Bilder auf PC und Smartphone

Kinderpornos: Lippetaler wird verurteilt

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Lippetaler wird vor dem Soester Amtsgerich verurteilt. 

Lippetal – Es ist einer der unappetitlichsten Vorwürfe, die einen Lippetaler jetzt ins Soester Amtsgericht führte: der Besitz von Kinder- und Jugendpornografie.

Schwerer sexueller Missbrauch von Mädchen im Alter zwischen drei und zwölf Jahren „in widernatürlichen sexuellen Stellungen oder bei der Ausübung des oralen oder vaginalen Geschlechtsverkehrs mit Erwachsenen“, so die Anklageschrift im Wortlaut, zeigen die Bilder von Videos, die auf seinem PC und seinem Smartphone sichergestellt wurden, nachdem sie im Rahmen einer Wohnungsdurchsuchung konfisziert worden waren.

375 Bilder und 13 Videos von Kindern und Jugendlichen waren es auf dem Rechner, 80 auf dem Mobiltelefon, die er per E-Mail im Frühjahr 2017 von einer anderen Person, die bereits zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, erhalten habe.

Selber verschickt habe er nichts in der Art, nachgewiesen werden konnte es ihm auch nicht. Eigentlich sei er ja auch gar nicht pädophil veranlagt, behauptet er, „und auf die Frage, wieso er dann so etwas macht, bekomme auch ich immer nur zur Antwort: Weiß ich nicht“, berichtete sein Verteidiger.

"Besonders schäbig"

„Jedes dieser Fotos dokumentiert das Leid eines Kindes“, mit einer Geldstrafe sei es bei so einer „besonders schäbigen Tat“ nicht mehr getan, so die Staatsanwältin. Sie beantragte daher eine zwölfmonatige Freiheitsstrafe, die aufgrund der Geständigkeit und Reue und weil der Mann bislang nicht vorbestraft war, noch zur Bewährung ausgesetzt werden könne, sowie eine Geldbuße in Höhe von 3000 Euro.

Der Verteidiger hielt entgegen, ohne den Fall bagatellisieren zu wollen, dass eine Geldstrafe in dieser Höhe ausreichend sei.

Sobald solche Bilder auf dem Rechner abgespeichert werden, macht man sich auch des „sich Verschaffens kinderpornografischer Schriften“ schuldig. Dafür und für den Besitz verurteilte ihn der Richter zu der geforderten Strafe. Die Geldbuße muss er innerhalb von sechs Monaten zugunsten des Weißen Ringes bezahlen.

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