Neues Projekt

Gemeinde fragt Alte nach Wünschen

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Senioren werden befragt

In 1300 Bögen geht es um die Lebenssituation von Senioren über 75 Jahren

Rund 1300 Lippetaler erhalten in den nächsten Tagen die gleiche Post. Im Rahmen des Forschungsprojektes „Wohnen, Mobilität, soziales Leben“ sollen möglichst alle über 75-Jährigen Auskunft über ihre Lebensbedingungen und Bedürfnisse geben. 

Antworten ankreuzen

Von dem Ergebnis erhofft sich Matthias Lürbke wichtige Erkenntnisse, die letztlich auch das Handeln der Gemeinde beeinflussen. „Das Thema ist hochspannend“, ist er überzeugt. Eine Sorge räumt der Bürgermeister im Vorfeld aus: „Die Befragung ist anonym. Fast alle Fragen lassen sich durch Ankreuzen beantworten.“ 

Der Bogen selbst enthält fünf Doppelseiten mit 28 Fragen. Die Rücksendung ist kostenlos. Parallel besuchen im Befragungszeitraum vom 17. Juni bis 3. August sporadisch fünf Projektmitarbeiter einige der angeschriebenen Haushalte. „Hilfe kann in Einzelfällen auch gezielt angefordert werden“, verspricht Projektleiterin Nadine Günnewig. Die Umfrage nimmt bewusst die Hochaltrigen in den Blick. Immerhin zehn Prozent der Lippetaler Bevölkerung ist über 75. Wie geht es ihnen? Was brauchen sie und was brauchen sie eben nicht? – Auf diese einfach klingenden Fragen soll es Antworten geben.

Im Nebel stochern

 Thomas Becker vom Caritasverband Kreis Soest, der ebenfalls am Projekt beteiligt ist, sagt: „Es nützt auf Dauer nichts, im Nebel zu stochern. Wir brauchen auf Dauer repräsentative Zahlen.“ Die Landgemeinde Lippetal zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Wohneigentum aus. Der Klassiker in der älteren Bevölkerung: Von einem Ehepaar ist nur noch ein Partner übrig, der immer noch im eigentlich auf eine ganze Familie ausgerichteten Haus lebt – und dort noch bleiben will. Und zwar mit allen Tücken des Alltags. 

Wie organisiere ich den Friedhofsbesuch? Wo komme ich an Lebensmittel? Wer trägt mir den Wasserkasten? Solche Fragen bestimmen nach Ansicht Beckers den Alltag der Hochaltrigen. „Mobilität wird ein wichtiges Thema“, schätzt Lürbke. Eine – im besten Fall positive – Rolle dürfte auch die zunehmende Digitalisierung spielen. Nach der Auswertung zum Ende des Jahres wollen die Beteiligten klar sehen. 

Richtige Schlüsse ziehen

„Daraus müssen wie die richtigen Schlüsse ziehen“, so Lürbke. Das Projekt „Wohnen, Mobilität, soziales Leben“ wurde von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) initiiert. Lippetal hat den Zuschlag bei der Vergabe erhalten. Projektträger ist der Caritasverband. Dass in der Gemeinde mit dem „Kleeblatt“ bereits eine erfolgreiche Kooperation läuft, hat bei der Vergabe der Fördergelder geholfen. Das Vorhaben wird zudem von der heimischen Politik begleitet.

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