Vier Postulanten und ein Novize

Wenn Gott anklopft: Ordensnachwuchs auf Haus Assen

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Auf Haus Assen gibt es seit kurzem ein Noviziat. Novizenmeister Pater Stefan Skalitzky (rechts) kümmert sich um die Postulanten (von links) Benedikt Heller, Johannes Wäsler, Alexej Kulakov, Joey Wolf und um Novize Johannes Neuß.

Assen - Vier Postulanten und ein Novize sind derzeit auf Haus Assen in Lippetal, um ein Einführungsjahr in den Orden oder ein Probe-Praktikum zu absolvieren.

Der 20-jährige Johannes Neuß aus dem Westerwald wollte nach dem Abitur eigentlich Medizin studieren und hatte auch schon einen Studienplatz. Dann aber kamen ihm Zweifel. „Will ich das mein ganzes Leben lang machen?“, fragte er sich. Und auf der Suche nach dem Sinn seines Lebens stieß der gläubige Katholik und ehemalige Pfadfinder auf Gott. Der habe bei ihm angeklopft, berichtet er und da sei der Entschluss gefallen, Ordensmann und vielleicht Priester zu werden. Seit Anfang März führt er nun sein Noviziat als Einführungsjahr in den Orden auf Haus Assen fort.

 Pater Harald Volk, der Rektor der Residenz Kardinal von Galen, freut sich, dass der Generalobere seines Ordens, der Diener Jesu und Mariens (SJM), Pater Paul Schindele, der Einrichtung in Lippetal das Noviziat des europaweiten Ordens übertragen hat. Vorher war es in Blindenmarkt/Österreich im Mutterhaus der päpstlichen Kongregation untergebracht. 

Auf Haus Assen wurde Pater Stefan Skalitzky zum Novizenmeister ernannt. Ihm obliegt nun offiziell die geistliche und weltliche Ausbildung seiner Zöglinge im Sinne der traditionell-katholisch agierenden Diener Jesu und Mariens. Skalitzky wurde vor über zehn Jahren als Aushilfe nach Assen ausgesandt. Inzwischen gehört er quasi zum Inventar der Ordensniederlassung. Ihm obliegt es nun, den Nachwuchs auf das Ordensleben und die Gelübde vorzubereiten. 

Von Westerwald bis Kasachstan 

Zurzeit sind es vier Postulanten und ein Novize, die in dem imposanten Domizil im Wasserschloss ihre Ausbildung begonnen haben beziehunsgweise weiterführen. Sie kommen aus dem Westerwald, dem Raum München, aus Belgien, Kasachstan und dem Schwarzwald. Die Postulanten sind Praktikanten, die erst einmal in ein paar Monaten Probezeit testen, ob der Ruf zu Armut, Keuschheit und Gehorsam gegenüber Gott und den Regeln des Ordens nicht nur ein vorübergehender Gedanke ist, sondern ein ernsthaftes Streben nach einem Leben mit Gott. Bleiben die Postulanten bei ihrer Überzeugung und gibt auch der Orden seine Zustimmung, werden sie nach etwa einem halben Jahr zu Novizen und bekommen die Soutane überreicht, das traditionelle geistliche Gewand. 

„Es ist noch kein Theologiestudium, das die Nachwuchs-Ordensleute absolvieren“, sagt Rektor Harald Volk und Novizenmeister Stefan Skalitzky ergänzt, dass die Neuen zunächst einmal mit den Grundlagen des Ordenslebens vertraut werden sollen. „Damit sie wissen, auf was sie sich einlassen.“ Der Orden wünscht sich eine unverkrampfte und fröhliche Grundhaltung in der Gemeinschaft. Nur so könne ein Bruder in seinem geistlichen Leben im „Kloster“ auf Dauer Glück und Erfüllung finden. „Ich setze auf den Heiligen Geist“, sagt Pater Skalitzky, Er vertraue ganz darauf, dass Gott ihm bei der neuen Aufgabe beistehen und alles schon richten wird. 

Beten und Arbeiten 

Gebet, Betrachtung der Heiligen Schrift und geistliche Lesung sind nicht alles für die Postulanten und Novizen. Sie sollen auch lernen, tüchtig mit anzupacken. Zunächst sind sie damit beschäftigt, sich ihre eigene Klausur auszubauen. Sie richten ihren Wohnbereich in den ehemals gräflichen Gemächern selber ein. Zum Sommer soll der Obst-Dörrofen hinter dem Schloss funktionsfähig gemacht werden. 

Später werden die Jungen auch mithelfen, die Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten im Haus Assen voranzutreiben. Pater Volk hofft weiter auf Zuschüsse, denn besonders Teile das Daches und die ganze Fassade müssen noch renoviert werden. Ebenfalls müssen andere Teile des Wasserschlosses für den Zweck der Beherbergung für das Geistliche Zentrum modernisiert werden. Übernachtungsgäste sollen im Schloss eine gute Unterbringung bekommen, so wünscht es Rektor Harald Volk. 

Zur Jugendarbeit mit den Novizen gehören auch Sport, Zeltlager und Abenteuer in der idyllischen Umgebung des Schlosses mit seinen zum Boot fahren einladenden romantischen Wassergräften. Und die Novizen erwerben auch lebensertüchtigende Fähigkeiten. 

Zu letzterem gehört es dann auch, dass die Novizen im Haushalt ausgebildet werden. Denn wenn die Köchin einmal krank wird, müssen sie sich auch selber in der Schlossküche mit Kochtopf und Bratpfanne versorgen und Geschirr abwaschen können. 

Der Gründer des Ordens, Pater Andreas Hönisch, betonte immer wieder: „Wer nicht zum Ehemann taugt, der taugt auch nichts als Ordensmann!” 

http://www.haus-assen.de/de/gebetspatenschaft.html

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