Verein gibt Buch über ein Stück „Kulturgut aus Westfalen“ heraus:

Lippegans-Rettung in gedruckter Form

Antje Limbrock füttert am Ilmerweg in Lippborg ihre ersten beiden Lippegänse, Gustav und Gisela. Inzwischen sind zwei Zuchtgänse hinzugekommen.
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Antje Limbrock füttert am Ilmerweg in Lippborg ihre ersten beiden Lippegänse, Gustav und Gisela. Inzwischen sind zwei Zuchtgänse hinzugekommen.

Lippetal – Acht neue Lippegans-Züchter im Jahr des 20-jährigen Bestehens. Das hatten Edith Schumacher und Robert Plattfaut-Schumacher, die Macher vom Verein „Stammbuch Lippegans“, zu Jahresbeginn noch nicht zu hoffen gewagt. Doch die Berichterstattung über die gefährdete Haustierart im Anzeiger brachte unerwarteten Erfolg.

Auch der Verein hat wieder mehr Auftrieb bekommen. Derzeit stehen hundert Personen auf der Mitgliederliste, daraus gebildet werden insgesamt 40 Bestände, die sich im weiten Umfeld der Lippe, aber auch in Oberstdorf im Allgäu, in Schleswig Holstein und in Niedersachsen befinden.

Im Jubiläumsjahr 2020 hat der Verein „Stammbuch Lippegans“ unter Federführung der Schumachers zum 20-jährigen Bestehen ein 200 Seiten starkes Buch über die Lippegans herausgegeben. Der Titel lautet: „Kulturgut aus Westfalen – Die Lippegans, Geschichte, Entwicklung, Zucht und Haltung.“ 12 Autoren haben sich beteiligt. Sie gehen unter anderem den Fragen nach, woher die Lippegans kommt, wie sie wiederentdeckt wurde und wie sie gehalten werden sollte.

Verkausstellen

Das Buch über die Lippegans ist in vier Buchhandlungen, Ellinghaus in Bad Sassendorf und Soest, in Geseke und im Freilichtmuseum Detmold im Museumsshop erhältlich sowie in der Geschäftsstelle des Vereins auf dem Hof Schumacher-Rinsche in Erwitte-Wiggeringhausen. E-Mail-Kontakt: info@stammbuch-lippegans.de.

Im Vorwort schreibt Robert Plattfaut-Schumacher (2. Vorsitzender des Vereins Stammbuch Lippegans): „Das Stammbuch arbeitet seit nunmehr 20 Jahren in einem Erhaltungszuchtprojekt, um die eigentlich schon für ausgestorben gehaltene einzige Gänserasse Westfalens als lebendes Kulturgut zu erhalten.“ So werde aktuell die Lippegans von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen noch immer in der Kategorie I eingestuft – also als extrem gefährdet (Stand Januar 2020). Und das, obwohl sich die Bestände seit dem Jahr 2000 unter der Regie des Vereins allmählich positiv entwickelt haben. Plattfaut-Schumacher führt weiter aus, dass die Entwicklung deutlich mache, dass zum gesicherten Erhalt der Lippegans noch zahlreiche Interessenten gefunden werden müssten. Diese müssten zudem bereit sein, sich aktiv am Erhaltungszuchtprojekt zu beteiligen. Er führt weiter aus: „Die Lippegans wird als eine der wenigen alteingesessenen Originalgänserassen in Deutschland bezeichnet. Ihre hochinteressante Entwicklungsgeschichte und ihre wirtschaftliche Bedeutung im Umfeld des Flusses Lippe verdeutlichen, dass sie zu Recht als ‘lebendes Kulturgut’ der Region anzusehen ist.“ Und solch ein Gut müsse erhalten werden.

Jan Carstensten, nicht nur Professor und Doktor, sondern auch noch Leiter des LWL–Freilichtmuseums in Detmold, hat ein Grußwort zum Buch beigesteuert. Er schreibt: „Ohne die Vereine und deren Züchter kann dieses lebendige Kulturgut nicht überleben. Und es fehlt noch ein Dritter im Bunde: der Nutzer.“ Nur durch die tatsächliche Nutzung könne eine Nutztierart auch erhalten werden. Insofern spielten Züchter, Museum und Nutzer in gleicher Weise wichtige Rollen.

Carstensen erklärt, dass aus diesem Grund auch viele regionaltypische Nutztierrassen auch im LWL-Freilichtmuseum Detmold vertreten sind: „Mit der Lippegans verbindet das Museum aber eine ganz enge Beziehung, sie galt als ausgestorben und konnte durch die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten erhalten werden. Allen, die an der Zucht und Verbreitung des Lippegans beteiligt sind, wünsche ich viel Erfolg!“

Erscheinungsweise

Die Vereinszeitung „Gänsekiel“ vom Verein Stammbaum Lippegans erscheint zudem einmal im Jahr und beinhaltet alle Geschehnisse und Daten zur Stammbuchschau, auf der in diesem Jahr unter Corona-bedingungen unter anderem alle Nachzuchttiere von 2020, das waren 110 Tiere, vorgestellt wurden, sowie Ratschläge zur Zucht, Geschichten und Publikationen in der Presse rund um die Lippegänse und vieles mehr.

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