Blick in die Bücher des Standesamtes Lippetal

Vor 50 Jahren war der älteste Bräutigam 63 Jahre alt

Trauring
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Der Trauring steht für Verbundenheit und Beständigkeit.

Die jüngste Braut, die ihrem Verlobten vor dem Lippetaler Standesbeamten das Jawort gab, zählte seinerzeit gerade 17 Lenze. Der älteste Ehemann, der herzliche Glückwünsche zur Vermählung hörte, hatte bereits das gestandene Alter von 63 Jahren erreicht. Statistische Daten klingen meistens nüchtern, anders verhält es sich, wenn es sich um Nachrichten aus dem Standesamt vor genau 50 Jahren handelt.

Wie war das damals? Wir haben im alten Zeitungsband geblättert und Interessantes aus dem Lippetaler Familienleben entdeckt. Gleich am zweiten Tag im neuen Jahr 1971 informierten wir über die freudigen Ereignisse in den zurückliegenden zwölf Monaten. Dazu gehören die 143 in Lippetal beurkundeten Geburten, und zwar 81 Knaben und 62 Mädchen.

Die stolzen Eltern der kleinen Erdenbürger mögen sich lange Gedanken über einen passenden Vornamen für den Nachwuchs gemacht haben. Besonders beliebt waren in den 70ern Thomas und Markus, an zweiter Stelle stand Michael, dann folgten Frank und Dirk. Viele kleine Sandras kamen zur Welt, Martinas und Petras lagen in den Wiegen. Die Claudias nahmen auf der Favoritenliste den dritten Platz ein. Die meisten Babys taten, laut Berichterstattung, im Wonnemonat Mai ihren ersten Schrei, die wenigsten im Oktober.

Die Lippetaler zeigten sich damals heiratsfreudig. Doppelt so viele Paare wie noch zum Ausklang der 60er-Jahre entschlossen sich, den Bund fürs Leben besiegeln zu lassen. 70 Ehen wurden geschlossen. Der August stand bei glücklichen Hochzeitern hoch im Kurs, der goldene Oktober war dagegen kaum gefragt.

Blick auf 1996

Das vermeintlich starke Geschlecht bleibe in der Überzahl, erfuhren die Leser im Januar 1996. Frauen seien knapp in der Minderheit, ließ eine Mitteilung aus dem Rathaus erkennen. Der Hauptamtsleiter berichtete Anfang Januar, kurz vor der Jahrtausendwende, von 12334 Einwohnern, 6189 davon männlich.

Nach den Zahlen und Fakten, die die Gemeinde auf ihrer Internet-Seite veröffentlicht, leben heute (Stand 30. September 2020) insgesamt 12074 Menschen in den elf Ortsteilen.

Der Autor des Artikels richtete den Blick vor 25 Jahren unter anderem auf die konfessionelle Ausrichtung, die nämlich sei im Großen und Ganzen unverändert. Mit 9009 Mitgliedern liege der Anteil der Katholiken bei 75 Prozent. Im Zuge des Bevölkerungszuwachses habe sich die protestantische Gemeinde mit 2168 Mitgliedern aber weiter ausgedehnt.

Die Quote der evangelischen Christen erreiche 15 Prozent. Ein offenbar wichtiges Thema damals: die Sonderabgabe zur Deutschen Einheit, die dazu führte, dass auch Lippetaler den Entschluss fassten, der Kirche aus finanziellen Gründen den Rücken zu kehren. Nun aber sei zu erkennen: Der Trend zum Austritt habe sich abgemildert.

So entwickelte sich die Einwohnerzahl

Von den 12 334 Einwohnern zu Beginn des Jahres 1996 soll es sich laut der damaligen Mitteilung aus dem Rathaus um 12 018 „echte“ Lippetaler handeln. Weitere 316 Menschen hatten damals in der Großgemeinde ihren Zweitwohnsitz angemeldet. Heute sehen die Einwohnerzahlen so aus (Quelle: Internet-Veröffentlichung Gemeinde Lippetal, Stand 30. September 2020): Brockhausen 376, Heintrop-Büninghausen 352, Herzfeld 3325, Hovestadt 1189, Hultrop 457, Krewinkel-Wiltrop 129, Lippborg 2990, Niederbauer 292, Nordwald 477, Oestinghausen 1947, Schoneberg 540.

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