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Schützen finden mit Peter Plonus mit Mühe einen Kandidaten für den Posten des Brudermeisters

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Von: Guido Tusch

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Brudermeister Norbert Caspar (links) freut sich, mit Peter Plonus einen Kandidaten für seine Nachfolge gefunden zu haben. © Tusch

Schoneberg – „Gott sei Dank!“ Dieser Seufzer der Erleichterung war von allen Seiten auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Schützenbruderschaft St. Johannes deutlich zu vernehmen. Schriftführer Peter Plonus, 33-jähriger Software-Ingenieur und leidenschaftliches, engagiertes Mitglied der Schützenbruderschaft, erklärte sich nach einigen Einzelgesprächen bereit, eine Kandidatur für den Posten des Brudermeisters ins Auge zu fassen.

Dabei hatte es auf der Versammlung lange Zeit so ausgesehen, dass kein Nachfolger für Noch-Brudermeister Norbert Caspar gefunden werden könne. Caspar hatte bereits bei seiner Wiederwahl im Jahr 2018 angekündigt, nach Ende seiner Amtszeit in diesem Jahr nicht wieder anzutreten. Er bleibe zwar der Bruderschaft als Schütze und Aktivposten erhalten, möchte aber im Ruhestand kürzertreten, so Caspar. 

Gespräche innerhalb des Vorstandes um eine vorstandsinterne Lösung waren jedoch frühzeitig gescheitert, auch Gespräche mit Schützen außerhalb des Vorstandes hatten keinen Erfolg gebracht. Problematisch für die Wahl zum Brudermeister schien dabei nicht die aktive Mitarbeit in Vorstand und Bruderschaft, sondern eher die durch Eintrag beim Amtsgericht dokumentierte Verantwortung für die Bruderschaft zu sein. 

Damit war der Vorstand gezwungen, sich mit Gedanken zu beschäftigen, ob und wenn ja, wie es ohne einen Brudermeister weitergehen könnte. Da der Brudermeister aber Mitglied des geschäftsführenden Vorstands ist, gab es keinerlei Option für weitere Überlegungen in dieser Richtung. Letztendlich wäre dann die Auflösung der Bruderschaft zum Jahresende 2020 die daraus folgende Konsequenz gewesen. 

Dieses machte Caspar den versammelten Schützen mit deutlichen Worten klar. Seinen Ausführungen zufolge hätte Caspar sich, sollte es keinen Nachfolger geben, auf der neu anzuberaumenden Generalversammlung wiederwählen lassen, um die Auflösung der Bruderschaft abzuwickeln. Dann, so Caspar, gäbe es im Mai noch ein Kaiserschießen, um die Gelder der Bruderschaftskasse satzungsgemäß zu mindern, ehe die Auflösung zum Jahresende gesetzeskonform angegangen wird. 

Hoffnung kam auf, als sich die Versammlung einhellig dazu bekannte, das Schützenfest und damit die Bruderschaft zu erhalten. Doch ein Kandidat zeichnete sich auch da noch nicht ab. Vielmehr wurden scheinbar formaljuristisch korrekte Optionen erörtert, die vielleicht, und wenn nur übergangsweise, hätten weiterhelfen können. 

Doch auch diese ergaben sich nicht, zumal sich Präses Pastor Ulrich Liehr in einem bewegenden Appell davor verwahrte, bei solch fragwürdigen Konstellationen weiter als Präses zur Verfügung zu stehen. Es müsse, so Liehr, gerade bei einer so starken Dorfgemeinschaft möglich sein, eine so traditionsreiche Bruderschaft weiter bestehen zu lassen. In der offenen Diskussion redeten sich die Schützenbrüder mehr und mehr fest, sodass Caspar die ein oder andere „Raucherpause“ einlegen ließ, damit sich abseits der offiziellen Diskussion vielleicht etwas entwickelte. 

Und Caspar, gewiefter Kenner „seiner“ Schützen, sollte am Ende recht behalten. Ehrenoberst Martin Wessling nutzte die Zeit und besprach sich mit ausgesuchten potenziellen Kandidaten, wobei sich an Ende sein Sohn Peter Plonus bereiterklärte, eine Kandidatur auf der für Samstag, 25. Januar, terminierten Generalversammlung ins Auge zu fassen. 

Wird Plonus dort gewählt, kann die Bruderschaft neu durchstarten, zumal der Vorstand dann eine Vielzahl junger, engagierter Schützen umfasst, die schützenbewusst traditionell, aber auch mit vielen neuen Ideen die Bruderschaft führen wird.

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