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In Lippetal sollen in der Pandemie mehr Busse zum Einsatz kommen

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Von: Michael Dülberg

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Schwertheim Bus
Touristik-Busse könnten künftig dabei helfen, den Schulverkehr zu entzerren. © Schwertheim Touristik

Der Schülerspezialverkehr soll in der Pandemie entzerrt werden.

Lippetal – Abstand, Lüften, Hygiene und Masken in der Schule, aber zahlreiche Schüler gemeinsam im Bus. Dieses bisher nahezu unvermeidliche und sehr widersprüchliche und wegen der Ansteckungsgefahr gefährliche Verhalten soll sich in Lippetal bald ändern, zumal mit den Corona-Mutanten eine erhöhte Ansteckungsgefahr droht. Parteiübergreifend setzen sich Lippetaler Politiker und die Verwaltung jetzt für eine Entzerrung des Schülerspezialverkehrs ein. Mehr Busse im Einsatz und zusätzliche Nutzung des Linienbus-Verkehrs sind erste Lösungsansätze.

Die Entwicklungen in der Corona-Pandemie und die Sorge um die Verbreitung von neuen Mutationen machen bundesweit einschneidende Maßnahmen erforderlich. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist hierzu bekanntlich die Kontaktminimierung. Auch wenn derzeit der Präsenzunterricht an den Schulen in Nordrhein-Westfalen mindestens bis zum 14. Februar ausgesetzt ist, streben die Lippetaler Ratsfraktionen zum Start des Präsenzunterrichtes eine weitgehende Entzerrung des Schülerspezialverkehrs an, um auch dort die Kontakte soweit es geht zu minimieren.

Hierauf einigten sich die Fraktionsvorsitzenden Tobias Nillies (CDU), Herbert Schenk (SPD), Jürgen Groth (FDP), Wiebke Mohrmann (DIE GRÜNEN) und Werner Sander (BG) mit jeweils einem weiteren Vertreter der Fraktionen in einem Abstimmungsgespräch mit Bürgermeister Lürbke am Donnerstagabend. Der versetzte Unterrichtsbeginn an den Lippetaler Schulen kommt hierzu nicht in Betracht, da die vielen Wechselbeziehungen, unter anderem im Rahmen der Kooperationskurse der Lippetalschule mit der Gesamtschule in Lippstadt, eine Veränderung des Stundenrasters nicht umsetzbar macht.

Als weitere Möglichkeit käme die Bereitstellung von zusätzlichen Bussen in Betracht, die allerdings landesweit Mangelware sind. Bereits im Sommer und Herbst des vergangenen Jahres hatte sich die Gemeinde für zusätzliche Buskapazitäten eingesetzt.

Einige Wochen vor den Weihnachtsferien konnten im heimischen Schülerverkehr zwei zusätzliche Busse in den besonders stark frequentierten Linien von Oestinghausen und von Benninghausen für Entlastung sorgen.

Nunmehr wurde die Verwaltung beauftragt, nach weiteren Entlastungsmöglichkeiten zu suchen. Bereits jetzt ist klar: Durch das derzeitige Verbot von touristischen Reiseangeboten ist das heimische Busunternehmen Schwertheim zumindest vorübergehend in der Lage, weitere Touristik-Busse zur Verminderung der Schülerzahlen im Spezialverkehr anzubieten. Die detaillierten Planungen hierzu wurden bereits aufgenommen. Dabei geht die Gemeindeverwaltung davon aus, dass entstehende Kosten über ein Förderprogramm des Landes erstattet werden.

Zudem wurde die Einbeziehung des öffentlichen Personennahverkehrs in den Schülerspezialverkehr thematisiert. Wiebke Mohrmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen, schlägt vor, dass auch zusätzliche kostenlose Schülertickets im klassischen Linienverkehr für Entlastung sorgen könnten. So könnten Schüler, die vorzeitig unterrichtsfrei hätten, bereits mit dem Linienbus nach Hause fahren und andere Schüler zwischen der Nutzung des Linienbusses oder des Schülerspezialverkehrs auswählen. Auch hier waren sich die Fraktionen einig, dass jede Möglichkeit zur Entzerrung genutzt werden sollte. Die Verwaltung wird die Umsetzung dieser Maßnahme organisieren.

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