Gerade in der Brut- und Setzzeit gut aufpassen

Hundehalter-Disziplin auch in Lippetal oft mangelhaft

Mit Schildern ersuchen die Jäger die Hundehalter ihre Vierbeiner zum Schutz des Jungwildes anzuleinen
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Mit Schildern ersuchen die Jäger die Hundehalter, ihre Vierbeiner zum Schutz des Jungwildes anzuleinen.

Die Klagen über undisziplinierte Hundehalter reißen nicht ab. Die Jäger aus den Lippetaler Revieren warnen auch jetzt wieder davor, in der Brut- und Setzzeit, wenn es in Feld und Flur junge Hasen, Kitze, Frischlinge und Küken gibt, Hunde frei laufen, stöbern oder gar jagen zu lassen.




Lippetal - Im vorigen Jahr wurde deshalb zum Beispiel am Wulfesknapp nahe den Lippeweiden ein Stacheldrahtzaun gezogen, der Hunde daran hindern soll, in die Lippeaue zu gelangen und dort die brütenden Vögel zu stören. Auch hier regiert bei manchem Hundehalter die Unvernunft. An einigen Stellen wurde der Stacheldraht schon angehoben, um die Hunde dennoch durchschlüpfen zu lassen, wie eine Spaziergängerin beobachtet hat.

Hundehalter-Disziplin oft mangelhaft

Wird ein Hase oder Reh am Wegesrand aufgestöbert, folgt meist die Hatz in den Wald. Ein Vorgang, der nicht nur das Wild verängstigt, sondern auch Gefahren aufruft, wenn zum Beispiel Straßen auf der Flucht rasend überquert werden. Die Jäger vom Hegering Oestinghausen forderten in einem Antrag an den Bürgermeister zuletzt Leinenzwang für alle Hunde in der Gemeinde Lippetal. Zumindest in der Brut- und Setzzeit von März bis Juli, also wenn die Vögel Eier legen und die Rehe und Hasen Junge bekommen, solle sie gelten. Komplett ist das aber nicht durchsetzbar.

Hundehalter-Disziplin oft mangelhaft: Tretminen lauern fast überall

Und die Hinterlassenschaften? Wer mit seinem Hund draußen spazieren geht, ist verpflichtet, die Exkremente aufzunehmen und fachgerecht zu entsorgen. Hubertus Albersmeier vom Feldgarten in Schoneberg kann ein Lied davon singen, dass in der Umgebung immer noch viele Hundehalter die vor gut drei Jahren Automaten mit den Kotbeuteln und die dazugehörigen Abfallbehälter nicht benutzen. Insbesondere in den Wintertagen im Februar, als die verschneiten Wege die Hinterlassenschaften „braun auf weiß“ präsentierten, wurde das Problem wieder mal deutlich.

Hundehalter-Disziplin oft mangelhaft: Fußgänger müssen aufpassen

Auch Bernhard Bitter ärgert sich, dass es beim Spaziergang rund um Herzfeld und seine Feldwege sowie besonders am Anton-Husemann-Weg immer wieder zu Begegnungen mit Tretminen kommt. Nur mit erhöhter Aufmerksamkeit könne man diese stinkenden Fallen umgehen. Schließlich wolle ein Spaziergänger aber nicht dauernd auf den Boden schauen, sondern den Blick in die Ferne auf die Schönheiten der Landschaft, die Bäume, Störche und Blumen schweifen lassen.

Hundehalter-Disziplin oft mangelhaft: Kein Kot auf Weideflächen

Ebenso zu Problemen führe der Hundekot im Heu, informierte zuletzt auch der Kreis Soest in einer Mitteilung: „Zum Schutz der Weidetiere und auch der wild lebenden Tiere sind daher Hunde grundsätzlich nur auf den Wegen und an der Leine zu führen. Hunde haben auf Weide- und Futterflächen nichts zu suchen“, betonte Annette Kühlmann von der Wasserwirtschaft des Kreises und hofft auf Rücksichtnahme.

Hundehalter-Disziplin oft mangelhaft: 1500 Hunde in Lippetal

Was aber tun, um die Hundeprobleme besser in den Griff zu bekommen? Nicht nur Jäger und Naturschützer beklagen die Undiszipliniertheit der Hundehalte. Laut Auskunft der Gemeinde gibt es in Lippetal aus dem Vorjahr gibt es hier zurzeit über 1500 Hunde, davon 995 Großhunde mit einem Widerrist von über 40 Zentimetern oder über 20 Kilogramm Gewicht und 534 kleine Hunde. Außerdem sind 11 so genannte Kampfhunde beim Ordnungsamt registriert, die aufgrund ihrer Rasse auch als „gefährliche Hunde“ klassifiziert werden.

Hundehalter-Disziplin oft mangelhaft: 100000 Euro Hundesteuer

Über 100 000 Euro Hundesteuer verbucht der Kämmerer jährlich in seinem Etatentwurf. Hier lautet eine Forderung von Hundehaltern, ob angesichts der innerörtlichen Leinenpflicht nicht – wie in großen Städten häufig anzutreffen – eingezäunte Flächen als „Spielwiesen“ für Hunde eingerichtet werden können. Einerseits sei dafür auf 126 Quadratkilometern Gemeindegebiet in Lippetal sicher genug Platz vorhanden, andererseits muss man sich auch fragen, ob es in einer ländlichen Flächengemeinde mit hunderten Kilometer Feld- und Wirtsschaftswegen nötig sein muss, Flächen auszuweisen und einzufrieden, die dem Freilauf und dem Spieltrieb der Hunde dienen sollen. Auch allgemeingültige Vorschriften zur Hundeerziehung sind ein Thema. So sollen Hundehalter, die ihrem Hund Freilauf in der Landschaft ermöglichen möchten, dazu in der Lage sein, den Hund erfolgreich zurückzurufen.

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