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Grüne wollen über Bäume reden

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Von: Jürgen Vogt

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Wiebke Mohrmann und die Grünen in Lippetal wollen eine Diskussion über einen Bürgerwald in Gang bringen.
Wiebke Mohrmann und die Grünen in Lippetal wollen eine Diskussion über einen Bürgerwald in Gang bringen. © Grüne

Lippetal – Braucht die Gemeinde Lippetal mehr Bäume? Braucht sie einen Bürgerwald? Oder neue Baum-Alleen an größeren Straßen? Sollten in Baugebieten künftig immer auch kleine Baumgebiete eingeplant werden? Die Diskussion um diese Fragen begann im letzten Jahr mit einem Bürgerantrag. Eine Familie aus Hovestadt regte an, am Seniorenzentrum in Hovestadt eine Bürgerwald anzulegen. Das war im Mai. Die Anregung blieb unbeantwortet. Jetzt wollen die Grünen in Lippetal das Thema wieder auf die Tagesordnung bringen. Und ins Bewusstsein der Bürger.

„Wir wünschen uns eine breite Diskussion um die Bäume“, erklärte Wiebke Mohrmann jetzt im Anzeiger-Gespräch. Die Grünen hätten sich bereits Gedanken gemacht und erste Ideen auf den Tisch gelegt, so die Fraktionsvorsitzende. „Ganz klar ist doch, dass Bäume klimaregulierend sind und deshalb in unseren immer heißer werdenden Sommern künftig eine große Rolle spielen werden.“ Zudem wirke ein Grüngürtel etwa um Wohngebiete auch entspannend. „Aber das ist nur eine erste Idee“, so Mohrmann. Diskutiert worden sei in der Partei auch über einen echten Bürgerwald, in dem Menschen spazieren gehen, sich erholen könnten. Oder über Streuobstwiesen: Die nämlich könnten gleichzeitig dem Insektenschutz diesen und auch für pädagogische Einrichtungen als „Lehr- und Arbeitszentrum“ dienen.

Wir wünschen uns eine breite Diskussion um die Bäume.

Wiebke Mohrmann

In Lippetal stehen die meisten Bäume in der Nähe der Lippe. Zudem gibt es in einigen Bauernschaften größere Baumgruppen. „Das alles sollten wir berücksichtigen in der Diskussion“, so Wiebke Mohrmann. Nun gehe es darum, auch unter Pandemie-Bedingungen die Wald-Diskussion wieder aufzunehmen – und gemeinsam mit möglichst vielen Bürgern zu Ideen, Strategien und Lösungen zu kommen. Und wenn es dann ein Flächenverzeichnis der Gemeinde gebe mit Hinweisen darauf, wo Bäume gepflanzt werden könnten, dann bekomme die Diskussion hoffentlich auch eine erste Kontur auf der Landkarte.

Ideen sind gefragt

Ein Bürgerwald? Baumpatenschaften? Ein neuer Urwald in Lippetal? Baumgebiete in Baugebieten? Oder ist alles gut so wie es ist? Der Anzeiger sammelt ab sofort Ideen für die künftigen Bäume in Lippetal. Einfach eine Mail mit dem Betreff „Bäume für Lippetal“ und einer kurzen Beschreibung der Idee an lippetal@soester-anzeiger.de schicken. Name und Adresse nicht vergessen. Die Redaktion stellt die Vorschläge anschließend vor.  

„Wir haben das damals schon kurz im Arbeitskreis Umwelt beraten“, erläuterte Bürgermeister Matthias Lürbke das Vorgehen der Gemeinde und der politischen Fraktionen in Sachen Bürgerwald. Allerdings sei seither noch nichts auf den Weg gebracht worden. Einerseits nämlich habe es mit dem neuen Rat im Dezember auch einen neuen Umweltausschuss und damit ebenfalls einen entsprechenden Arbeitskreis gegeben. Und zudem habe die Corona-Lage die Arbeit seither ins Stocken gebracht. „Sonst hätten wir das im Januar sicher schon auf der Tagesordnung gehabt“, so der Bürgermeister. Nun hoffe er, dass im Februar das Thema wieder aufgenommen wird. Geplant sei zunächst einmal, das Gespräch mit der Familie zu suchen, die seinerzeit den Bürgerantrag gestellt habe.

Der Bürgermeister vermutet insgesamt einen politischen Rückenwind für Baumpflanzungen. „Ich glaube, gegen solche Projekte hat niemand etwas.“ Die Frage sei aber, wie etwa ein Bürgerwald konkret umgesetzt werden könne. Auch die Idee, an überregionalen Straßen wieder Bäume anzupflanzen, hält Lürbke für „hochinteressant“. „Aber“, so Lürbke, „das alles ist eben im Detail noch nicht besprochen.“

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