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Kreisverkehr-Unterstützer gesucht

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Von: Michael Dülberg

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Julia Sterz sammelt Unterschriften für einen Kreisverkehr an der Kreuzung vor der Tankstelle Rüther an der Bundesstraße 475.
Julia Sterz sammelt Unterschriften für einen Kreisverkehr an der Kreuzung vor der Tankstelle Rüther an der Bundesstraße 475. © DÜLBERG

Julia Sterz aus Oestinghausen startet eine Unterschriftensammlung zum Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung der Brockhauser Straße mit der Bundesstraße 475 und der Stocklarner Straße. Ein schwerer Unfall vom vergangenen Montag hat bei ihr Erinnerungen geweckt an einen Beinahe-Unfall genau an der selben Kreuzung.

Oestinghausen – Sie stand mit ihren Kindern im Fahrzeug an der Ausfahrt der Brockhauser Straße und wollte nach rechts in Richtung Oestinghausen abbiegen, als sich aus Richtung Soest ein schnell fahrendes Auto näherte und beim Näherkommen nach rechts blinkte. Sterz ging in diesem Moment unwillkürlich davon aus, dass der Wagen vor ihr nach Brockhausen abbiegen wollte und fuhr los, als sie im letzten Moment bemerkte, dass der Wagen an der Kreuzung vorbei wollte und erst nach ihr nach rechts zur Tankstelle abbog. Der Schreck von damals sitzt ihr noch heute in den Knochen. „Um einen halben Meter wäre es dort zu einem Unfall gekommen“, erinnert sich die junge Mutter und will deshalb jetzt aktiv werden.

Unterschriften-Aktion eine reine Privatsache

Gemeinsam mit ihrem Mann Dominik hat sie die Initiative ergriffen und eine Unterschriften-Aktion für einen Kreisverkehr ins Leben gerufen, sich damit dem Antrag der Lippetaler Bürgergemeinschaft angeschlossen, die für die Kreuzung einen Kreisverkehr beantragt hat. „Obwohl mein Schwiegervater Vorsitzender der BG ist, handelt es sich bei unserer Aktion um eine Privatangelegenheit“, stellt Julia Sterz klar, dass es ihr nicht um ein politisches, sondern um ein privates Anliegen geht. Von allen Lösungen für die Kreuzung halten Julia und Dominik Sterz einen Kreisverkehr für die beste Lösung.

Hohes Tempo sorgt für Gefahrmomente

Karl Rüther, Inhaber der Tankstelle am Ortseingang, sieht vor allem das oft zu hohe Tempo der Fahrzeuge, die aus Richtung Soest nach Oestinghausen einfahren, als das Hauptproblem. „Tempo runter, mindestens auf 50 Stundenkilometer und zwar schon weit vor unserer Tankstelle und das auch überwachen“, so sieht er eine erste Lösung. Die Ausfahrten aus der Tankstelle seien unproblematisch. Karl Rüther glaubt auch, eine potenzielle Mit-Ursache für den schweren Unfall vom vergangenen Montag gefunden zu haben. „Das Schild „Vorfahrt achten“ am Ende der Brockhauser Straße war durch überhängende Äste fast komplett verdeckt“, schildert er die Situation. Da seine Pflanzbeete auch gerade einen Rückschnitt benötigten, bestellte er gestern eine Gärtnerei, die den Überhang beseitigte. Jetzt ist das Schild wieder gut sichtbar, steht aber nach Ansicht der Betrachter zu weit rechts von der Straße, sodass sich die Konturen mit der Preis-Steele der Tankstelle überlappen und das Schild nicht optimal erkennbar ist.

Ruhe und Sachverstand sind vonnöten

Bürgermeister Matthias Lürbke hofft auf Besonnenheit in der Sache. Der Rat habe die Verwaltung einstimmig beauftragt, den BG-Antrag zur Einrichtung des Kreisverkehrs an die zuständigen Behörden Straßen NRW und Kreis Soest weiterzuleiten. Dies sei erfolgt. Der Antrag wird in der kommenden Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses am 29. November, wieder auf der Tagesordnung stehen. Lürbke sieht jedoch auch die Notwendigkeit, die komplexe Situation an der besagten Kreuzung zu verbessern. Bei der Lösung mit einem Kreisverkehr je nach Art der Maßnahmen müssten dann auch die Eigentümer der betroffenen Grundstücke beteiligt werden. Es kämen auch andere Lösungen in Betracht. Eine Temporeduzierung in diesem Bereich wäre sicherlich angebracht. Lürbke hat bereits Gespräche mit Beteiligten in der Angelegenheit geführt und will sich auch mit weiteren austauschen. Ihm ist daran gelegen, das Thema mit Ruhe und Sachverstand zu behandeln, denn Druck gegenüber Behörden und Betroffenen sei kontraproduktiv.

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