Modehaus Willenbrink in Herzfeld hat schon viel überstanden

Etwas einkaufen geht noch, trotz Corona

Heino Willenbrink und Petra Christiansen
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Im Modehaus befindet sich auch eine Paketstation. Heino Willenbrink undPetra Christiansen sind froh, für die Kunder da sein zu dürfen.

Das Modehaus Willenbrink in Herzfeld hat in 135 Jahren schon viel überstanden. Heino Willenbrink und Petra Christiansen berichten, wie sie sich Corona stellen.

Herzfeld – „Etwas einkaufen geht doch, wenn auch natürlich eingeschränkt und Corona-konform!“ Mit guter Laune meldet sich Heino Willenbrink, Geschäftsführer von Mode Willenbrink in Herzfeld, aus dem Lockdown. Er freut sich, seit vorigen Samstag endlich wieder Kunden begrüßen zu dürfen. Denn in den Räumen am Ortseingang befindet sich auch eine Paketstation, und die darf in Betrieb sein, damit Lippetaler ihre Sendungen aufgeben und abholen können. Ein Lichtblick in einer ansonsten sehr fordernden Zeit, meinen Heino Willenbrink und Petra Christiansen, die in dem alteingesessenen Geschäft am Kirchplatz die Fäden in der Hand halten.

Absprache mit Behörden

In enger Absprache mit den Behörden sei es auch möglich, den Kunden anzubieten, Garderobe einzukaufen und abzuholen, schildern sie. Das klappt nach einer Bestellung per Telefon, Fax oder E-Mail auf kurzem Wege. Weil man sich in Herzfeld kennt, weiß Heino Willenbrink auch, wer welche Farbe bevorzugt und ob es Bluse oder Hose noch in einer anderen Größe gibt. Er reagiert flexibel: „Kleidungsstücke aus dem Geschäft können zuhause anprobiert und auf Wunsch auch geliefert werden.“ Muss jemand plötzlich ins Krankenhaus, liegt ein Stapel Wäsche bereit.

Das Modehaus weist eine 135-jährige Tradition auf. Es hat vieles überstanden, Kriege etwa und die Währungsreform. Und heute? Die Leute bestellen viel beim Online-Versand, seit dem vorigen Frühjahr beeinträchtigt das Virus den örtlichen Handel. Zweimal in nur wenigen Monaten für mehrere Wochen massiv runterzufahren, das ist ein enormer Kraftakt, der den Läden einiges abverlangt. Heino Willenbrink und Petra Christiansen sprechen ihren oft langjährigen Kunden ein großes Dankeschön aus: „Sie halten uns die Treue, das ist wunderbar.“

Man muss aktiv sein

Doch ihnen ist auch klar: „Man muss aktiv sein, sich anstrengen, immer am Ball bleiben und sich einiges einfallen lassen, um zu bestehen.“ „Wir setzen auf Service“, schildert Heino Willenbrink und nennt ein Beispiel: Wer sich von Kopf bis Fuß ein neues Outfit zulegen möchte, bekommt es, ohne erst mehrere Abteilungen durchstöbern zu müssen. Das Team informiert über das gerade angesagte Styling und hilft, das Passende zusammenzustellen. „Selbstverständlich steht die Hygiene an erster Stelle“, hebt Heino Willenbrink mit Blick auf die Corona-Regeln einschließlich Abstand und Masken hervor. Der Schutz habe unbedingt Vorrang.

Der Herzfelder weist darauf hin, dass die Änderungsschneiderei arbeitet, auch die Reinigungs- und Wäscheannahme laufe weiter. Er sagt: „Nicht aufgeben, sondern nach vorn schauen. Möglich machen, was eben möglich ist. “ Wenn alle zusammenhalten und Disziplin zeigen, davon ist er überzeugt, wird es gelingen, die Pandemie zu überwinden. Allerdings stellt er auch fest: „Im Moment ist vieles ungewiss. Wie lange wird die Krise noch dauern? Keiner weiß es.“ Dennoch gilt es, jetzt schon an schöne, warme Frühlingstage zu denken: Auch im Wonnemonat Mai soll die aktuelle Ware in den Regalen liegen. Für den Händler heißt es: Handeln! Denn wenn die Kunden kommen, möchten sie gerne unter den angesagten Trends wählen. Das Geschäft hat im Augenblick von montags bis samstags nur für einige Stunden täglich geöffnet, demnächst aber hoffentlich wieder zu den gewohnten Zeiten, so Heino Willenbrink und Petra Christiansen. 

 Standhaft in Herzfeld

In diesem Zusammenhang appeliert das Team von Mode Willenbrink daran, jetzt nicht alles im Internet zu kaufen. „Wer in Zukunft noch eine Infrastruktur in den Dörfern und Städten haben möchte, darf nicht zu viel online kaufen,“ so Willenbrink: Dabei erinnert er daran, dass die heimischen Geschäfte im Gegensatz zu vielen Internet-Großanbietern vor Ort Steuern bezahlen, Ausbildungs- und Arbeitsplätze bieten und auch sonst das Dorfleben unterstützen. „Sie können ja mal probieren, für die nächste Vereins-Tombola beim Internet-Riesen aus Amerika eine kleine Spende zu bekommen“.

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