Besondere Ehrung für Mitglied

50 Jahre SPD Lippetal: Ein  Jubiläum in der Diaspora

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Mit vielen Gästen feierte die Lippetaler SPD ihr Jubiläum (von links): Wolfgang Hellmich, Eduard Röttger, Ratsherr Norbert Flaake, Marlies Stotz, Reinhard Pahl, Karsten Gerlach, Herbert Schenk, Michael Rennekamp, Franz-Theo Nübel und Margret Strunk

Lippetal - Diese ländlich-bäuerlich geprägte Gemeinde ist Diaspora-Gebiet für die Sozis. Dennoch haben sie es geschafft, sich hier ein halbes Jahrhundert über 20 Prozent zu halten.

Darauf könnte Gründer Dieter Staude, der in seinem Wahlbezirk in Herzfeld bei der Kommunalwahl mal einen Wahlsieg erringen konnte, stolz sein. Doch der Initiator des Ortsvereins ist viel zu früh verstorben.

50 Jahre nach seiner Initiative aus dem Sommer 1969 feierten Ortsvereins-Vorsitzender Reinhard Pahl und seine Genossen jetzt das 50-jährigen Bestehen. Und mitten unter ihnen der exklusive Jubilar: Michael Rennekamp, seines Zeichens Vorsitzender des Schulausschusses in Lippetal und Ratsherr in der SPD-Fraktion, ist der Partei-Held im Jubiläumsjahr. Er ist der SPD 1969 beigetreten, also 50 Jahre Mitglied in der Partei, die sich Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität auf die Fahnen geschrieben hat.

Jubelfeier mit Partei-Prominenz

Zur Jubelfeier bei Gastwirt Jürgen Meier in Herzfeld begrüßte Vorsitzender Ratsherr Reinhard Pahl zwischen roten SPD-Luftballons, historischen Presse-Artikeln über die Arbeit der SPD-in Lippetal und dem Jubel-Plakat, das für „Frische Ideen“ wirbt, als Prominenz den Welveraner Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden des Bundeswehr-Ausschusses des Deutschen Bundestages, Wolfgang Hellmich, die Landtagsabgeordnete Marlies Stotz und den Geschäftsführer der Hochsauerland-SPD, Karsten Gerlach. Auch der ehemalige Lippetaler Ortsvereins-Vorsitzende Eduard Röttger war gekommen, weiterhin Undine Staude, die Ehefrau des Ortsvereins-Gründers sowie Ratsfrau Cornelia Schmidt. 

Michael Rennekamp ist seit 50 Jahren in der SPD

Star des Abends war indes Michael Rennekamp, der für 50-jährige Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten mit der goldenen Ehrennadel der Partei ausgezeichnet wurde. In einer anrührenden Dankesrede „Ich bin mit soviel Wärme aufgenommen worden“, dankte er, der ehemals für Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder in Hannover Wahlkampf gemacht hatte, für die freundliche Integration in den Ortsverband und versprach, sich weiter für die SPD-Lippetal einzusetzen. 

Glückwunsch zur hohen Frauenquote

Mdl Marlies Stotz beglückwünschte den Ortsverband zu der Leistung, dass der Vorstand mehrheitlich mit 66 Prozent mit Frauen besetzt ist. Das sei auch in der SPD noch eine Ausnahme. Stotz widersprach der Untergangsstimmung ihrer Partei. Ähnlich wie in den 60er-Jahren werde die SPD aus der desaströsen Phase in der großen Koalition gestärkt hervorgehen. Den Jugendprotest „Fridays for Future“ verglich sie mit der Studentenbewegung in den 60er-Jahren. 

Im Prinzip fehle der SPD nun also nur ein Politiker vom Format Willy Brandts, um wieder Mehrheiten an sich zu binden. 

Stotz forderte die Genossen auf, sich auf die Kernthemen zu konzentrieren und die Erfolge klar und akzentuiert rüber zu bringen. 

"Wir sind Feierabend-Politiker"

Fraktionsvorsitzender Herbert Schenk erinnerte an den Gründer des Ortsvereins, Dieter Staude. „Wir sind Feierabend-Politiker“, hatte Staude stets proklamiert und darauf angewiesen, dass die Verwaltung die Lokalpolitiker unterstützten müsse. Schenk ergänzte, dass das Ehrenamt letztlich neben aller Ernsthaftigkeit auch Spaß machen müsse. Sonst sei es kein Erfolg. Schenk erinnerte daran, dass viele Initiativen der SPD in Lippetal inzwischen umgesetzt seien wie Gesamtschule, Schulkinder-Betreuung und psychologische Unterstützung der Schulkinder. „Wir müssen hier einen langen Atem haben und den haben wir auch“, resümierte Schenk, lobte indes auch das überwiegend harmonische Verhältnis zur Zwei-Drittel Mehrheitspartei im Rat, der CDU und die positive Gesamtlage der Gemeinde, an der auch die SPD ihren Teil beigetragen habe. 

Gute Wünsche auch von der CDU

Vize-Bürgermeisterin Margret Strunk (CDU-Ratsfrau) überbrachte Glückwünsche der Gemeinde Lippetal zum Jubiläum. „ Die Zusammenarbeit im Lippetaler Rat ist streithaft, aber konstruktiv, man kann stets rausgehen und sich in die Augen schauen“ sagte sie und „wir arbeiten für die Bürger und für das Wohl der Gemeinde. Das tut der Gemeinde gut, sie steht gut da“, sagte Strunk und sagte Dank an alle, die sich als ehrenamtliche SPD-Politiker in den vergangenen 50 Jahren eingebracht haben. Glückwünsche der Lippetaler CDU überbrachte Franz-Theo Nübel vom Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes.

Hellmich: SPD hat Furchen gezogen

SPD-Bundestags-Abgeordneter Wolfgand Hellmich, ehemals Juso im Kreisverband Soest, erinnerte an den Konflikt in den 80er-Jahren um das Atomkraftwerk in Uentrop (THTR) und an den Kampf gegen geplante Sondermüll- und Mülldeponien im Kreis Soest. Heute gelte es, Energie- und Ökologie-Politik und die Arbeitsplätze in Deutschland zusammenzubringen. 

Er erinnerte auch an den SPD-Ratsherrn Josef Neumann, heute Mdl in Düsseldorf, der in der Jugendpolitik in Lippetal viel angeregt hatte und an den ehemaligen SPD-Rats-Fraktionsvorsitzenden und Straßenbau-Experten Helmut Baum, der wie Dieter Staude viel zu früh verstorben war. Hellmich: „Die SPD hat auch in Lippetal Furchen gezogen, für richtige Politik“ – und an die aktiven Lokalpolitiker gerichtet: „Ich hoffe, Ihr macht aktiv weiter. Die Partei hat es dringend nötig. Wir brauchen Euch in dieser Zeit mehr denn jeh!“

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