Internat auf Haus Assen schließt im Sommer

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Pater Harald Volk ist seit 2012 Rektor im Kolleg Kardinal von Galen auf Haus Assen.

Assen - Das Internat auf Haus Assen wird geschlossen. Der Orden der „Diener Jesu und Mariens“ (SJM) sieht laut dem Generaloberen Pater Paul Schindele keine andere Möglichkeit. Weil es nicht gelungen sei, mehr Schüler für einen Besuch des Internats „Kardinal von Galen“ anzuwerben, müsse der Internatsbetrieb mit den Sommerferien eingestellt werden.

Zuletzt waren laut Rektor Harald Volk nur noch zehn Schüler dort betreut worden. In besten Zeiten waren es bis zu 17 gewesen. Volk hatte bereits im Vorjahr angedeutet, dass es Überlegungen gebe, das Internat zu schließe. Man müsse sich irgendwann fragen, ob die seelsorgerischen Kräfte nicht an anderen Stellen sinnvoller eingesetzt wären.

Das Schloss hatte der frühere Eigentümer, Christoph Bernhard von Galen, dem Orden „Servi Jesu et Mariä“ (SJM) in den 90er Jahren geschenkt, verbunden mit der Auflage, dort Jugendarbeit im katholischen Sinne zu verrichten.

Pater Raphael von Canstein wurde erster Rektor der Einrichtung, die in Lippetal wegen der konservativen Haltung des Ordens, der zum Beispiel nach wie vor lateinische Messen feiert, auf viel Kritik und Widerstand traf. Pater Canstein richtete das Internat mit erheblichem Aufwand ein und verfolgte später das Ziel, am Schloss ein Gymnasium zu errichten. Das scheiterte aber am Veto der Naturschutzbehörden und hinter den Kulissen ebenso am Widerstand politischer Gegner.

Von Canstein wurde vor gut drei Jahren abberufen und nach Südfrankreich beordert. Seine Aufgabe im Haus Assen übernahm Rektor Harald Volk. Der muss nun einsehen, dass es auch ihm nicht zu gelingen ist, die Zahl der Internatsschüler zu erhöhen. Bei so wenigen Jungen ist es aber wohl schwer, ein attraktives Zusammenleben am Schloss mit Lernen und Freizeit mit attraktivem Sport und Spiel zu organisieren.

Die Internatsschüler, die aus ganz Deutschland nach Lippetal kamen, besuchten allerdings in den vergangenen Jahren erfolgreich die weiterführenden Schulen in Lippetal und Beckum. Insofern sieht Pater Paul Schindele, dessen Bruder Roland mit Pater Canstein jahrelang auf Assen wirkte, die 15 Jahre Internatsbetrieb im Schloss als eine erfolgreiche Zeit an. Der Blick zurück geschehe in Dankbarkeit, nun müsse aber nach vorn geblickt werden.

Ein Rückzug der Diener Jesu und Mariens aus der seelsorgerischen Arbeit in der hiesigen Region sei nicht beabsichtigt. Dabei solle Haus Assen der Mittelpunkt eines reichhaltigen religiösen Angebotes sein: Familien sollen unterstützt werden und die katholische Jugendarbeit soll fortgesetzt werden. Ebenfalls werden die Pfadfinderarbeit, Exerzitien, Vorträge die beliebten Schauspielstücke und die Konzerte sowie die Schlossführungen fortgesetzt. Große Aufgabe dürfte es sein, die Bausubstanz des Denkmalschlosses zu erhalten. Dazu sind wie bereits berichtet allein für die Dachsanierung Investitionen von über einer Viertelmillion Euro nötig. - dümi

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