Hoffnung: Hier sei der Gewerbeverein in Abstimmung mit der Gemeinde darüber einig, einen erneuten Vorstoß zu wagen, so Brentrup. 

"Moonlight-Shopping" als Alternative?

Klar sei hingegen, dass die verkaufsoffenen Sonntage im Zusammenhang mit dem Maibaumaufstellen und der Entenrallye Ende April und mit Erntedank Ende Oktober nicht stattfinden. Eine von den Mitgliedern als mögliche Alternative vorgebrachte Idee, stattdessen künftig „Moonlight-Shoppings“ durchzuführen, soll im kleinen Kreis weiter erörtert werden. 

Bürgermeister Matthias Lürbke bestätigte die Entwicklung auf Anfrage. Grundsätzlich entscheide der Rat über die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage. Und bislang hätten die vier verkaufsoffenen Sonntage auf Grundlage einer Verordnung der Gemeinde stattfinden können. Doch die sei seit 1. Januar aufgrund einer Neuregelung des Landes gegenstandslos, erläuterte Lürbke. 

Nur Lippborger Markt ist unproblematisch

Künftig dürften nur noch verkaufsoffene Sonntage durchgeführt werden, wenn der eigentliche Anlass eine Traditionsveranstaltung oder ein Brauchtum ist. Die Veranstaltung müsse nachweisbar der Besuchermagnet sein, nicht der verkaufsoffene Sonntag. Beim Lippborger Markt sei das unproblematisch, so Lürbke. 

Doch die verkaufsoffenen Sonntage im Frühling und Herbst „haben so rechtlich keine Chance auf Bestand“. Denn die Neuregelung des Landes sieht auch vor, dass die Gemeinde Beteiligte in ihre Pläne einbeziehen muss. Und dazu gehören neben Kirchen und Kammern auch die Gewerkschaft Verdi. Und die hat bei drei von vier Sonntagen eine Absage erteilt. 

In anderen Fällen hat Verdi geklagt

Die verkaufsoffenen Sonntage einfach trotzdem durchzuführen, berge ein großes Risiko. Schließlich habe Verdi bereits in anderen Fällen gegen verkaufsoffene Sonntage geklagt und diese damit verhindert. Beim Weihnachtsmarkt, so hofft Lürbke, könnten Gemeinde und Gewerbeverein die Gewerkschaft in einem zweiten Versuch vielleicht aber noch umstimmen. 

"Internet müsste sonntags auch abgestellt werden"

Eva Brentrup findet das Ganze „sehr traurig“: „Eigentlich müsste das Internet dann auch sonntags abgestellt werden“. Zumal es bemerkenswert sei, dass so ein kleiner Ort, das überhaupt über die ganzen Jahre auf die Beine gestellt hat. Den verkaufsoffenen Sonntag im Zusammenhang mit der Entenrallye und dem Maibaumaufstellen gebe es immerhin seit 1998. Ob dieses bunte Fest, an dem auch die Kindergärten beteiligt waren, auch ohne verkaufsoffenen Sonntag stattfinden wird, sei noch nicht abschließen geklärt.

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