Schulkonferenz der Lippetalschule für Überführung in Gesamtschule

Mittag in der Mensa der Gemeinschaftsschule: Zukünftige Schülergenerationen werden sich Gesamtschüler nennen. - Foto: Billecke

Lippetal - Einstimmig stimmte die Schulkonferenz der „Lippetalschule“ jetzt für die Überführung vom Schulversuch „Gemeinschaftsschule“ in die Regelschulform „Gesamtschule. Die Schulkonferenz ist das demokratische Entscheidungsgremium einer Schule und besetzt mit Schulleitung und Lehrervertretern sowie Elternschaft und Schülervertretern.

Ausgegangen war die Initiative zum Wechsel der Schulform von Schulleitung und Lehrerkollegium unter der Prämisse, dass der Schulversuch „Gesamtschule“ nach Vorgabe der Schulbehörden des Landes NRW im Jahr 2020 enden soll. Die Pädagogen der Lippetalschule sahen keinen Sinn mehr darin, eine Gemeinschaftsschule und ihr pädagogisches Konzept weiterzuentwickeln, wenn sie keine Zukunft hat.

Soll die Lippetaler Gemeinschaftsschule in eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe überführt werden? Vor dieser Frage stehen die Schulpolitiker, die sich im Schulausschuss am Mittwoch, 18. November, erneut mit der Thematik beschäftigen. Der Ausschuss hatte zuletzt beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, den Wechsel der Schulform zu prüfen und Bedingungen und Auswirkungen vorzustellen. Bürgermeister Matthias Lürbke betonte im Ausschuss, dies sei noch keine Entscheidung, sondern nur ein Prüfauftrag. Georg Bertram (CDU) wollte in der Sitzung allerdings zunächst noch nicht, dass „damit schon jetzt der richtige Weg festgelegt wird“.

CDU sitzt trotz einiger Skepsis mit im Boot

Nachdem die Schulkonferenz sich ohne Gegenstimme für die Gesamtschule entschieden hat, scheint der Weg der Politik allerdings vorgezeichnet. Für die SPD sprach sich schon in der vorigen Sitzung des Schulausschusses Margret Dreisbach für die Umwandlung in eine Gesamtschule aus.

So wird sich auch die CDU kaum noch gegen den Willen von Schule und Elternschaft stemmen können.

Befürchtet werden von Kritikern mit der zukünftigen Gesamtschule Veränderungen, was die Intensität des Unterrichts und die Betreuung der Schüler betrifft. Denn die großzügige Lehrerzahl, mit der die Gemeinschaftsschule ausgestattet wurde, könnte zurückgefahren werden, wenn die Lippetalschule ins Regelsystem überführt wird. So wurden die Klassen fünf und sechs bisher von zwei Lehrern gleichzeitig unterrichtet und betreut.

Weitere wesentliche Änderung ist die verlängerte integrative Phase. In der Gemeinschaftsschule wurden die Klassen fünf und sechs noch gemeinsam unterrichtet, dann ging es weiter mit kooperativer Schule in den drei Schulformen Hauptschule, Realschule und Gymnasium. In der Gesamtschule wird die integrative Phase verlängert bis zum Ende des 9. Schuljahres. Dann geht es erst weiter mit dem Abschluss Realschule und dem gymnasialen Zweig, der zum Abitur führt. In der Lippetalschule hat sich allerdings herausgestellt, dass die Hauptschule von der Schülern gar nicht mehr gewählt wurde. Direktor Erich Zajac verspricht den Eltern in einem Brief einen nahtlosen Übergang. Eltern und Schüler würden kaum bemerken, dass sich etwas ändert, insbesondere auch deshalb, weil die für die Sekundarstufe II ausgebildeten überwiegend noch jungen engagierten Lehrkräfte an der Schule bleiben würden. Die Bedingungen der Gesamtschule seien denen der Gemeinschaftsschule recht ähnlich, zum Beispiel seien beide Ganztagsschulen. Die bisherigen Schüler der Gemeinschaftsschule hätten laut Zajac keine Nachteile, weil ihre Schullaufbahn nach den bisherigen Bedingungen zu Ende gehen wird. Im Jahre 2024 würden dann die letzten Gemeinschaftsschüler mit dem Abiturzeugnis verabschiedet. Die jetzige Entscheidung für die Gesamtschule sichere der Gemeinde Lippetal die gymnasiale Oberstufe. - dümi

Eltern und Schüler die Lippetalschule am Freitag, 11. Dezember, bei einem Tag der offenen Tür von 16 bis 19 Uhr kennen lernen. Zudem gibt es am Montag, 25. Januar, ab 19 Uhr einen Elterninformationsabend für die Anmeldungen der neuen Fünftklässler.

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