Lippetalschule: Viele Sechstklässler wählen Latein

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„Hier!“ ruft fast jeder zweite Schüler, wenn es um die Besetzung der Lateinkurse geht.

Lippetal - Seit Beginn des laufenden Schuljahres wird an der Lippetalschule auch Latein unterrichtet. Und die Zahlen zeigen: das Fach ist sehr beliebt.

„Gallia est omnis divisa in partes tres (Gallien ist als Ganzes gegliedert in drei Teile)“ – dieser berühmte erste Satz aus Julius Cäsars Werk vom gallischen Krieg dürfte Generationen von Lateinlernenden noch in lebendiger Erinnerung sein. Dass die bekannte Einleitung künftig auch im Gedächtnis vieler Lippetaler Schüler verankert sein wird, ist anzunehmen, schließlich wird auch an der Lippetalschule das Fach Latein seit diesem Sommer unterrichtet – und die Nachfrage ist groß, wie Dirk Tadday, stellvertretender Schulleiter, berichtet.

„Das Angebot ist wirklich sehr gut angenommen worden“, freut sich Tadday. Mit Beginn des laufenden Schuljahres haben Lippetalschüler ab Klasse 6 die Möglichkeit, Latein als zweite Fremdsprache neben Englisch zu wählen. Zwar ist die Alternative Französisch momentan noch beliebter bei der Schülerschaft, aber die Zahl derjenigen, die sich für die Sprache der alten Römer entscheiden ist doch beachtlich.

„Unser Kurssystem sieht so aus, dass von unseren fünf sechsten Klassen drei zu einem großen Lateinkurs und zwei Französischkursen zusammengefasst werden. Aus den übrigen zwei Klassen werden zudem ein weiterer Lateinkurs und ein weiterer Französischkurs gebildet. Das macht drei Französisch- und zwei Lateinkurse, wobei die Lateinkurse eine Größe von 28 und 25 Schülern haben“, so Tadday.

Gute Argumente für die „tote Sprache“

Von insgesamt 120 Schülern der 6. Jahrgangsstufe entscheiden sich also immerhin 53 für Latein – fast die Hälfte. Verwunderlich ist das für Tadday aber nicht: „Zugegeben, es handelt sich bei Latein um eine tote Sprache, aber es gibt durchaus Argumente, die dafür sprechen, sich mit ihr zu beschäftigen. So ist die grammatikalische Systematik des Lateinischen auch von großem Wert für das Erlernen anderer Sprachen, selbst der deutschen Grammatik können wir mit ihrer Hilfe besser analytisch begegnen. Zum anderen ist das Latinum aber auch nach wie vor Zugangsbedingung für bestimmte Studiengänge.“

Speziell letzterer Punkt dürfte dann auch viele der Eltern angetrieben haben, die schon in der Vergangenheit die Anfrage an die Schulleitung gestellt hatten, ob es denn nicht möglich sei, das Latinum an der Gemeinschaftsschule anzubieten. Mit der Einstellung einer Lehrkraft für das Fach Latein waren erst im vergangenen Februar die notwendigen personellen Grundlagen geschaffen worden, um dieser Bitte zu entsprechen (der Anzeiger berichtete).

Längerfristig soll das Lateinangebot an der Lippetalschule noch ausgeweitet werden. Bereits zu Beginn des Jahres hatte Tadday davon gesprochen, dass der Schulleitung auf Dauer ein Stab von mindestens drei Kollegen mit der entsprechenden Lehrbefähigung vorschwebe. Gegenwärtig ist dies allerdings noch Zukunftsmusik. „Unsere weitere Personalentwicklung sieht zunächst einmal vor, unseren erhöhten Bedarf an Lehrkräften mit Kollegen zu decken, die aus der auslaufenden Haupt- bzw. Realschule übernommen werden, von denen aber ja keiner Latein unterrichtet“, erklärt Tadday.

Fach muss sich noch etablieren

Allerdings habe man bereits einen Testlauf unternommen, um zu überprüfen, inwiefern es sich anbietet, Latein als dritte Fremdsprache ab Klasse 9 anzubieten. „Hier hat der Test aber gezeigt, dass die Alternative Spanisch aktuell noch um einiges beliebter ist, so dass wir erstmal abwarten und vielleicht nochmal in zwei Jahren einen erneuten Test durchführen“, sagt der stellvertrende Schulleiter. Wahrscheinlich müsse sich das Fach Latein auch erstmal an der Lippetalschule etablieren und langsam wachsen.

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