Oestinghausen: Neue Wege für Kita und Betreuung in der Grundschule

Kinderbetreuung
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Mit Bauklötzen was Neues zu bauen, geht schnell, für eine solide Lösung geht es nicht ohne Planung.

Ausgeweiteter Rechtsanspruch, zunehmende Berufstätigkeit beider Eltern, steigende Kinderzahlen: Diese Faktoren bewirken auch in der Gemeinde Lippetal, dass die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder steigt. Nachdem für Lippborg und Herzfeld bereits Lösungen auf den Weg gebracht worden sind, soll jetzt Oestinghausen in den Blick genommen werden.

Lippetal – Nach einstimmigem Beschluss soll die Verwaltung eine Umstrukturierung der Kindergarten- und Betreuungssituation in Oestinghausen gemessen an den Bedarfen und in Anbindung an den Schulstandort planen und alternative Möglichkeiten erarbeiten. Erfolgen soll dies in Abstimmung mit den beteiligten Trägern vor Ort sowie dem Kreisjugendamt.

Die Ergebnisse sollen dann dem Ausschuss vorgestellt werden. Zudem sollte eine Übergangslösung für die Zwischenzeit erarbeitet werden. Nachdem für Lippborg und Herzfeld in Zusammenarbeit mit der Steppke Kitas GmbH bereits Lösungen auf den Weg gebracht wurden, ist somit Oestinghausen an der Reihe, so wie dies unter anderem von der CDU-Fraktion in einem Antrag gefordert worden war. Für Lippborg und Herzfeld seien gute Lösungen gefunden worden, das Gleiche schwebe seiner Fraktion auch für Oestinghausen vor, es gelte alle drei Standorte gleich zu behandeln, erklärte Tobias Nillies (CDU). 

Im Prinzip in die gleiche Kerbe schlage der Antrag seiner Fraktion ergänzte Norbert Flaake (SPD). In Oestinghausen müssten insbesondere ausreichend Kindergartenplätze geschaffen werden, damit dort abgewiesene Kinder von den Eltern nicht mehr nach Lippborg oder Herzfeld gefahren werden müssen. In einem weiteren Antrag forderte die SPD die Betreuungssituation an der Grundschule ins Auge zu nehmen. Die aktuelle Lage sei nicht zeitgemäß, möglicherweise sei eine Offene Ganztagsschule einzurichten. 

Gudrun Hengst vom Kreisjugendamt betonte, dass man Oestinghausen sehr wohl immer im Blick gehabt habe. Ziel sei eine durchgehende Bildungskette für Kinder von null bis zehn Jahren am Ort, damit Eltern die Kinder nicht herumfahren müssen. Von daher sei immer klar gewesen, dass Oestinghausen die nächste Baustelle sein werde. Für die Oestinghauser Grundschule sei die Zahl der Kinder in der Prognose ausreichend, für kleinere Kinder sei zusätzlicher Bedarf gegeben. 

Für die Gemeinde insgesamt sei der Platzbedarf für das Kindergartenjahr 2021/2022 von geplanten 331 bereits um elf auf aktuell 342 Kinder gestiegen. In Oestinghausen sei der Bedarf jedoch von geplanten 87 auf aktuell 81 Plätze zurückgegangen. Ansonsten, so Hengst, sei richtig, über weitere Betreuungsplätze nachzudenken, Investitionen seien jedoch auf einen Zeitraum von 20 Jahren zu betrachten, diverse Veränderungen nicht kalkulierbar. 

Das war der SPD zu vage. Für die Eltern von Kindern, die andernorts betreut werden, müsse eine Übergangslösung gefunden werden. Die Eltern wünschten eine Betreuung der Kinder in Oestinghausen. Unterm Strich zeigten sich alle jedoch hoffnungsvoll, dass eine schnelle Lösung möglich sein könnte.

Wie Lösungen aussehen könnten

Wie die Kinderbetreuung gelöst werden könnte, erläuterte Bürgermeister Matthias Lürbke ergänzend. An den drei Standorten sei die Situation ähnlich. Zum einen gebe es die Grundschulen in Herzfeld mit mehr als 200, in Lippborg mit 140 und in Oestinghausen mit 100 bis 110 Kindern. An allen drei Standorten sei die Betreuung bisher in eigentlich für andere Nutzungen vorgesehenen Räumen innerhalb der Schulen untergebracht. 

In Lippborg und Herzfeld, wo die Not am größten sei, ist jeweils ein separater Neubau vorgesehen, ein Geschoss für die Betreuung der Schulkinder, ein Geschoss für die Kita. Zudem ist aktuell die Kita Wiesenhüpfer im Albertussaal in Hovestadt als Übergangslösung angelaufen. 

Ein Vorteil für die geplanten Überlegungen in Oestinghausen dürfte sein, dass das Grundstück der Stephanus-Grundschule recht groß ist. Eine wichtige Voraussetzung sei aber, dass die Kita eigenständig bleibt und einen abgeschlossenen Bereich bekommt. Auch Lürbke zeigte sich zuversichtlich, weil die Politik sich wegen einer schnellen Lösung einig sei.

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