450.000 Euro für Renaturierung der Quabbe

Die Quabbe soll naturnah umgestaltet werden.
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Die Quabbe soll naturnah umgestaltet werden.

Lippetal - Einstimmig befürwortet der Umweltausschuss das Projekt „Renaturierung der Quabbe“ im Zuge der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union zwischen der Mündung in die Lippe bis zur Quabbemühle bei Assen.

Die Kosten bezifferte Diplom Landschaftsökologe Carsten Bohn vom Referat Ökologie bei der Arbeitsgemeinschaft Wasser- und Bodenverbände Westfalen-Lippe bei der Vorstellung des Projekts im Bürgersaal von Haus Biele jetzt auf rund 450 000 Euro. 80 Prozent davon seien förderfähig. Die Lippborger sollen demnächst bei einer Bürgerversammlung detailliert informiert werden.

Hochwasser mitten in Lippborg

Rund 15 000 Kubikmeter schwerer Lehmboden müssen am Bachlauf bewegt und teils abgefahren werden. Doch am Ende winken nicht nur eine von der EU geforderte bessere Wasserqualität, eine naturnahe Quabbeaue mit Platz für einiges Hochwasser mitten in Lippborg, sondern auch geschätzte 210  000 Öko-Punkte, die die Gemeinde Lippetal in verschiedenartige laufende sowie künftige Bauleitplanverfahren investieren könnte.

Dafür werden die Ökopunkte dringend benötigt, erläuterte Bauamts-Leiterin Elisabeth Goldstein, allein für die Genehmigung des wesentlich kleineren Gewerbegebiets Tannenbusch-Nord in Herzfeld seien rund 156 000 Punkte notwendig gewesen.

Bei der Umsetzung der Renaturierung, die in Abstimmung mit der Bezirksregierung in Arnsberg und der Unteren Wasserbehörde beim Kreis Soest vorgenommen wird, geht es zunächst darum, die notwendigen Flächen zu erwerben. Dabei hat der Eigentümer Zustimmung signalisiert, die betroffenen Flächen dort zur Verfügung zu stellen oder gegen andere Flächen zu tauschen. Ein weiterer Teil des Plangebietes befindet sich im Eigentum der Gemeinde Lippetal.

Gefällte Pappeln als natürliche Barrieren

Beim Gewässerausbau wird das Gelände abgesenkt. Die Sohle der Quabbe zu einer kleinen Aue mit breiten Abflussprofil verbreitert. Der Bachlauf wird nicht mehr in einer tiefen Rinne verlaufen, sondern abgeflacht auch um einige Landinseln mäandern. Stämme und Wurzeln einiger Pappeln, die gefällt werden müssen, werden als natürliche Barrieren in die Aue eingebaut. Eine Erstbepflanzung wird vorgenommen, um einen einseitigen Bewuchs mit Erlen zu verhindern.

Bei Hochwasser kann sich die Quabbe in der gesamten Aue ausbreiten. Für Niedrigwasser wird eine Rinne belassen, in die sich das „Bächlein“ zurückziehen kann und nicht austrocknet. Ebenfalls wird es kleinere Wasserflächen geben, in denen das Wasser stehen bleibt und so Amphibien Lebensraum bietet. Zum Dorf hin wird die Aue abgesichert, um die Bebauung vor Hochwasser zu schützen.

Umsetzung frühestens 2019

Bisher gebe es nur wenige Beispiele solcher Renaturierungsmaßnahmen, die die Ortslage aufwerten, erläuterte Carsten Bohn in der Sitzung des Umweltausschusses. Durch Informationsschilder und Wege in die Aue könnten zum Beispiel nicht nur die Naturfreunde, sondern auch die Schüler der Ludgerus-Grundschule in einem „blauen Klassenzimmer“ an die Natur herangeführt werden.

Hier solle auch die alte Quabbe-Holzbrücke erhalten bleiben. Die Planungskosten sollen bereits im Etat 2018 eingestellt werden. Die Umsetzung könnte frühestens 2019 beginnen. - dümi

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