Lippetal

Prüfung bestanden: Hund „Socke“ und sein Frauchen sind jetzt Retter

Carina Ostkamp und Socke im heimischen Garten. Der DRK-Rettungshund ist freundlich und verspielt.
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Carina Ostkamp und Socke im heimischen Garten. Der DRK-Rettungshund ist freundlich und verspielt.

Carina Ostkamp öffnet die Tür – sie steht allein im Flur. Der Australien-Shepherd-Labrador-Mix Socke bewacht solange die Küche. Als wir eintreten, ertönt ein tiefes Bellen aus der großen Transportbox. „Socke ist ein Wachhund“, sagt Frauchen fast entschuldigend. 

Lippetal-Herzfeld - Bei einer Tasse Kaffee erzählt die hauptberufliche Kauffrau, wie es dazu kam, dass die beiden jetzt ein DRK-Rettungsteam bilden.

„Vor fünf Jahren ist unser Familienhund gestorben. Wir wollten eigentlich keinen neuen. Aber dann wurde etwa ein halbes Jahr später im Nachbarhaus eingebrochen.“ Die Diebe seien über ihr Grundstück angerückt. Da habe sich die Familie entschlossen, doch wieder einen Hund anzuschaffen.

Rettungshund: Australien-Shepherd-Labrador-Mix

Carina Ostkamp ist eine erfahrene Hundehalterin und wusste genau, was sie wollte: Es sollte ein Australien-Shepherd-Labrador-Mix sein, einer, dessen Jagd- und Hütetriebe zwar vorhanden, aber nicht zu ausgeprägt sein sollten.

Ostkamp, deren Kinder erwachsen sind, nahm sich Zeit mit der Suche und fand schließlich Socke: „Dann habe ich Urlaub genommen und dem acht bis neun Wochen alten Welpen alle Reize geboten, mit denen ein Hund klarkommen muss.“

Auf die Idee, ihn zum Rettungshund auszubilden, habe ihre Tochter sie gebracht: „Sie ist bei der Bundespolizei.“ Ostkamp knüpfte einen ersten Kontakt zur DRK-Hundestaffel und brachte Socke zum Eignungstest. „Da darf er alles machen: ausweichen, ängstlich sein, weglaufen – nur eins darf er nicht: aggressiv sein.“

Socke bestand den Test und wurde fortan zum Rettungshund ausgebildet. Frauchen machte parallel dazu eine Ausbildung zur Sanitätshelferin. „Ich hatte Hundekunde, lernte erste Hilfe am Hund und funken.“Auch den Kompass muss sie benutzen können, um bei Bedarf Rettungsteams zu einer gefundenen Person lotsen zu können.

Rettungshunde

DRK-Rettungshunde und Polizeihunde unterscheiden sich: „Wir werden immer nur ergänzend eingesetzt, etwa, wenn die Polizei die Suche aufgibt. Die Polizei hat oft Mantrailer, die einen bestimmten Geruch verfolgen. Wo der abreißt, kommen Flächensuchhunde wie Socke zum Einsatz. Dann suchen mehrere Hunde eine Fläche ab, die in Parzellen aufgeteilt worden ist, oft begleitet von einem Polizei-Hubschrauber.“

Die Hundeausbildung beim DRK ist aufwendig. „Es werden Suchen aufgebaut und die Anforderungen allmählich gesteigert. Erst lernt der Hund, sich vor einer am Boden liegenden Person abzulegen.“ Er muss auch Suchaufgaben bestehen, bei denen die Personen hängen. Nach und nach wird die Distanz vergrößert, die Person versteckt sich und zuletzt wird in der Fläche gesucht, wobei diese Fläche in Suchfelder aufgeteilt wird.

Hinzu kommen Spezialaufgaben, etwa Trümmertrainings, Training mit Folie und Laub. Die Hunde müssen anzeigen, wenn sie jemanden finden, also so lange bellen, bis jemand kommt. Dabei dürfen sie die Person nie berühren. „Socke sabbert immer wenn er wartet, weil er weiß, es gibt Leckerlies“, erzählt Ostkamp lachend.

Trainiert wird zweimal pro Woche, vorzugsweise am Wochenende. „Das ist ein Ehrenamt“, betont die Hundebesitzerin. „Ich arbeite noch 30 Stunden pro Woche.“

Dementsprechend lange hat die Ausbildung gedauert, die Carina Ostkamp und Socke aus Herzfeld mit der Rettungshundegruppe-Prüfung in der Prüfungssparte „Flächensuche“ am 9. Oktober in Münster erfolgreich abgeschlossen haben. Jetzt dürfen sie Demente und Kinder oder auch, saisonal bedingt, Pilzsucher aufspüren. „Das kommt immer mal wieder vor, weil es im Wald plötzlich dunkel wird“, erzählt Ostkamp. Sie war schon als Helferin dabei, als eine demente Person von einem Hund gefunden wurde. „Der Demente wurde von einem DRK-Rettungshund gefunden, den die Wärmebildkamera nicht erkannt hatte.“

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