Passionsspiele in Lippetal: So fällt das Fazit aus

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Josephine Tusch und Thomas Cramer (Bild links) sangen gemeinsam das vom Ehepaar Fietz komponierte Duett „Jesus, du meine Passion“.

Hovestadt – Es ist vollbracht!“ – dieses biblische Zitat kann nun auch auf die Lippetaler Passionsspiele bezogen werden. Mit einer noch einmal alle Sinne berührenden Aufführung endete die Spielzeit am Sonntag.  Beim Fazit sind sich die Beteiligten einig.

Unter dem Applaus der Besucher genossen die Aktiven des Vereins auf der Bühne in der Albertus-Magnus-Kirche diesen besonderen Moment, wohlwissend, dass die nächste Lippetaler Passion erst wieder 2025 aufgeführt wird. Jesus, sein Leben, sein Tun, aber auch sein Leiden, Sterben und Auferstehen präsentierte das Team der Passionsspiele dank ausgefeilter Bühnentechnik und behutsamen Änderungen und Neuerungen am Stück und an der Musik im frischen Gewand. 

Markus Loesmann, musikalischer Leiter der Passionsspiele, (rechtes Bild, links) begrüßte am Freitag Abend mit Irene und Oliver Fietz die Texterin und den Komponisten der zwei Stücke.

Die Stücke „Wer ist der Mensch?“ und „Jesus, du meine Passion“waren im Vorfeld neu geschrieben und getextet worden. Oliver Fietz, Sohn von Sigfried Fietz, dem Komponisten der ursprünglichen Stücke, zeigt sich von den Lippetaler Passionsspielen begeistert: „Wenn ich erlebe, wie meine Musik in den Menschen genau das gleiche auslöst, wie bei mir, dann fühle ich mich bestärkt und das berührt mich“, so der Komponist. 

Auch Irene Fietz ist überwältigt davon, was aus dem einstigen Musical in Lippetal geworden ist: „Mich freut besonders, dass mein Text sich so gut in der Lippetaler Passion einfügt und damit die Aussage erfahrbar macht.“ Auch die Pastöre vor Ort sind sich der Bedeutung der Lippetaler Passionsspiele bewusst. Während Pastor Jochen Kosmann vor allem das spirituelle Erlebnis für die Passionsfamilie und das Publikum hervorhob, fühlte sich Pastor Ulrich Liehr selber bereichert und sprach von einem Glaubenszeugnis, dass ihn in seinem Glauben noch bestärke.

Der Schirmherr, Bischof Felix Genn aus Münster, konnte wegen Krankheit die finale Aufführung nicht miterleben. Er ließ ausrichten, dass er das sehr bedauere, sei die Lippetaler Passion doch schon in den erste Spielzeiten ein wahrhaft bereicherndes Erlebnis gewesen. 

Doppelte Besetzung bewährt sich

Dass die Passionsspielfamilie immer professioneller wird, zeigte sich auch daran, dass alle Rollen doppelt besetzt waren. So war der Stress für die Akteure deutlich geringer und auch Krankheitsfälle konnten ohne große Probleme kompensiert werden. Eine von vielen positiven Erfahrungen, die für künftige Aufführungen wertvoll sein werden.

Das Fazit des Regisseurs:

„Im Laufe der Vorbereitungen für die Lippetaler Passionsspiele bin ich häufiger gefragt worden, ob es sinnvoll ist, so viel Zeit für diese Aufführung aufzuwenden. Ich kann immer nur sagen: Ja, es ist sinnvoll!“, sagte Regisseur Wolfgang Lamminger. „Es ist sinnvoll, sich mit begeisterungsfähigen Menschen gemeinsam auf ein solches Projekt vorzubereiten. Es ist sinnvoll, in der Gruppe für ein gemeinsames Ziel zu arbeiten und die Herausforderung zu suchen. 

Es ist sinnvoll, eine lebendige Gemeinschaft mit christlichen Werten zu bilden. Es ist sinnvoll, die Passionsgeschichte immer wieder neu zu erzählen, Kinder in die Gruppe aufzunehmen und für sie die Wertschätzung der Passionsfamilie spürbar zu machen. Es ist sinnvoll, zu erleben, dass aus geschriebenen Texten, persönliche Rollen und emotionale Darstellungen werden.

 Es ist sinnvoll, die Faszination an der Entwicklung der Beteiligten zu erleben. Die gemeinsam erreichten Ziele und die schönen Erfahrungen durfte ich als Regisseur der Passionsspiele mitgestalten und miterleben. Das finde ich wirklich sinnvoll.

Das Fazit des Vorsitzenden:

„Nach der dritten Spielzeit der Lippetaler Passion ist bei den Aktiven, egal ob Schauspiel, Chor oder Bühne-Crew, immer noch eine Riesenbegeisterung spürbar“, sagte Günther Hegebüscher, Vorsitzender des Vereins Lippetaler Passionsspiele. „Auch die Zuschauer werden immer noch durch die eindrucksvolle Umsetzung berührt und gehen bereichert nach Hause. Das ist ein Erlebnis, das mich begeistert und das ich eigentlich nicht mehr missen möchte. 

Wichtig ist nun, dieses gemeinsam als Passionsfamilie Erreichte bis 2025 aufrecht zu erhalten. Für uns als Vorstand bedeutet das aber auch, dass wir, um auch in Zukunft die Lippetaler Passionsspiele aufführen zu können, neue Akteure für Schauspiel und Musik, aber auch Verstärkung für die Bühnen-Crew und, nicht zu vergessen, auch für den Vorstand gewinnen müssen. 

Ich bin da sehr hoffnungsvoll, sind wir im Laufe der Jahre doch wirklich zu einer Passionsfamilie zusammengewachsen.“

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