Apotheker will mehr Menschlichkeit

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Generationswechsel: Julian Bathke (links) übernimmt von Klaus Winterseel die Lippe-Apotheke in Herzfeld – und die Stephanus-Apotheke in Oestinghausen.

Lippetal - Wo bleibt eigentlich der Mensch? Die Antwort auf diese Frage steht für Julian Bathke im Mittelpunkt. Der Mann ist 29 – und übernimmt zum 1. Februar zwei Apotheken in Oestinghausen und Herzfeld.

Generationenwechsel in der Lippe Apotheke in Herzfeld und der Stephanus-Apotheke in Oestinghausen: Das Ehepaar Winterseel tritt in die zweit Reihe, dafür übernimmt Schwiegersohn Julian Bathke die Verantwortung. „Ich werde aus den beiden Apotheken einen Filial-Verbund machen“, sagt der neue Chef. Während Klaus Winterseel in Herzfeld nur noch beratend tätig sein werde, bleibe Brigitte Winterseel in Oestinghausen aber als Filialleiterin vor Ort.

„Außer dem Kopf ändert sich für die Kunden nichts“, meint Klaus Winterseel. Und Julian Bathke freut sich auf die neue Aufgabe, meint: „Ich komme in bestehende Strukturen, das ist ein echter Vorteil.“ Überhaupt hat es ihm das Lippetal angetan. Nicht nur, dass er seine Frau Kerstin kennen und lieben gelernt hat, zieht ihn her. Auch die „schöne Gegend“ und die „sehr sympathische Familie“ haben es ihm angetan.

Nun also die Apotheken. „An einigen Schrauben werde ich drehen müssen“, gibt Julian Bathke einen Ausblick auf die Zukunft. Vor allem die Orientierung hin zu den Kunden, zu den Menschen ist ihm ein Anliegen. „Wo bleibt eigentlich de Mensch?“, fragt er. Und antwortet: „Bei uns gibt es im Gegensatz zum Internet-Handel noch einen echten Kontakt. Wir kennen die Menschen mit ihren Problemen – und können deshalb ganz anders helfen.“ Dazu gehöre ein Anruf beim Arzt, falls mal ein Medikament nicht greifbar sei; oder die Zusammenarbeit mit der Krankenpflege. „Die Leute wollen einen Menschen, der sie berät und versteht.“

Die Kehrseite der Medaille: Auch der neue Filial-Verbund wird sich „mit viel bürokratischem Unsinn der Krankenkassen“ beschäftigen müssen – und geplante Neuerungen, wie das E-Rezept oder die E-Gesundheitskarte, mittragen. Klaus Winterseel wird damit künftig nicht mehr allzu viel zu tun haben. Er meint: „Heute gibt es Reformen im Vierteljahrestakt. Das schafft die Mitarbeiter irgendwann.“ Eine Menge Idealismus sei deshalb notwendig, um heute eine Apotheke zu führen. Vor dieser Aufgabe jedenfalls hat Julian Bathke keine Angst. Die 19 Mitarbeiter will der gebürtige Lübecker mit den Zukunfts-Aufgaben nur so weit belasten, dass die Hinwendung zum Menschen nicht darunter leidet.

Filialen seit 2004

Durch ein Modernisierungsgesetz wurde im Jahr 2004 der Weg frei für Apotheken-Filialen. Nachdem bereits drei Jahre in Folge die Anzahl an Apothekenbetrieben rückläufig war, durften Apotheker fortan zusätzlich zur Hauptapotheke drei weitere Filialen eröffnen, die in räumlicher Nähe zueinander liegen müssen.

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