Unbekannter fällt 16 Heckenbäume

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Ärgern sich über den Kahlschlag in der Hecke zwischen Schoneberg und der Weslaner Straße (von links): Konrad Raatz, Michael Lamminger, Jürgen Trilling und Egbert Schumacher vom 1992 gegründeten Naturschutzverein Schoneberg.

Schoneberg – „Wir sind stinksauer über diese Kahlschlags-Aktion“, klagt der Vorstand des Naturschutzvereins Schoneberg. Jemand hat auf 900 Meter in der Naturschutz-Hecke in Richtung zur Weslarner Straße, 16 rund 25 Jahre alte Bäume abrasiert.

Die Aktion sei dazu noch Anfang März vorgenommen worden, also zu einem Zeitpunkt, wo Hecken und Bäume gesetzlich geschützt sind, weil die Brutzeit der Vögel beginnt. Teilstücke der Hecke wurden im Februar im Auftrag des Naturschutzvereins durch einem Lohnunternehmer „auf den Stock gesetzt“. Die Bäume, die laut Pflegevorgabe des unterstützenden ELER Programms stehen bleiben sollten, sind auf 340 Meter alle gefällt. 

Bäume liegen im Heckenbereich

Auch die Tatsache, dass die gefällten Bäume mitten im Heckenbereich liegen blieben, ärgert den Vorstand. Jetzt werde es noch mühsamer, die Hecke zu pflegen. Denn auf dem Grünstreifen neben der Hecke, wo demnächst gemulcht werden sollte, ragen jetzt die Äste und Zweige aus der Hecke und müssen mühsam mit der Hand entfernt werden. Was die Mitglieder so ärgerlich macht, ist die Tatsache, dass hier hinter dem Rücken des Naturschutzvereins Tatsachen geschaffen wurden und das aus Motiven, die die Vorstandsmitglieder nicht gelten lassen.

Verein will nicht länger pflegen

Der Naturschutzverein Schoneberg e.V. ist nicht länger bereit diese Aktionen mitzutragen und wird sich aus der Pflege der Heckenstücke dieses Besitzers zurück ziehen. Zur Zeit wird der stückweise Ausstieg aus der Heckenpflege ( Pflegxit ) rechtlich geprüft. Der Eigentümer der Hecke will mit der Aktion nichts zu tun haben. „Mein Mann hat keine Bäume gefällt“, sagte die Ehefrau auf Nachfrage des Anzeiger.

Naturschutzverein wurde 1992 gegründet

Hintergrund: Vor 27 Jahren drohte Schoneberg zum Standort einer Sondermüll-Deponie zu werden. Doch die Dorfbewohner wollten dem nicht tatenlos zusehen und heckten im wahrsten Sinne des Wortes eine besondere Idee aus. Das Ergebnis ist vier Kilometer lang und wächst und gedeiht noch heute. 2017 feierte der damals gegründete Naturschutzverein sein Jubiläum. Ziel war eine gemeinsame Maßnahme, die den Standort Schoneberg als Lebensraum so wertvoll machen würde, dass keiner mehr auf die Idee kommen könnte, hier Müll abzulagern oder sonstige unerwünschte Eingriffe in die Landschaft vorzunehmen. Dazu fassten sie den Beschluss, in Schoneberg einen gemeinnützigen Naturschutzverein zu gründen. So trafen sich die Protagonisten und zahlreiche Mitstreiter am 19. Mai 1992 in der Begegnungsstätte. Es wurde eine Satzung beschlossen und die Pflanzung einer vier Kilometer langen Hecke in Ost-West-Richtung von Ostinghausen bis Nordwald geplant.

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