Ettes Masche: Dicke Lippe riskieren

+
Egbert Brede (Ette) mit Lilly.

Lippetal – Auf die Frage, ob in Lippetal jemand „eine dicke Lippe riskiert“ kann es eigentlich nur eine Antwort geben: Das ist Ette!

Der freche Bauchredner aus Hovestadt lebt auf Kosten seiner Mitspieler unter dem Motto: „Lachen ist gesund“ – darum ist ein Bühnenauftritt von „Ette und Lilly“ immer für alle Beteiligten eine spannende Angelegenheit, denn man weiß nie, was Lilly so ausheckt. Es gibt kaum etwas, das sie nicht über die Lippen bringt – aber sie darf auch den Mund nicht zu voll nehmen.

Jede Show wird vorbereitet

Wenn „Ette und Lilly“ allerdings eine dicke Lippe riskieren, dann ist das wohl vorbereitet. Denn nicht jeder, den er an die Hand nimmt und zum Sprechen bringt, kann derbe Scherze vertragen. Wenn also ein dickbauchiger Zeitgenosse mit dem Spruch „Du trägst ja den Ranzen vorne“ auf die Schippe genommen wird, dann sollte der den Scherz auch vertragen können, ansonsten könnte es doch einmal für Ette eine dicke Lippe geben. Beispiele dafür, dass Ette eine dicke Lippe riskiert hat, kennt jeder, der ihn und die freche Lilly schon mal erlebt hat. 

Rektor verbat sich den Spott

Der Rektor einer bekannten Schuleinrichtung verbat sich allerdings nach Ettes erstem Auftritt dort, dass er zukünftig noch einmal erwähnt werden wolle, es ging wohl um den Respekt gegenüber der Schülerschaft. Doch am Ende kamen Ette und Lilly dann doch noch einmal – zum Abschied des Schulmeisters. Und da wurde dann noch einmal richtig vom Leder gezogen. Da allerdings konnte der Direktor gelöst darüber lachen, dass er mehrfach mit Lilly in die „Kiste“ musste. Es war ja der letzte Schultag. 

Ins Fettnäpfchen getreten

Ein einziges Mal hat Ette allerdings mit einem Scherz nicht nur ins Schwarze getroffen, sondern gleichzeitig ins Fettnäpfchen getreten. Wie immer hatte er sich nach einem Probanden erkundigt, der einen Scherz vertragen könnte. Diesmal ging es um einen Ehemann ohne Fehl und Tadel. Der war schnell gefunden, erst ein halbes Jahr glücklich verheiratet und weder getrennt, noch verwitwet oder geschieden. Ette ließ den Mann dann auf die Bühne kommen. Nach den ersten lustigen Gags ging es bald ans Eingemachte und die Gretchenfrage. „Wie geht‘s denn Deiner Frau?“, wollte Lilly wissen. Der glücklich verheiratete Mann bekam dann die Frage „Welcher denn?“ in den Mund gelegt, zum Staunen des Publikums, dem in diesem Moment das Lachen im Halse steckenblieb.

Einen Ehebrecher bloßgestellt

Ette hatte natürlich keine Ahnung, welchen wunden Punkt er hier getroffen hatte. Jedenfalls kippte die Stimmung und war schwer wieder hochzukriegen. Erst ein Jahr später, als Ette ein Gastspiel bei einer Gesellschaft geben sollte, die diesen Vorfall miterlebt hatte, erfuhr der Bauchredner die Hintergründe für den Stimmungsabfall. Der vermeintlich „glückliche Ehemann“ war erst wenige Tage zuvor ins Zwielicht geraten, weil er beim Fremdgehen ertappt worden war. Da war die Frage „Welcher Frau geht es denn gut?“ zwar überaus korrekt gewesen, das Lachen blieb aber allen angesichts der unangenehmen Wirklichkeit im Halse stecken.

Nicht unter die Gürtellinie

 „Dicke Lippe ist okay“, aber ich ziele beim Angriff auf die Lachmuskeln nie unter die Gürtellinie, nach diesem Motto ist Ette bisher ganz gut gefahren und wird daher für Betriebsfeiern, Geburtstage, Jubiläen und beim Karneval stets gerne engagiert.

„Eine dicke Lippe riskieren“

Dicke Lippe riskieren bedeutet so etwa Vorlaut sein, angeben, prahlen oder aufschneiden. Eigentlich ist die Herkunft der Redewendung recht einfach zu erklären. Wenn jemand recht vorlaut ist, bekommt derjenige schnell gesagt, er oder sie solle nicht so eine dicke Lippe riskieren. Trifft die vorlaute Person auf das falsche Gegenüber, kann es passieren, dass auf einen frechen Spruch ein Schlag ins Gesicht folgt. Zumeist landen diese Treffer auf dem Mund und die Lippen schwellen in Folge des Schlages an. Das erklärt die dicke Lippe. Wie lange diese Redewendung schon im Sprachgebrauch ist, ist nicht bekannt. Jedoch wird sie zumeist umgangssprachlich benutzt, sehr häufig in Kreisen, in denen Gewaltandrohungen an der Tagesordnung sind. Häufig werden beide Redewendungen genutzt, um jemanden zur Vorsicht zu mahnen.

Ein Team seit 1995

„Lilly bringt Stimmung in jeden Saal und in jede Runde. Ihre Stimme, Egbert (Ette) Brede steht dabei eher dezent im Hintergrund. Allerdings muss er seine Puppe oft bremsen, damit es Lilly nicht allzu arg treibt. Doch am Ende findet Lilly immer die richtigen Worte. Erst seit 1995 treten die beiden gemeinsam mit ihrem Programm auf und gehören schon zur ersten Garde unter den Bauchrednern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare