Priesterjubiläum

Zwillinge seit 50 Jahren Priester

Lippetal – Ein gemeinsames Jubiläum wird am Wochenende in Lippborg und Herzfeld gefeiert. Pater Hans Schmidt und Vikar Heinz Schmidt begehen ihr Goldenes Priesterjubiläum, sind also 50 Jahre in der Seelsorge tätig. Sie sind Zwillingsbrüder – und beide sind sie Priester geworden.

Seit vielen Jahren sind sie nicht mehr wegzudenken aus Lippetal. Fest verwurzelt in der Lippborger Dorfgemeinschaft und wohnhaft an der Hauptstraße, verbringen sie hier „in ihrem gelobten Land“ ihren Ruhestand und sind gern bereit, sich bei der Feier der Gottesdienste weiterhin einbinden zu lassen.

„Das erfüllt uns mit großer Dankbarkeit“, sagt Pastor Jochen Kosmann, der sich über die Unterstützung in der Seelsorge freut.

Am 11. Juli 1970 wurde Heinz Schmidt in Münster zum Priester geweiht. Er kann also heute sein Goldenes Priesterjubiläum begehen. 

Sein Bruder Hans, der dem Orden der „Weißen Väter“ angehört und lange als Missionar in Afrika, vor allem im Kongo, gelebt hat, wurde bereits ein Jahr zuvor geweiht, genauer gesagt am 21. Juni 1969. 

Der 50. Jahrestag seiner Priesterweihe wurde im vergangenen Jahr nur „still und heimlich“ begangen, denn beide hatten beschlossen, ihr Goldenes Priesterjubiläum gemeinsam zu begehen. 

Zwei Feldgottesdienste

Die Feierlichkeiten werden aufgrund der aktuellen Situation etwas kleiner ausfallen als ursprünglich geplant. Einen großen Empfang mit Möglichkeit zum Beisammensein wird es nicht geben.

Es finden aber zwei Festgottesdienste statt, um einer möglichst großen Zahl von Freunden, Verwandten und Gemeindemitgliedern die Möglichkeit zur Mitfeier und zur Gratulation zu geben. 

Am Samstag, 11. Juli, feiern die Gebrüder Schmidt um 18 Uhr die Messe mit Pastor Jochen Kosmann in der Lippborger Kirche. Am Sonntag, 12. Juli, um 10.30 Uhr findet in der Herzfelder St.-Ida Kirche ein festlicher Gottesdienst unter Teilnahme von Kaplan Helmut Kortmann aus Freckenhorst statt. 

Pastor Kosmann: „Nach den Gottesdiensten werden wir eine corona-konforme Möglichkeit finden, dass den beiden Jubilaren Glückwünsche übermittelt werden können.“ 

Die beiden Geistlichen, gebürtig aus dem Münsterland, sind seit Jahren aktiv in der Seelsorge in Lippborg, Herzfeld und auch im benachbarten Bistum Paderborn jenseits der Lippe in der Gemeinde „Jesus Christus Lippetal“. 

Geboren wurden Heinz und Hans Schmidt am Silvestertag 1940 in Sendenhorst im damaligen Kreis Beckum, heute Warendorf. In der Missionsschule des Ordens der „Weißen Väter“ in Großkrotzenburg besuchten sie das Gymnasium bis zum Abitur im Jahre 1962.

Theologie-Studium in Belgien

Danach wollten beide als Afrika-Missionare auf den schwarzen Kontinent. Zunächst aber galt es, das Theologie-Studium im belgischen Leuwen zu absolvieren. 

Heinz entschied sich dann aber gegen Afrika und wechselte zum Bischof nach Münster in die Diözese, wo er sein Theologie-Studium beendete. 1970 folgte die Priesterweihe im Dom zu Münster. 

Am Niederrhein in Duisburg begann er sein Berufsleben als Kaplan und später als Seelsorger in der psychiatrischen Landesklinik in Bedburg-Hau bis 2004. Dann kehrte er zurück ins Westfälische nach Lippborg, wo er Pfarrer Rolf Lohmann als Vicarius Cooperator beigeordnet wurde. 

Damals erlebte Heinz Schmidt den Beginn der erfolgreichen, Lippe übergreifenden Kooperation der katholischen Gemeinden Lippetals mit.

Die Zusammenarbeit von Rolf Lohmann und Horst Klabes sorgte am Ende dafür, dass in Lippetal über die Bistumsgrenze Lippe hinweg ein gemeinsamer Seelsorge-Bezirk für alle Katholiken der Gemeinde entstehen konnte. 

Für die Gläubigen ein großer Segen, dass nicht der Süden nach Soest und der Norden nach Beckum zugeordnet wurde. 

Heinz Schmidt wurde im Jahr 2013 aus dem Kirchendienst emeritiert, trotzdem steht er weiter aktiv im Terminkalender der Gemeinde St. Ida in Herzfeld und Lippborg und dient ehrenamtlich bei Gottesdiensten, Trauungen und Hausbesuchen. 

Leben im Kongo 

Pater Hans Schmidt wurde 1969 in Verl vom Missionsbischof zum Priester geweiht. Dann hieß es für ihn im Namen des Ordens, Abschied zu nehmen von Deutschland und umzuziehen nach Afrika. 

Im September 1969 begann er seine Missionsarbeit im Ostkongo an der Grenze zu Ruanda, am Kiwu-See.

Zunächst musste er sich verständlich machen können bei der einheimischen Bevölkerung. So erlernte Hans Schmidt die Stammessprache „Mashi“ und das Kisuaheli, um seine christliche Mission für die Menschen erfüllen zu können. Seit 2010 lebt er bei seinem Bruder in Lippetal.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare