Polizei wacht jetzt am Rathaus

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Der Parkplatz der Polizeiwache am Rathaus: Bürgermeister Matthias Lürbke, Thorsten Lichte (links) und Ludger Schenkel vom Ordnungsamt mit Matthias Schönwald, der die neue Wachstube im Haus Biele bezogen hat.

Lippetal – „Man lebt hier sehr sicher“, das hat Matthias Schönwald (56), der Lippetaler Polizei-Bezirksbeamte in seinen beiden ersten Dienstjahren in der Hovestädter Wache festgestellt.

Trotzdem sieht er sich in der Pflicht, allerorten in der Gemeinde Präsenz zu zeigen, um den Bürgern Sicherheit zu geben und den Bösewichtern zu zeigen, dass es in der 126 Quadratkilometer großen Gemeinde nichts zu holen gibt.Jetzt zeigt die Polizei in Lippetal noch mehr Präsenz, denn der Dienstwagen, ein 3er-BMW, hat ab sofort seinen Standplatz direkt vor dem Rathaus in Hovestadt. Die Lippetaler Polizeiwache hat über die Bahnhofstraße gewechselt und residiert jetzt als Mieter der Gemeinde Lippetal im Denkmal Haus Biele. 

Umorganisation macht Umzug möglich

Neben Bürgermeister Matthias Lürbke, der Matthias Schönwald jetzt im Namen der Gemeinde im neuen Domizil begrüßte, haben Ordnungsamts-Leiter Ludger Schenkel und sein Kollege Thorsten Lichte am häufigsten mit dem Bezirksbeamten zu tun. Lürbke berichtet, dass es eine der Folgen der Umorganisation der Verwaltung ist, dass die Polizei umzieht und die Wege zur Wache für das Rathaus jetzt noch kürzer werden. Durch den Umzug des Bürgerbüros ins Rathaus II sind natürlich Büroräume frei geworden. Die Umorganisation, so der Bürgermeister, werde in naher Zukunft auch durch eine neue Beschilderung erklärt. 

Wenig Verbrecher in Lippetal

Größere Kopfschmerzen bereitet die Lage in Lippetal dem „Dorfsheriff“ allerdings nicht, denn das Verbrechen hat sich nicht gerade Lippetal als Mittelpunkt seiner dunklen Geschäfte ausgesucht. Die Ladungsdiebstähle auf dem Autohof „Am Strängenbach“ und die Wohnungseinbrüche durch Bandenkriminalität sind die größten Probleme, vor die sich die Polizei gestellt sieht. Drogenmissbrauch kommt vereinzelt vor, wird beobachtet, ist aber nicht besorgniserregend. Um Verdächtige kümmern sich im Zwielicht der Droggenszene die Zivilfahnder der Kripo. Matthias Schönwald stört potentielle Täter schon im Vorfeld ihrer Taten, indem er zu den bevorzugten Einbruchszeiten in den besonders gefährdeten Gebieten die Farben der Polizei sehr präsent werden lässt. So tauchen zum Beispiel dubiose Schrotthändler meistens freitagnachmittags auf, wenn die Polizei vermeintlich schon Feierabend hat. Die will der Polizist weiterhin kontrollieren. Einbruchsversuche will der Bezirkspolizist möglichst durch Präsenz von vornherein unterbinden. 

Stalking, Beleidigung und Internet-Betrug

„Die Kriminalität ist in Lippetal sehr überschaubar“, sagt Matthias Schönwald. Daran ändert auch eine Messerstecherei nichts, wie sie sich kürzlich ereignet hat. Fahrraddiebstähle und auch mal ein Fall von Stalking, Beleidigung oder Internet-Betrug sind zu bearbeiten. Ansonsten gehört die Verkehrserziehung zu den Aufgaben des Bezirksbeamten. Er organisiert das Schulwegtraining für die Kindergärten und die Radfahr-Ausbildung an den Grundschulen. Hier gibt es Lob für die Lippetaler Kinder, denn die Polizei erkennt, dass die Kinder vom Land viel früher sicher Radfahren, weil sie mit den Eltern schon früh viele Wege mit dem Rad erledigen. Zu den Pflichten Schönwalds gehört es aber auch, sich in den Dienst der Kreispolizei zu stellen, wenn Ereignisse wie größere Fußballspiele, Kirmes oder Demonstrationen zu sichern sind. Hinzu kommt, dass er neben Anzeigen von Lippetaler Bürgern im Auftrag der Kreispolizei auch weitere Büroarbeiten erledigt.

Ordnungshüter minimieren Schlägereien

Ludger Schenkel vom Ordnungsamt freut sich darüber, dass die Polizei bei den Vereinen, der Feuerwehr, bei Schützenfesten, dem Lippborger Markt oder dem Karnevals-Rosensonntagsumzug vor Ort ist. So konnten Schlägereien in den vergangenen Jahren minimiert werden. Auch ganz im Allgemeinen ist das Rowdytum, das vor Jahren noch die Gemüter erregte, weil Jugendliche sich durch Disziplinlosigkeit bemerkbar machten, stark zurückgegangen. Gelegentlicher Vandalismus oder Sprühattacken mit Farbspray sind ärgerlich, halten sich aber in Grenzen.

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