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ABU bindet Altarm „Feuerborn an die Lippe an“

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Westlich der Disselmersch und südlich der Landstraße 822 liegt der Altarm „Feuerborn“ (Bildmitte oben).
Westlich der Disselmersch und südlich der Landstraße 822 liegt der Altarm „Feuerborn“ (Bildmitte oben). © Hauswirth / Abu

LIPPETAL - Schritt für Schritt wird die Lippe naturnäher, der Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten im und am Gewässer verbessert sich. Dazu gehört auch die Anbindung alter Flussarme. Jetzt soll der Altarm „Feuerborn“ wieder an die Lippe angeschlossen werden, so dass eine durchgängige Verbindung zwischen Lippe und dem Meerbach entsteht.

Ein eingeengter Fluss bietet oft nur wenig Raum für die Natur: Zur ökologischen Entwicklung der Lippe gehören daher auch Maßnahmen zur Renaturierung durch eine abschnittsweise „Uferentfesselung“ durch den Lippeverband

Die jüngste Aktion an der Lippe ist die geplante Anbindung des Altarms Feuerborn bei Lippborg durch die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) im Kreis Soest. Die ABU ist auch Träger der Biologischen Station im Kreis und engagiert sich auf vielen Gebieten für den Naturschutz.

Der Altarm Feuerborn ist eine ehemalige Lippeschleife zwischen Lippborg und Uentrop. Wie an vielen Stellen wurde die Lippe hier vor Jahrzehnten begradigt, der Altarm ist jedoch noch heute Bestandteil der Flussaue. Durch die Begradigung hat sich die Lippesohle aber vertieft, heute liegt sie deutlich tiefer als der Grund im Altarm. In den alten Lippearm mündet der Meerbach, jedoch liegt die Einmündung des kleinen Gewässers höher als der Wasserspiegel im Altarm.

In dieser Konstellation steckt jedoch viel Potenzial für ein durchgängiges Gewässer und die Schaffung von Laichgebieten. Dazu muss man „nur“ den Meerbach an den Altarm Feuerborn und den Altarm wiederum an die Lippe anbinden. Zu diesem Zweck hat die ABU bei der Bezirksregierung Arnsberg einen Antrag auf Förderung aus dem Programm „Lebendige Gewässer“ gestellt, der inzwischen auch bewilligt ist. Einen 20-prozentigen Eigenanteil teilen sich die ABU Soest und die Deutsche Umwelthilfe, 80 Prozent der Kosten schießt das Land NRW zu. Kreis Soest, Lippeverband und der Angelverein, auf deren Flächen die Arbeiten stattfinden werden, haben im Vorfeld ihre Zustimmung gegeben.

Arbeiten beginnen Anfang Februar

Anfang Februar soll es losgehen mit dem Bau eines Gerinnes zwischen Altarm und Lippe: Dazu rückt eine Firma mit Baufahrzeugen an, weil eine Menge Erde bewegt werden muss und das entstehende Gerinne mit Steinen befestigt wird. Am Ende wird der Altarm so an die Lippe angebunden sein, dass über die meiste Zeit des Jahres die Einmündung des neuen Gerinnes unter dem Wasserspiegel der Lippe liegt. Der Wasserspiegel im Altarm wird um durchschnittlich 20 Zentimeter angehoben. Durch den Anstieg des Wasserspiegels im Altarm ist auch die Durchgängigkeit zum einmündenden Meerbach fast ständig gegeben. Fische und andere Wasserlebewesen können daher nach Fertigstellung der Baumaßnahme aufwärts und abwärts wandern, das Gewässersystem wird durchgängig.

Neben kleineren Maßnahmen wie die am Feuerborn-Altarm sollen an der Lippe auch einige große Projekte bei wie die neue Mündung bei Wesel oder das LIFE-Projekt Lippeaue im Raum Hamm zu einer Renaturierung des Flusses und seiner Auen beitragen, so der Lippeverband.

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