Politik: Lippetalschule soll Gesamtschule werden

Lippetal - Der Schulausschuss hat dem Vorschlag zur „Überführung der Gemeinschaftsschule in eine Gesamtschule“ einstimmig zugestimmt.

Der normativen Kraft des Faktischen konnte sich auch die zunächst Gesamtschul-kritische CDU-Fraktion nicht entziehen, denn nur die Überführung der Lippetalschule in die Gesamtschule kann sicher stellen, dass die gymnasiale Oberstufe in Lippetal bestehen bleibt.

„Never change a winning team“, so lautete das Fazit von CDU-Fraktionschef Georg Bertram bei seiner Stellungnahme zum Thema. Er bezeichnete die „Lippetalschule“ als Erfolgsmodell und blickte zurück auf die Gründung der Realschule und auf die Einrichtung der Gemeinschaftsschule. Ziel der Lippetaler Schulpolitiker sei es gewesen, den Schülern kurze Wege und die Möglichkeit zum Abitur in der Gemeinde zu ebnen.

Die Investitionen in Bildung (20 Millionen D-Mark bei 70 Prozent Förderung für die Realschule und 4 Millionen Euro für die Erweiterung zur Gemeinschaftsschule im Schulzentrum Lippetal) seien richtig gewesen.

Besonderer Dank gebühre aber auch der Schulleitung mit Erich Zajac und Gabriele Fuhlrott sowie dem jungen Kollegium. Ihnen allen sei es gelungen, der Schule durch Qualität der Unterrichtsinhalte und des pädagogischen Konzepts einen guten Ruf zu verschaffen, der weit über Lippetal hinaus ausgestrahlt habe. So sei es bei der hohen Kompetenz der Lehrerschaft kein Wunder, dass sich Schüler auch über die Grenzen Lippetals hinaus an der Lippetalschule eingeschult hätten und die Jahrgänge häufig über die Kapazitätsgrenze hinaus gefragt waren und die Bezirksregierung regelmäßig zusätzliche Klassen genehmigen musste.

Ganztagsunterricht und Abitur bleiben

„Abitur nach neun Schuljahren, die Ganztagsschule bleibt“, das seien klare Festsetzungen, die auch für die Gesamtschule gelten. Bürgermeister Matthias Lürbke fasste noch einmal zusammen, warum die Überführung der Lippetalschule in die Gesamtschule zum jetzigen Zeitpunkt kaum Nachteile bringt. Er erinnerte daran, dass der NRW-Schulkonsens bis 2024 vereinbart sei, der Schulversuch „Gemeinschaftsschule“ aber in 2020 endet. Dann müsse die Lippetalschule in jedem Falle zur Gesamt- oder Sekundarschule werden.

Für ihn sei aber der sichere Bestand der gymnasialen Oberstufe an der Lippetalschule ganz wichtig. Deshalb sei die heutige Überführung sehr unproblematisch, später sei man abhängig von Schülerzahlen und Klassenstärken. Lürbke berichtete, dass sich die Schulgremien nach ausgiebiger und auch kritischer Diskussion einstimmig für die Überführung zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen hätten.

„Mehr an Zustimmung geht nicht“, so Lürbke. Eltern und Schüler seien sich dabei der Bedeutung der Entscheidung bewusst gewesen.

Margret Dreisbach (SPD) erinnerte daran, dass es bei den Lippetalern einige Bedenken gab. Die SPD habe es sich auch nicht leicht gemacht. Die Gesamtschule liege den Sozialdemokraten traditionsgemäß ideologisch etwas näher. Dreisbach berichtete, dass es Untersuchungen gebe, nach denen die Anteile der gymnasialen Abschlüsse an Gesamtschulen höher ist, als zuvor die Gymnasium-Empfehlungen der Grundschule.

Die Statistik zeige auch, dass die Qualität der Ausbildung an Gesamtschulen keine schlechtere ist als an Gymnasien, sondern grundsätzlich gleich. Die Unterschiede seien marginal, besonders, wenn die pädagogische Arbeit so gut gemacht werde wie an der Lippetalschule, die eben deswegen auch eine qualitativ hohe Oberstufe erwarten lasse. Wichtig sei es, dass die Lehrkräfte jetzt zur Ruhe kommen und mit weniger Imponderabilien zu kämpfen haben.

Abschließend nutzte Direktor Erich Zajac die Gelegenheit sich bei zwei Stellen zu bedanken. Einerseits bei allen Schulleitungen für die gute Zusammenarbeit in der Schulleiter-Runde und andererseits bei der Lippetaler Politik und Verwaltung. „Wenn man deren starken Rückhalt hat, dann kann man auch was leisten“, so der seit 17 Jahren amtierende Schulleiter.

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