Bertgerus-Kindergarten

Kita-Kinder leben mit Krähen-Kot - jetzt will die FDP helfen

Einige Bereiche unter den Bäumen mussten bereits abgesperrt werden.
+
Einige Bereiche unter den Bäumen mussten bereits abgesperrt werden.

Das Herzstück der Krähen-Kolonie an der St.-Ida-Basilika wurde im Frühjahr herausgeschnitten, als ein kleines Wäldchen unterhalb der Kirche am Idenpatt vom Eigentümer nahezu komplett gefällt wurde. In der Folge haben sich dutzende Saatkrähen in der nahen Umgebung einen neuen Nistplatz gesucht.

Herzfeld – Bis zu 20 Nester sind dabei in den Wipfeln der Bäume des Außengeländes des benachbarten Bertgerus-Kindergartens gebaut worden mit der Folge, das nun vermehrt Vogelkot auf den Spielplatz des Kindergartens abgeworfen wird. Das wollen Kindergarten-Leitung und Eltern nicht hinnehmen, weil sie Gefahren für die Gesundheit der Kinder befürchten. Eine FDP-Delegation traf sich jetzt mit der Kita-Leitung vor Ort, um sich ein Bild von der Problematik zu machen.

Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Christof Rasche, zeigte sich beeindruckt. Er berichtete bereits über seinen Kontakt zum Umweltministerium: „Krähen und andere Rabenvogel stehen unter Naturschutz und dürfen deshalb nicht ohne Weiteres mit Hilfsmitteln vertrieben werden. Unter bestimmten Bedingungen jedoch gibt es Möglichkeiten für eine Ausnahme, die von Landesebene genehmigt werden kann. Neben dem Baumbeschnitt, der vermieden werden soll, können Krähenvögel auch durch die Falknerei oder Ei-Entnahme vertrieben werden. Bereits in der kommenden Woche werde ich das Thema bei Umweltministerin Heinen-Esser (CDU) ansprechen, um zu versuchen eine Lösung zu finden.“

Ratsherr Justus Oexmann hatte in seiner Partei auf anderen Ebenen nach Unterstützung gesucht und einen Ortstermin am Kindergarten vereinbart. Mit Masken und Abstand waren neben den Lippetaler FDP-Ratsmitgliedern auch der Soester Kreistagsfraktionsvorsitzende Fabian Griewel sowie der Landtagsfraktionsvorsitzende Christof Rasche aus Erwitte am Ort des Geschehens. Die Verbundleiterin der drei pastoralen Lippetaler Kindergärten, Nicole Scheufels-Künne, und die Leiterin des Bertgerus-Kindergartens, Christina Stöppel, freuten sich über die angebotene Unterstützung.

Im Bertgerus-Kindergarten sind laut Kindergarten-Leitung täglich erhebliche Putzarbeiten nötig, um die Spielgeräte und den Boden von den Exkrementen zu befreien. Allerdings dürfen die unter Naturschutz stehenden Saatkrähen grundsätzlich weder verscheucht noch gar abgeschossen werden. Allenfalls sind Vergrämungsmaßnahmen möglich. Ein weiteres Mittel wäre es, die hochstämmigen Bäume auf dem Kindergarten-Gelände etwa um ein Drittel zu kürzen, denn dann könnten die Vögel dort über einige Jahre keine Nester bauen. In den niedrigen Bäumen im Bereich der Kolonie gibt es keine Nester.

Für die Kinder bringt die Krähenkolonie nach Ansicht der Kindergarten-Leitung nicht unerhebliche Gefahren in Sachen Hygiene mit sich – in ganz jungem Alter könne nicht unterschieden werden, was vor einem liegt und so werde teilweise der Vogelkot in die Hand oder gar in den Mund gelangen. Auch für die Angestellten des Kindergartens führe dies zu Problemen, da sie sich selbstverständlich dem Gesundheitsschutz der Kinder verpflichtet fühlen, aber dennoch gerne den Außenbereich nutzen möchten. Also müssen jeden Morgen die Spielgeräte und Wege des Außenbereichs von den Angestellten knapp eine Stunde lang gereinigt werden.

Gemeinsam suchen die Beteiligten jetzt nach Möglichkeiten, wie man unter Beachtung von Gesundheits- und Naturschutz Abhilfe für Kinder und Angestellte schaffen kann. Kreistagsfraktionsvorsitzender Griewel vergleicht die Situation mit den Krähenpopulationen in Soest: „Auch in Soest am Bahnhof ist ein ähnliches Problem in anderem Ausmaß bekannt. In Lippetal haben wir aber einen wichtigen Unterschied zu beachten: Die Kinder müssen geschützt werden und die Erzieher sollen ihre Kinder ohne Sorge im Außenbereich des Kindergartens spielen lassen können. Deshalb suchen wir eine kurzfristige Lösung.“

Jürgen Groth, Lippetaler Fraktionsvorsitzender, freut sich über den Besuch von Landespolitiker Rasche: „Da die Situation nicht der Kreis Soest oder die Gemeinde Lippetal allein lösen können, ist der Einsatz auf Landesebene besonders wichtig. Mit Christof Rasche haben wir einen engagierten Abgeordneten, der sich den konkreten Problemen der Menschen annimmt. Als kurzfristige Lösung werden wir in Lippetal beantragen, dass die Gemeinde in der nächsten Zeit bei den Reinigungsarbeiten im Außenbereich unterstützt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare