Schulprojekt für mehr Selbstbewusstsein

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Erwin Timmers zeigt den Grundschülern , wie sie sich in Konfliktsituationen richtig verhalten: „Laut Stop rufen und die Arme abwehrend ausstrecken.

OESTINGHAUSEN - Stop!“ ruft laut ein Schüler der St.-Stephanus-Schule und streckt abwehrend die Hände nach vorn. So signalisiert er einem möglichen Aggressor in der Schule seine Abwehrbereitschaft.

„Guck mich an und guck mal richtig böse“, fordert Erwin Timmer einen anderen auf, in einer Situation sich anbahnender Gewalt richtig und mutig zu reagieren.

Drei Klassen der Oestinghauser Grundschule lernten in dieser Woche unter dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark“ bei dem Dozenten für Selbstbehauptung und Selbstverteidigung, wie sie sich Selbstvertrauen holen und selbst behaupten können.

Timmer zeigte den 60 Kindern auch, wie sie Gewalt schon im Vorfeld stoppen, sich in Not- und Konfliktsituationen richtig verhalten und will helfen, Gefahren zu erkennen, einzuschätzen, sie zu vermeiden oder auch zu bewältigen und einen Angreifer im Notfall verbal und körperlich in die Flucht zu schlagen. Disziplin, gegenseitiger Respekt, Mut, Aufmerksamkeit und Kontrolle, das waren im theoretischen und praktischen Unterricht wesentliche Inhalte und Ziele des besonderen Unterrichts in der Projektwoche.

„Die Schulkinder nahmen die Hilfe zuerst zögerlich, später begeistert an“, berichtete Rektor Ulrich Roggenkamp. Er befürwortet das vom Förderverein der Grundschule finanzierte Projekt, weil es auch auf dem seinem Schulhof und in den Bussen schnell mal zu Konfliktsituationen unter Schülern kommt. Demnächst sollen sie besser damit umgehen können. Er setzt sich auch für Wiederholungen der Projektpoche ein, auch sein Kollegium profitiere durch Tipps vom Experten von der Maßnahme. Angeregt wurde das Projekt übrigens von Eltern, die selber mit Erwin Timmers gearbeitet haben.

Der in Antwerpen geborene Belgier ist Gründer der Kampfkunstakademie Timmers und lebt seit 1982 in Soest. Mit neun Jahren fing Timmers an, den Kampfsport Judo zu trainieren bis zum Braungurt. 1982 kam er als belgischer Armee-Soldat nach Soest, wo er zum Taekwondo-Training wechselte. Von da an wurde seine Kampfsportkarriere zum Leistungssport. Er ließ sich mich beim damaligen Bundestrainer Helmut Gärtner zum Taekwondo-Lehrer ausbilden und erreichte den 1. Dan. Von 1991 bis 1996 leitete Timmers die Taekwondo-Abteilung des AC Soest.

Er suchte nach einem System, das mehr auf Selbstverteidigung und Kampf als auf Sport ausgerichtet ist. Daher besuchte er eine Wing-Chun-Schule. Nach einigen Trainingsstunden war er sicher, ein schnelles und effektives Kampfsystem gefunden zu haben. Im Jahr 2000 wurde Timmers Sifu und eröffnete seine eigene Schule, um unter anderem Wing Chun zu unterrichten. Tätig ist er außerdem als Dozent für Selbstbehauptung und Selbstverteidigung an Kindergärten, Schulen und anderen Einrichtungen. - dümi

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