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Fanclubs freuen sich auf Normalität

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Von: Jürgen Vogt

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Ein Nachmittag in Schwarz-Gelb: Im Clubheim in Lippborg darf so wie in dieser Szene vor der Pandemie nicht nur geschaut, sondern ab sofort gerne auch wieder ein geselliger Tag verbracht werden.
Ein Nachmittag in Schwarz-Gelb: Im Clubheim in Lippborg darf so wie in dieser Szene vor der Pandemie nicht nur geschaut, sondern ab sofort gerne auch wieder ein geselliger Tag verbracht werden. © Vester

Geisterspiele im Signal Iduna Park, gähnende Leere im Clubheim in Lippborg trotz Live-Übertragung von BVB-Spielen, schwindender Kontakt zum „BVB Fanclub Lippborg“: Die Pandemie hat im Lippborger Borussen-Fanclub tiefe Spuren hinterlassen. 

Lippborg - Umso größer ist nun die Freude über die Lockerungen, die wieder Leben in den Verein bringen sollen.

„Das muss sich jetzt ganz langsam erst wieder alles finden“, sagt Hubert Vester als Vorsitzender. Dass er und seine Kumpanen eine Riesenlust auf die Rückkehr zur Normalität haben, daran aber lässt er keinen Zweifel. Alle seien inzwischen komplett durchgeimpft und alle freuten sich auf die kommenden Ausflüge ins Stadion. „Zehn bis 15 Karten pro Heimspiel“ gehen in der Regel nach Lippborg. Und die seien auch alle stets vergriffen, gibt Vester einen Überblick über die Club-Aktiven.

Vorsitzender hofft auf Wiederbelebung

In Vor-Corona-Zeiten zeigte sich auch das Clubheim mit 30 bis 40 Fans stets gut gefüllt bei den Übertragungen. Und auch hier hofft der Vorsitzende auf eine Wiederbelebung. „Viele haben ja lieber zu Hause auf dem Sofa oder beim Nachbarn geguckt, um sich keiner Gefahr auszusetzen“, so Vester. Nun aber sei es im Clubheim ebenso wie im Stadion an der Zeit, an alte Gewohnheiten anzuknüpfen.

So ein Geisterspiel anzusehen, das ist ja auch für uns als Fans nicht toll.

Hubert Vester, Vorsitzender BVB-Fanclub

„So ein Geisterspiel anzusehen, das ist ja auch für uns als Fans nicht toll“, blickt Hubert Vester zurück. Und auch den Spielern unten auf dem Platz merke man deutlich an, dass sie ohne Fans gerade in Dortmund einfach nicht so auftreten konnten wie gewohnt. Von einem „Ruck, der durch die Spieler geht“ spricht Vester, wenn das Stadion so wie am vergangenen Samstag wieder mit 40 000 Fans gefüllt sei.

Beim Blick in die Zukunft hofft der Vorsitzende auf wiederkehrende Top-Spiele zum Beispiel gegen Bayern. Da könne man in Absprache mit dem BVB schon mal ein paar Karten mehr bekommen, mit anderen heimischen Fanclubs kooperieren und gemeinsam einen Bus chartern. „Es stimmt doch: Irgendwas Schönes will man am Samstag doch machen.“

Keine Angst vor einer Ansteckung

Angst vor einer Ansteckung haben die Lippborger Dortmund-Fans nicht. „Borussia hat ja das Hausrecht. Da gilt jetzt wieder 3G und damit ist der Käse gegessen. Du zeigst deine App vor und dann kannst du rein“, sagt Vester – und hofft darauf, dass schon bald wieder mehr als 80 000 zu den Heimspielen reisen dürfen.

Wer nicht ins Stadion will, ist als Mitglied des Fanclubs aber auch im Vereinsheim willkommen. Da nämlich gibt es neben Fußball auf dem Bildschirm auch Traditionelles wie den Billardtisch, Dart oder einen Nagelbalken – und natürlich reichlich Möglichkeit zum Fachsimpeln.

Wir freuen uns darüber, dass die Stadien endlich wieder voll werden. Und wir wissen, dass die Emotionen nirgendwo so hochschlagen wie auf Schalke.

Peter Belmann, Vorsitzender Lippetaler Knappen

Gefachsimpelt wird auch bei den „Lippetaler Knappen“. Allerdings hatte der Schalke-Fanclub aus Lippborg seine Aktivitäten während der Corona-Zeit weitgehend eingestellt. „Letzte Woche hatten wir dann eine Vorstandssitzung und haben unser Vereinsleben wieder aufgenommen“, sagt Peter Belmann als Vorsitzender. Von einem „Chaos hoch Drei“ spricht der leidgeprüfte Vorsitzende angesichts der sportlichen und finanziellen Misere der Knappen in Kombination mit Corona. „Aber bei Schalke ist das immer so: Da ist kein Jahr wie das andere und alles ist in alle Richtungen möglich.“

Anfang des kommenden Jahres wollen die Knappen aus Lippborg wieder Karten für ein Heimspiel ergattern und ins Stadion fahren, „weil ja jetzt in vielerlei Hinsicht wieder so etwas wie eine Normalität zu sehen ist“. Worauf sich die Schalke-Fans aus Lippborg für die nächsten Monate einstellen? Peter Belmann: „Wir freuen uns darüber, dass die Stadien endlich wieder voll werden. Und wir wissen, dass die Emotionen nirgendwo so hochschlagen wie auf Schalke.“

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