So steht es um die Wasserqualität der Lippe in Lippetal

Lippetal - Viele Flüsse in Deutschland sind in einem schlechten Zustand. Das ist der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen zu entnehmen. Die Lippetaler können hingegen weitgehend zufrieden sein mit der Qualität des Lippe-Wassers „vor ihrer Haustür“. Das liegt laut Expertin Dr. Margret Bunzel von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest (ABU) an den wasserreichen sauberen unterirdischen Zuflüssen im Oberlauf und an den guten Werten der hiesigen Kläranlagen.

Durch die Renaturierungen der vergangenen Jahrzehnte ist laut Bunzel auch der Artenreichtum am und im Fluss im hiesigen Bereich groß. Schlecht bestellt sei es mit der Lippe jedoch hinter dem einmündenden Glasebach, der von der Kläranlage Erwitte teils stark belastet wird und zunehmend westlich von Hamm. Dort werde salzhaltiges Grubenwasser eingeleitet, das auch noch mit anderen unerwünschten Stoffen angereichert ist. Dieses Grubenwasser aus alten Bergwerken müsse wegen der Absenkungen abgepumpt und zurzeit noch im Fluss entsorgt werden. Es sei jedoch zuviel Schmutz für die Lippe darin enthalten. Der Fluss wird damit nachhaltig verunreinigt, was insbesondere die Insekten schädige. Erst der Rhein führe genug Wasser, um die Lippebrühe soweit zu verdünnen, dass die Wasserqualität dort wieder stimmt.

Nitrat in Quabbe und Alpbach

Verbessert hat sich die Lage laut Bunzel an den Kraftwerken, die früher dafür sorgten, dass das Lippewasser bis zu 28 Grad erwärmt wurde. Nach wie vor unbefriedigend in Lippetal sei der Zufluss von Quabbe und Alpbach aus dem Norden. Allerdings sei nicht ganz klar, warum diese Kleingewässer so stark mit Nitraten belastet sind.

Sorgen bereiten den Umweltschützern zunehmend auch Medikamente und Kleinst-Schadstoffe wie Mikroplastik. Diese Teilchen werden von Kläranlagen bisher nicht festgehalten und reichern sich letztlich auch in Lebewesen, besonders den Raubfischen, an. Grundsätzliches Problem für die Gewässer bleibt laut Dr. Bunzel die Überdüngung der durch die Landwirtschaft. Diese Dünger und Bakterien, die bei Starkregen von den Äckern in die Flüsse eingetragen werden, sorgen auch dafür, dass die Lippe am Ende keine Badequalität besitzt.

Fazit: Es muss noch viel Wasser die Lippe herunterfließen, bis das Wasser richtig sauber ist.

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