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Wildschwein und Waschbär: Das war die Jagdsaison

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Zufrieden zeigten sich die Teilnehmer der letzten Niederwild-Treibjagd 2014 mit der Jagdsaison. Die gesteckten Ziele seien erreicht worden, so Hegerings-Leiter Wilhelm Strunk.
Zufrieden zeigten sich die Teilnehmer der letzten Niederwild-Treibjagd 2014 mit der Jagdsaison. Die gesteckten Ziele seien erreicht worden, so Hegerings-Leiter Wilhelm Strunk. © Düllberg

HERZFELD - Halali – die Jagdsaison 2014 ist abgeblasen! Ihr Ziel, den Bestand an Rehen, Wildschweinen, Fasanen, Füchsen und Mardern zu regulieren, haben die Jägern in Lippetal nach eigener Überzeugung wieder erreicht.

Nur ein paar Füchse und Hasen bilden die Strecke nach der letzten Niederwild-Treibjagd des Jahres im Revier Herzfeld III. Hegering-Leiter Wilhelm Strunk kehrt mit einem dutzend Jäger und fünf ausgebildeten Jagdhunden erfolgreich aus der Flur an der Kreisgrenze zurück. Ihr Ziel, den Bestand an Rehen, Wildschweinen, Fasanen, Füchsen und Mardern zu regulieren, haben die Waidmänner nach eigener Überzeugung wieder erreicht.

In diesem Jahr galt die Sorge besonders den Fasanen. Sie wurden bei den Jagden weitgehend geschont. Überhaupt wurde in 2014 nur ein Drittel der 600 Hektar großen Herzfelder Reviere bejagt.

Schwarzwild schwer zu erwischen

An den Kragen ging es hingegen erneut mit der vierten konzertierten Aktion der Hegeringe Herzfeld und Lippborg dem Schwarzwild. Dutzende Sauen und Keiler wurden zur Strecke gebracht. Wildschweine haben sich in Lippetal im Unterholz in recht hoher Population eingenistet und richten bei der Nahrungssuche im Mais, im Raps und auch auf Weiden und im Getreide erhebliche Schäden an. Deshalb sind Bauern und Jäger der Ansicht, dass die kräftigen Allesfresser, die auch unter der Erde nach tierischem Eiweiß von Regenwürmern oder Engerlingen wühlen und bis zu 130 Kilogramm schwer werden können, zahlenmäßig in Schach gehalten werden müssen.

Bereits zum vierten Mal organisierten die Hegeringe in diesem Jahr am 6. Dezember eine grenzübergreifende Drückjagd auf Wildschweine. Nur so könne die erfolgreiche Dezimierung des Schwarzwildes gelingen und die Schweinepest vorausschauend bekämpft werden. Im Alltag sind Wildschweine nur schwer zu erwischen, weil sie sich zumeist im tiefsten Dickicht aufhalten oder Unterschlupf in Mais-, Raps- oder Getreidefeldern suchen.

Immer mehr Waschbären in Lippetal

Sorgen macht den Jägern die Zunahme des so genannten Raubwildes. Neben Füchsen und Mardern haben sich inzwischen dutzende Waschbären im Lippetaler Forst eingenistet. Die gestreiften Räuber machen Jagd auf Gelege und Jungtiere und dezimieren so auch den Bestand der Fasane und Rebhühner. Jagd auf den putzigen Räuber aus Amerika ist aber kaum möglich, da er nachtaktiv ist und sich tagsüber in Baumhöhlen oder ähnlichen Verstecken nahezu unsichtbar macht.

Ist auch die Zeit der Drück- und Treibjagden vorbei, die Arbeit der Jäger und die Jagd geht unter anderem auf den Hochsitzen weiter. Die Wildschäden, die die Waidmänner in Feld und Forst registrieren, verraten ihnen als Indikatoren dank ihrer Erfahrung, welche Tierpopulationen vorhanden sind. So können sie entscheiden, welche Arten bejagt und welche geschont werden müssen. Letztlich sehen die Jäger ihre Aufgabe natürlich auch darin, den Wildbestand akzeptabel und ausgewogen zu erhalten. Hege und Pflege sind wichtige Bestandteile der Arbeit in der Flur, so kommt es in strengen Wintern regelmäßig vor, dass Tiere an Krippen im Wald zugefüttert werden.

Größten Wert legt Wilhem Strunk auf die Sicherheit bei der Jagd. Wo Schrot und Kugeln fliegen, darf es keine Gefahrenmomente geben. Deshalb werden die Unfallverhütungsvorschriften streng befolgt. Glücklicherweise sei bisher in seinem Revier auch noch nichts passiert.

Klare Regeln gelten im übrigen auch beim Töten der Wildtiere. Auch hier überwacht der Hegerings-Leiter, dass die Jagd waidgerecht abläuft ohne dass Tiere dabei unnötig gequält werden. Dafür ist es unter anderem wichtig, dass geprüfte Jagdhunde krank geschossenes Wild apportieren, damit es nicht unnötig leidet.

Neben den Waschbären beobachten die Herzfelder Jäger als Neozoten im Revier inzwischen auch den Nutria, die Biberratte, immer häufiger. Sie freuen sich auch über eine gute Population von Greifvögeln, die in diesem Jahr dank einer großen Auswahl an Mäusen zahlenmäßig gut zugelegt haben. - dümi

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