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Reichlich Arbeit für den „Leader“-Spezialisten

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LIPPETAL - Über zu wenig Arbeit konnte sich Sebastian Döring im vergangenen halben Jahr wahrlich nicht beschweren. Als Ansprechpartner bei der Gemeinde Lippetal in Sachen Leader-Bewerbung war und ist der 28-Jährige voll eingespannt, zumal er parallel auch seine Master-Arbeit zum selben Thema verfasst.

Durchaus vielfältig gestalteten sich die Aufgaben, die Döring in den letzten Monaten im Prozess der Bewerbung um die von EU und Land NRW ausgeschriebene Förderung zu bewältigen hatte.

Schließlich war es die Gemeinde Lippetal, die – was Organisation und Koordination des gesamten Projekts betraf – die Federführung übernommen hatte, und so musste auch Döring ein weites Feld bearbeiten: „Eine wichtige Aufgabe, mit der ich betraut war, war etwa die Organisation, Vorbereitung und Leitung des Arbeitskreises, den wir extra für die Bewerbung ins Leben gerufen haben und der von jeder der sieben am Projekt beteiligten Kommunen mit ein bis zwei Vertretern beschickt wurde.“

Neben der Arbeit im Arbeitskreis, dem unter anderem die Organisation der diversen Workshops oblag, in denen die Bürger ihre Vorstellungen zur Entwicklung der Region einbringen konnten, nahm aber auch die Zusammenarbeit mit dem Weseler Planungsbüro Oekoplan viel Raum ein.

„Hier war ich Ansprechpartner sowohl für das Planungsbüro, die das regionale Entwicklungskonzept für die Bewerbung erstellen, als auch für die einzelnen Kommunen“, berichtet Döring. So sei es unter anderem seine Aufgabe gewesen, die Informationen zu den diversen Projekten einzuholen und das Vorgehen zwischen allen Beteiligten abzustimmen.

Die vielen Ideen der Bürger zu sammeln und zu strukturieren, habe er als Hauptaufgabe empfunden, sagt Döring, vor allem da diese aus der gesamten Region Lippe-Möhnesee kamen. Projektabläufe, Projektbeschreibungen, mögliche Finanzierungen und weitere Hintergrundinformationen – all das galt es exakt zusammenzustellen.

„Mehrfach habe ich mich etwa – nur um ein Beispiel zu nennen – mit Vertretern des Landschaftsinformationszentrums (Liz) in Günne getroffen. Das Liz hatte nämlich ebenfalls ein Projekt eingereicht, und in den Treffen ging es dann eben darum, Punkte wie den groben Zeitablauf oder auch mögliche Finanzierungsmodelle zu besprechen.“

Als eine große Herausforderung empfand Döring die Größe der Region Lippe-Möhnesee. Bei der Vielzahl an beteiligten Kommunen, Workshops und engagierten Bürgern sei es eine Menge Arbeit gewesen, all die guten Ideen zu bündeln, zu vernetzen und in Projekte für die Bewerbung weiterzuentwickeln.

Gleichwohl habe sich der Aufwand allerdings gelohnt, wie Döring am Beispiel der geplanten Gründung eines regionalen Gastgeberstammtisches verdeutlicht. So hätten verschiedene Gastronome der Region sich eine bessere Vernetzung gewünscht, die sich etwa in Pauschalangeboten niederschlagen könnte: „Denkbar wäre hier vielleicht ein Angebot, bei dem Interessierte an drei aufeinanderfolgenden Tagen in Lippetal, Möhnesee und Lippstadt Golf spielen und dann abends jeweils in örtlichen Restaurants die lokale Küche genießen könnten. Um derartige Angebote zu schaffen wäre der Gastronomie-Stammtisch ideal.“

Die sehr große Beteiligung nicht nur der Politik und der diversen Institutionen, sondern vor allem auch der Bürger sieht Döring als die besondere Stärke des Leader-Programms. „Das wir aus allen gesellschaftlichen Bereichen Leute gewinnen konnten, die aktiv an der Bewerbung mitgewirkt haben, zeigt zum einen das große Interesse, welches das Projekt hervorruft, zum anderem macht es aber auch deutlich, wie viele Ideen und Ansätze vorhanden sind, die Region weiter nach vorn zu bringen“, zieht er ein positives Gesamtfazit.

Auch die generationenübergreifende Mitwirkung an Leader habe man angestrebt und – zum Beispiel durch Schulbesuche – auch umgesetzt. In der Lippetaler Gemeinschaftsschule habe Döriing etwa mit den Schülern der zehnten Klassen über das Leader-Programm gesprochen, woraufhin diese noch einmal ihre ganz eigenen Ideen entwickelt haben.

Wenn Arbeit und Studium sich kreuzen

Die praktischen Erfahrungen, die Döring im Zuge seiner Arbeit für das Leader-Programm macht und gemacht hat, kommen ihm indes auch bei einem ganz anderem Projekt zugute: Der Mitarbeiter des Lippetaler Bauamts, der neben der Leader-Bewerbung unter anderem auch mit Themen wie Ortskernentwicklung oder Planungsrecht betraut ist, studiert nämlich noch parallel an der Universität in Kassel.

Den speziell für den öffentlichen Dienst zugeschnittenen Studiengang Public Administration will er in Kürze mit dem Master-Titel abschließen. Das Thema seiner Master-Arbeit, an der er seit November schreibt, lautet – was läge näher – „Die Entwicklung einer Leader-Region aus Perspektive der Gemeindeverwaltung Lippetal“. „Zeitlich passte das einfach hervorragend, schließlich muss bis zum 16. Februar das regionale Entwicklungskonzept für die Leader-Bewerbung eingereicht werden, und Abgabefrist für meine Arbeit ist der 2. Februar, von daher bot es sich an, genau über dieses Thema zu schreiben“, sagt Döring.

Mehr Freizeit hatte er dadurch aber in den vergangenen Monaten freilich nicht. „Meine 41-Stunden-Woche war oft nur auf dem Papier eine solche, tatsächlich habe ich oft genug bis in den späten Abend oder auch an den Wochenenden gearbeitet“, weiß er zu berichten. Daher freue er sich auch, wenn dann nach der großen Leader-Abschlussveranstaltung in dieser Woche und nach den nächsten Wochen bis zur offiziellen Bewerbungsabgabe wieder ein wenig mehr Ruhe einkehre: „Dann komme ich auch mal dazu, ein paar Dinge zu erledigen, die in letzter Zeit immer liegen geblieben sind.“ - hip

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