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Gemeinsam entsteht der „KlinkerKiez“ in Lippetal

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Von: Vanessa Moesch

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Die Gebäude des alten Bauernhofs sollen für das Co-Living-Konzept ausgebaut werden
2o22oKlinkerkiezKHi5.jpg © Karin Hillebrand

Franziska und Maximiliane Bertram haben auf ihrem Bauernhof Großes vor, denn sie wollen ihn mit mehreren Konzepten für gemeinsames Wohnen und Arbeiten wiederbeleben.

Lippetal – Trotz der Stille wirkt der große Hof idyllisch. Ein paar Lagerhallen reihen sich aneinander, die grünen Flügeltüren des Anwesens sind ein Hingucker. Doch das gut 30 Hektar große Anwesen soll bald mit Leben gefüllt werden. Dafür wollen die Schwestern Franziska und Maximiliane Bertram sorgen.

Der gesamte Hof befindet sich seit langer Zeit im Familienbesitz und besteht aus einer ehemaligen Ziegelei mit 350-jähriger Tradition und einem landwirtschaftlichen Betrieb.
Franziska und Maximiliane Bertram wollen mit dem Projekt „KlinkerKiez“ Urbanität nach Lippetal holen. „Wir suchen Menschen, die die gleiche Vision haben und zusammen Leben und Arbeiten wollen“, erzählt Franziska Bertram.

Franziska Bertram
ham_vwdf00b62d2766b5bbf18bfa0bf7e1e3cf7.jpg © Oliana

Das Projekt „KlinkerKiez“

Der Projektname „KlinkerKiez“ leitet sich aufgrund des ehemaligen Klinkerwerks aus den Wörtern Klinker und Kiez ab. Der Kiez steht hierbei für einen Stadtteil mit identitätsstiftendem Zugehörigkeitsgefühl in der Gemeinschaft.

Mit mehreren Ansätzen sollen Menschen angesprochen werden. Das Konzept Co-Working ist in großen Städten bereits eine sehr bekannte Methode des „alleine und doch zusammen Arbeitens“. Es werden große und kleine Büros voll ausgestattet und zeitlich flexibel an einzelne Personen oder kleine Teams vermietet. „Das können beispielsweise Ateliers, Start-Ups oder kleine Unternehmen sein“, sagt Maximiliane Bertram.

Maximiliane Bertram
ham_vwd6044c40beccdb62dbfd56ecaa49d9aa0.jpg © Oliana

Co-Working

Co-Working ermögliche das Arbeiten in Gemeinschaft und schaffe den Zugang zu Netzwerken, Begegnungen und gegenseitigem Austausch und Unterstützung. Durch die Nähe zu fachfremden Kollegen ergeben sich neue Ideen und Synergien. Durch dieses Konzept gibt es Ansprechpersonen für verschiedene Fachgebiete in direkter Nähe.

Das Co-Working soll in den Hallen der alten Ziegelei stattfinden. Die 4 000 Quadratmeter große Fläche ist überdacht und besteht aus mehreren Hallen. Auch der Standort sei ideal. „Mit Glasfaseranschluss ist eine gute Internetanbindung gewährleistet mit direkter Lage an der Landstraße zwischen Oestinghausen und Hovestadt, zwei Autobahnen in 15 Autominuten und einer Bushaltestelle in 300 Metern Entfernung ist der KlinkerKiez schnell und unkompliziert erreichbar“, erklärt Franziska Bertram.

Die Lagerhallen des „KlinkerKiez“ sollen für das Co-Working genutzt werden.
ham_vwdfc7d7eec50fd61d588b5bd147919c048.jpg © Oliana

Co-Living und Co-Farming

Co-Living dagegen ist ein vielfältig ausprobiertes Gemeinschaftswohn-Konzept. Es sollen mehrere Generationen auf dem Bauernhof zusammenleben. „Der ungenutzte Raum soll zu Wohnungen ausgebaut werden“, erklärt Franziska Bertram. Es würden Menschen gesucht, die in einer Gemeinschaft leben wollen. „Das können Singles, Paare, Senioren, Familien, WG’s und viele mehr sein“, erzählt Maximiliane Bertram. Die Schwestern sind sich einig: Es solle der Grundsatz gelten „Jedem das Seine und alle zusammen“.

Auf dem Hof soll naturnahes Wohnen möglich sein. Auch ein Spielparadies soll es geben. „Wir hoffen, dass wir dieses Konzept, in dem Menschen gemeinschaftlich wohnen können, den Menschen im Kreis Soest näher bringen“, sagt Franziska Bertram.
Der Hof soll jedoch nicht nur für Co-Living genutzt werden, sondern auch für Co-Farming. Ein Teil der landwirtschaftlichen Flächen soll hierbei alternativ und ökologisch unter den Gesichtspunkten der Permakultur bewirtschaftet werden und der Selbstversorgung dienen.

Solidarische Landwirtschaft

Das Prinzip einer solidarischen Landwirtschaft (Solawi) ist geplant. „Solawi bedeutet, dass gemeinsam Obst, Gemüse und vieles mehr angebaut wird und anschließend bei der Ernte auch geteilt wird“, erklärt Franziska Bertram. Gemüsebeete und eine Blumenfläche ist bereits vorhanden. Es werde somit eher in die ökologische Richtung agiert. „Es gibt bereits ein Pilotprojekt in Kooperation mit dem Lebensgarten in Soest. Unter den Richtlinien der Permakultur wird Gemüse angebaut.“

Auch Tiere sollen auf dem Hof einziehen, die aber nur teilweise landwirtschaftlichen Aspekten dienen sollen.
Das Spektrum des Mitmachens kann variieren. „Die Interessenten können Co-Working, Co-Living und Co-Farming variabel für sich kombinieren oder aber auch nur einen Schreibtisch mieten oder Ihr Kind eines Tages zur Wochenendbetreuung bringen. Sie können alle Bereiche wählen, die sie mögen“, erklärt Maximiliane Bertram.

Positive Resonanz

Die beiden Schwestern befinden sich derzeit noch in der Ideen-, Interessentenfindungs- und Planungsphase. Doch das Projekt kommt gut an.

„Wir haben bisher viel positive Resonanz erfahren“, sagt Franziska Bertram. Es gebe bereits Interessenten aus allen Altersklassen. „Für das Projekt gibt es keine Frist. Wahrscheinlich ist das Projekt das, was ich die nächsten Jahrzehnte lang machen werde“, erzählt Maximiliane Bertram und lacht bei dem Gedanken. Beide freuen sich über weitere Interessenten, die ihre eigenen Ideen mit in den KlinkerKiez einbringen wollen.

Kontakt

Für Menschen, die sich ein gemeinsames Leben und Arbeiten in dem Projekt vorstellen können, bieten die beiden Schwestern Einzel- oder Gruppengespräche an. Interessenten können sich unter bertram@klinkerkiez.de melden.

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