Noch ein Beweis: Biber an der Lippestraße überfahren

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Der Biber starb am Donnerstag in den Abendstunden nahe der A2.

Hamm – Auf der Lippestraße in Uentrop ist ein Biber überfahren und tödlich verletzt worden. Die Tragik des erstmaligen Vorfalls in Hamm ist für das städtische Umweltamt jedoch auch ein großer Glücksfall: Denn es bedeutet den ersten faktischen Nachweis eines Bibers auf Hammer Stadtgebiet.

Nach Angaben von Umweltamtschef Dr. Oliver Schmidt-Formann starb das Tier am Donnerstag in den Abendstunden in Höhe der A2 nach dem Zusammenstoß mit einem Pkw. Der Fahrer rief umgehend die Polizei. Diese informierte den Jagdpächter, der sich wiederum an das Umweltamt als zuständige Naturschutzbehörde wandte.

Aus Straßengraben geborgen

 Die Hammer Biber-Beauftragte Jessica Dieckmann barg das Tier gestern Morgen aus dem Straßengraben, in dem es die Nacht über gelegen hatte. Weibliches Jungtier Dieckmann zufolge handelt es sich bei dem Biber um ein etwa ein Meter langes und 20 bis 25 Kilogramm schweres Weibchen im Alter zwischen zwei und drei Jahren. 

Unterwegs in ein neues Revier?

Die Daten deuten darauf hin, dass das Jungtier offenbar sein Revier an der Lippe verlassen hatte, um sich ein eigenes zu erschließen. Mittels dieses Fundes und seiner anstehenden Aufarbeitung verspricht sich das Umweltamt nun viele neue Informationen zum tatsächlichen Biberbestand im Stadtgebiet, der bislang nur auf Schätzungen und Hochrechnungen beruht. Bislang gehen die Experten von vier Einzelrevieren mit jeweils fünf bis acht Tieren entlang der Lippe zwischen Heessen und Schmehausen aus. 

Biber wird nun ausgestopft

Vor zwei Jahren war der Gesamtbestand in Hamm auf etwa 35 Tiere geschätzt worden. In Abstimmung mit dem Landesamt Lanuv soll der tote Biber aus Uentrop nun unter anderem auf seine Genetik und damit auf seine Herkunfts-Geschichte geprüft werden. Dafür wird das Tier voraussichtlich nach Münster in die Expertenhände des Landschaftsverbands-Westfalen-Lippe-Museums gegeben und dort von einem Kürschner präpariert.

Biber nagen selten an der Straße

Die sehr scheuen und nachtaktiven Biber gelten als die zweitgrößten Nagetiere der Erde. Lebensräume sind fließende und stehende Gewässer und deren Uferbereiche. An Land bewegt er sich aufgrund seines plumpen Körperbaus nur langsam. Dem Leben im und am Wasser ist er jedoch bestens angepasst. Seit gut sechs Jahren ist bekannt, dass die unter Artenschutz stehenden Tiere wieder an der Lippe heimisch geworden sind. 

50 Biber in Lippetal geschätzt

In Lippetal wurde der Bestand vom ABU-Biber-Beauftragten Olaf Zimball zuletzt auf rund 50 Exemplare geschätzt. Die Ausbreitung erstreckt sich vom „Winkel“ bei Büninghausen in der Disselmersch bis nach Stirpe bei Lippstadt. Auch im Kreis Warendorf wurde bereits ein Biber überfahren Das dürfte nach Ansicht von Zimball allerdings selten bleiben, weil sich die Tiere überwiegend in der Nähe der Gewässer aufhalten. Zimball zieht eine positive Bilanz: „Wir sind positiv überrascht, wie gut die Biber-Ansiedlung funktioniert hat und zwar ohne größere Konflikte.“

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