Familie Willenbrink legt Expansionspläne für Gasthof auf Eis

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Ein starkes Familien-Team, das so aber nicht mehr lange zusammen arbeiten wird (von links): Josef, Andreas, Gabriele und Sarike Willenbrink.

Lippborg – Große Sprüche sind eigentlich nicht sein Ding – wenn Josef Willenbrink den Mund voll nimmt, dann am liebsten, um zu probieren, was er da wieder Leckeres für die Gäste seines Gasthofes gezaubert hat. Aber zwei Dinge kann er im Gespräch mit dem Anzeiger dann doch versprechen: Auch nach 230 Jahren hat der Traditionsbetrieb mitten in Lippborg eine Zukunft, und für die haben er und seine Frau Gabriele noch viel vor. Expansionspläne, die mit dem Einstieg der nächsten Generation geschmiedet worden waren, sind allerdings ad acta gelegt worden. 

Sohn Andreas Willenbrink und seine Ehefrau Sarike, beide studierte Fachleute in Sachen Gastronomiemanagement, hatten vor knapp drei Jahren die Chance genutzt und das ehemalige Gasthaus Hagedorn in der unmittelbaren Nachbarschaft des elterlichen Betriebes erworben. Damit, so die damaligen Pläne, sollten die Kapazitäten für eine umfassende Ausweitung der gastronomischen Angebote des Landgasthauses Willenbrink geschaffen werden, um den Betrieb mit seinen insgesamt rund 20 Mitarbeitern zukunftsfest zu machen. 

Diese Pläne haben sich jetzt zerschlagen: „Unsere intensiven Recherchen und Berechnungen in den vergangenen Monaten haben ergeben, dass sich unsere Visionen für die Entwicklung des Gasthofes wirtschaftlich nicht realisieren lassen“, erklärt Andreas Willenbrink. „Erstklassige Qualität, guter Service und ein besonderes Ambiente sind kostspielig“, fügt er hinzu – das gelte auch für die aufwendigen Baumaßnahmen, die sowohl im Stammhaus als auch in den Immobilien des ehemaligen Gasthofes Hagedorn nötig geworden wären. 

Es sei eine „alles andere als leichte Entscheidung“ gewesen, räumt er ein, diese Pläne zurückzunehmen – und sich in den kommenden Monaten auf zu neuen beruflichen Ufern außerhalb des elterlichen Betriebes zu machen. 

Alles andere als leicht ist die Entwicklung natürlich auch für Josef und Gabriele Willenbrink, für die sich mit dem Einstieg von Sohn und Schwiegertochter die Perspektive eröffnet hatte, den Betrieb geordnet an die nächste Generation übergeben zu können. „Wir haben gesehen, mit welcher Leidenschaft und Lust, aber auch Ernsthaftigkeit und Sorgfalt die beiden an die Aufgabe gegangen sind, hier etwas Neues aufzubauen“, erklärt der 59-Jährige. 

So bedauerlich es sicher sei, dass die Expansionspläne nun in der Schublade verschwinden würden, so verständlich sei das aber auch. „Wenn man zu dem Schluss kommt, dass das wirtschaftliche Risiko einfach zu groß ist, dann ist es absolut vernünftig, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen“. 

Spuren hat der Nachwuchs in den vergangenen Jahren ohnehin bereits hinterlassen: Im „Höffchen“ wurde eine neue Außengastronomie entwickelt, inklusive eines kleinen Parks mit altem Baumbestand und Aussicht auf die Lippeauen. Neben dem täglichen Biergartengeschäft finden hier Empfänge und Feiern aller Art sowie Musikabende statt. 

„Wir freuen uns über diese Impulse“, versichern Josef und Gabriele Willenbrink, „sie eröffnen neue Chancen“. Und die, das versprechen die beiden dann doch noch einmal vollmundig, würden wie in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder genutzt werden.

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