Wieder kein Fest:

Ida-Schützen feiern Jubiläum erst 2026

Tristesse unter der Vogelstange: In Herzfeld werden auch in diesem Jahr (von links) Nadine und Caudius Tappe, Alfons Willenbrink, Christoph Renner und Engelbert Mengelkamp auf Schützenfest und Ruggen verzichten müssen.
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Tristesse unter der Vogelstange: In Herzfeld werden auch in diesem Jahr (von links) Nadine und Caudius Tappe, Alfons Willenbrink, Christoph Renner und Engelbert Mengelkamp auf Schützenfest und Ruggen verzichten müssen.

Herzfeld – Für die Schützenbruderschaft St. Ida Herzfeld fällt das geplante 150-jährige Jubiläum in diesem Jahr ins Wasser. Im Vorstand sei man sich schnell einig gewesen, die Hoffnung aufs Fest für 2021 frühzeitig zu begraben, erklärte der Vorsitzende Alfons Willenbrink. Stattdessen wollen die Schützen nun im Jahr 2026 jubeln – zum 155-jährigen Bestehen der Bruderschaft.

„Wir haben uns für die Verschiebung des Jubiläums um gleich fünf Jahre entschieden, damit wir wieder Planungssicherheit haben“, meinte Oberst Engelbert Mengelkamp. Denn die Feiern für ein Großevent mit mehr als 1500 Gästen nur um ein Jahr zu verschieben, das sei dem Vorstand angesichts der anhaltenden Pandemie zu unsicher gewesen. „Großes Verständnis“ habe es bei den Vertragspartnern für diese Entscheidung gegeben. Christoph Renner als 2. Vorsitzender brachte die Einstellung des Vereins auf den Punkt: „Für uns ist es wichtig, ein richtiges Schützenfest zu feiern und keinen Maskenball.“

Wir haben uns für die Verschiebung des Jubiläums um gleich fünf Jahre entschieden, damit wir wieder Planungssicherheit haben.

Engelbert Mengelkamp, Oberst

Betroffen von der diesjährigen Absage ist neben dem Jubiläum damit auch das normale Schützenfest. Eine Folge: Das amtierende Königspaar Claudius und Nadine Tappe geht im Sommer schon in das dritte Jahr seiner Regentschaft. „Wir sind dem Königspaar und auch dem Hofstaat sehr dankbar, dass alle das mittragen“, machte Alfons Willenbrink den Majestäten nebst Gefolge ein Kompliment. König Claudius Tappe dagegen spricht von „einer Selbstverständlichkeit, für die es aus unserer Sicht gar keine Alternative gibt“. Dieses „uns“ betrifft im Falle des amtierenden Königspaares immerhin knapp 50 Paare des Hofstaates, die alle noch immer auf ihr „richtiges“ Schützenfest warten.

Seit 1973 war kein Vollerwerbslandwirt mehr König

Es war der 29. Juli 2019, als Claudius Tappe am finalen Montag des Schützenfestes der Königsschuss gelang. Noch am Abend zeigten sich der neue Hofstaat und auch das Königspaar in schönster Kleidung, feierte „die ganz Nacht hindurch bis zum Morgengrauen“. Ein Grund fürs ausgelassene Treiben: Seit 1973 hatte es kein Vollerwerbslandwirt mehr geschafft, den entscheidenden Schuss zur Regentschaft abzugeben. Und weil ein Landwirt nun einmal zu feiern versteht, gab es im großen Verwandten- und Bekanntenkreis kein Halten mehr. Das galt auch noch für den Besuch des Schützenfestes nebenan in Lemkerholz, wo das Königspaar Tappe als Gast mitfeierte. Danach aber war Schluss. Denn seit im Frühjahr 2020 das Corona-Virus allen Festen den Garaus machte, warten die Tappes nun auf die Krönung ihrer Regentschaft.

Klar: Trotz des ausgefallenen Festes hatten sie sich im vergangenen Jahr nicht verkrochen. „Wir haben bei denen, die gekränzt hatten, einen Schnaps vorbeigebracht“, erinnert sich Königin Nadine. Und auch in diesem Jahr wolle man sich etwas einfallen lassen, um die 958 Schützenbrüder bei Laune zu halten.

Schützen bei Laune halten

Die Schützen bei Laune halten, das will auch der Vorstand der St. Ida-Schützen. Während es 2020 am Schützenfestwochenende vom Verein gesponsertes Bier zum Mitnehmen unter der Vogelstange gab, soll in diesem Jahr auch eine Bier-Aktion, darüber aber auch noch die Ausgabe der Jubiläums-Pins erfolgen. Trotz Corona und Trotz Masken-Gebot soll damit die Erinnerung an die schönen Feste und Bräuche wach gehalten werden. Deshalb steht außer Frage, dass am vierten Juli-Wochenende viele Geschichten herausgekramt werden. Zum Beispiel die von der Tradition des „Ruggen“-Trinkens. Was das ist? Eine hochprozentige Mischung aus Weizenkorn und Wacholder.

Übrigens: Spätestens 2023 gibt es keine Alternative mehr zu einem echten Schützenfest. Dann nämlich jährt sich die Regentschaft des letzten Vollerwerbslandwirtes zum 50. Mal. Und Annemarie Knierbein, geb. Wessel, will dann als 107-Jährige das 90-jährige Jubiläum ihrer Königinnen-Würde begehen.

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